Garbicz

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Garbicz
Wappen von ????
Garbicz (Polen)
Garbicz
Garbicz
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Powiat: Powiat Sulęciński
Gmina: Torzym
Geographische Lage: 52° 19′ N, 14° 59′ OKoordinaten: 52° 18′ 31″ N, 14° 59′ 26″ O
Einwohner: 270 ([1])
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FSU
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Berlin-Schönefeld
Posen-Ławica



Garbicz (deutsch Görbitsch) ist ein polnisches Dorf der Neumark in der Gemeinde Torzym (Sternberg), Wojewodschaft Lebus, nahe Rzepin (Reppen). Es gehört zum Powiat Sulęciński, und hat etwa 300 Einwohner.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Görbitsch; alte Postkarte um 1910
Skizze des Ortsplans mit Eigentümern vor 1945
Kirche von Görbitsch
Altar der Kirche von Görbitsch um 1940
Orgel der Kirche von Görbitsch um 1940

Das Dorf liegt im Nordwesten der Wojewodschaft Lebus in den ausgedehnten Wäldern der Reppener Heide (Puszcza Rzepińska) an einer Seenkette. Unmittelbar ans Dorf grenzen drei Seen ('Krummer See', 'Großer See' und 'Kleiner See', siehe Karte) mit einer Gesamtlänge von 280 Metern.[2] Garbicz verfügt über die Vorwerke Charlottenfeld(e) (Szarlatka) (gegr. 1829), und Augustenhof (Krzywnia).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde Görbitsch 1375. Die erste Namensform war Gorbitz, später erschien der Ort unter den Namen Garbitsch und Jorbitz. Im Jahr 1458 gehörte Görbitsch der Familie von Winning, welche im Jahre 1501 die eine Hälfte des Ortes und 1508 die andere an die Familie von Buntsch(e) zu Biberteich verkaufte. 1518 gehörte Görbitsch der Familie von Nauendorf bzw. Neuendorf, welche dort noch 1643 ansässig war. 1724 gehörte der Familie von Selchow Görbitsch; spätere Gutsbesitzer waren die Familien von Lamott (Ende 18. Jahrhundert), von Winterfeld (ab 1802), von Hollwede (ab 1807) und von Gaudi (bis 1826). Letztere Familie veräußerte das Gut im Jahr 1826 für 54100 Taler an die Familie von Risselmann[3], bei der es bis 1945 verblieb. Letzter Besitzer war Ellhard von Risselmann.[4]

Der Görbitscher Zweig der Familie von Risselmann starb im Zweiten Weltkrieg aus, da sämtliche männlichen Mitglieder an der Front fielen. Ab 1944 war das Schloss als Ausweichunterkunft für Reichsminister Dr. Frank vorgesehen.[5]

Das Dorf gehörte bis 1945 zum ostbrandenburgischen Landkreis Weststernberg, und hatte im Jahr 1939 361 Einwohner. Die Grundakten von Görbitsch konnten 1945 vom letzten protestantischen Pfarrer Gerhard Witt vor der nahenden Roten Armee in Sicherheit gebracht werden und wurden nach 1990 dem Konsistorium der Berlin-Brandenburgischen Landeskirche übergeben. Das Gutsarchiv (umfassend die Jahre von 1770 bis 1870) befindet sich aktuell im Staatsarchiv Landsberg.[6]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beim Schloss handelt es sich um ein schmuckloses ländliches Herrenhaus im neoklassizistischen Stil, bestehend aus Hauptgebäude, Seitenflügel und Orangerie, letztere beide Gebäudeteile sind Anbauten des späten 19. Jahrhunderts. Das Schloss wurde um 2000 nicht denkmalgerecht renoviert und in ein Schlosshotel verwandelt. Durch Anbauten („Portikus“, Schwimmbad) und nahezu vollständige Entkernung im Inneren entspricht nur noch die Fassade (teilweise) dem Urzustand. Das Schlosshotel wurde in einem pseudohistorisierenden Stil ausgestattet. Auch der Gutspark wurde im Zuge der Umbaumaßnahmen verändert bzw. planiert.
  • Die Backsteinkirche stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie wurde an der Stelle eines durch einen Brand zerstörten Vorgängerbaus errichtet, wie aus der Inschrift einer hinter dem Altar eingemauerten Gedenktafel hervorgeht. Die Kirche ist weitestgehend original erhalten. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Turmbekrönung wurde um 2000 rekonstruiert. Die ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert stammende Orgel ist in großen Teilen erhalten, wegen der Schäden am Pfeifenwerk derzeit aber nicht spielbar. Seit dem 23. Mai 2008 läuten die Glocken nach mehr als 60 Jahren Stille wieder.

Pfarrer (bis 1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1. 1691- Lichtenberg, Georg Friedrich
  • unbekannt
  • 2. 1742-1793 Rehfeldt, PAUL Ernst
  • 3. 1794-1838 Redlich, Siegismund
  • 4. 1839-1867 Metzig, Paul
  • 5. 1868-1869 Gruber, Benjamin August Wilhelm
  • 6. 1870-1872 Köhler, Gustav Ferdinand Rudolf
  • 7. 1874-1877 Heindorf, FRANZ Friedrich
  • 8. 1877-1883 Braune, Paul Walter Richard HUGO
  • 9. 1883-1908 Redlich, OTTO Louis
  • 10. 1908-1915 Richter, FRIEDRICH Karl Paul
  • 11. 1916-1924 Eiter, Ludwig
  • 12. 1925-1928 Heintze, Johannes, lic.
  • 13. 1930- Hoene, Martin
  • 14. 1940-1945 Witt, GERHARD Johannes Helmut (1911-1996), nach dem Zweiten Weltkrieg Pfarrer in Zagelsdorf und Prensdorf bei Dahme/Mark, Heimatdichter und Heimatforscher

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich Wilhelm Leopold von Gaudi

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brand. LHA II S. 458 PR.BR.Rep 3 B Regierung Frankfurt: Abteilung für Kirchen- und Schulwesen, Schul-Sachen Kreis Oststernberg, Görbitsch 1890 – 1925.
  • Notker Hammerstein: Bildung und Wissenschaft vom 15. bis zum 17. Jahrhundert. Oldenbourg, München 2003, ISBN 3-486-55592-8 (Enzyklopädie deutscher Geschichte 64).
  • Amtsblatt der Regierung zu Frankfurt a.d. Oder, [2], 1825 Verkaufsanzeige
  • Heinrich Karl Wilhelm Berghaus, Geographisch-historisch-Statistisches Landbuch der Provinz Brandenburg, S.289 Familie Risselmann

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]
  2. H. Berghaus, Landbuch der Mark Brandenburg und des Landgrafthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts, Band 3, Brandenburg 1856, S. 289 elektronische Version
  3. Vgl. http://home.foni.net/~adelsforschung1/sitz09.htm, http://www.gca.ch/Genealogie/Sternberg/Orte/Sternberg_G.htm, http://www.schoenwalde-hvl.de/UnserOrt.htm und H. Berghaus, Landbuch der Mark Brandenburg und des Landgrafthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts, Band 3, Brandenburg 1856, S. 289 elektronische Version
  4. Hammerstein S.113
  5. "Laut dem am 20.03.1944 vom Reichsminister des Inneren versandten Verzeichnis der „Ausweichunterkünfte der Sonderstäbe der Obersten Reichsbehörden“ (BA Koblenz, Rk 43 II, Nr. 1044, Bl. 34); abgedruckt in: Laurenz Demps: Berlin – Wilhelmstraße. Eine Topographie preußisch-deutscher Macht. 3. durchgesehene Auflage. Links, Berlin 2000, ISBN 3-86153-228-X, S. 239.
  6. Hammerstein S.113