Landkreis Weststernberg

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Das Kreisgebiet 1905

Der Landkreis Weststernberg war ein preußischer Landkreis in der Provinz Brandenburg und bestand zwischen 1873 und 1945. Sein Vorgängerkreis Sternberg bestand seit 1818.

Der Landkreis Weststernberg[1] umfasste am 1. Januar 1945:

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1871: 43.439
  • 1885: 45.533
  • 1910: 44.027
  • 1933: 45.831
  • 1939: 45.831

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich[Bearbeiten]

Der neue Kreis West-Sternberg entstand im Jahre 1873 aus den westlichen Teilen des bisherigen Kreises Kreis Sternberg (Brandenburg) im Regierungsbezirk Frankfurt in der preußischen Provinz Brandenburg, seit 1939 „Mark Brandenburg“.

Das Landratsamt wurde zunächst in Drossen eingerichtet. Am 1. April 1904 wurde das Landratsamt nach Reppen verlegt.

Zum 30. September 1929 fand im Kreis Weststernberg entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke bis auf zwei aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.

Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Weststernberg entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt und trat danach unter polnische Verwaltung, mit Ausnahme der links der Oder gelegenen Ortsteile von Aurith und Kunitz-Loose (bis dahin Teil von Kunitz, heute von Wiesenau) sowie von Göritz (seit 1945 Ortsbestandteil von Reitwein).

Landräte[Bearbeiten]

1872–1874: Adolf von Nickisch-Rosenegk (1836–1895) (kommissarisch)
1874–1900: Carl Bernhard Bohtz (1837–1900)
1900–1917: Reinhold Finck von Finckenstein (1858–1922)
1917–1933: Hans Rieck (1880–1956)
1933–9999: Heinrich Grimm (vertretungsweise)
1933–1945: Erich Schmidt

Kommunalverfassung[Bearbeiten]

Der Landkreis Weststernberg gliederte sich zunächst in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständiger Auflösung – in selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Die bisherigen Stadtgemeinden Drossen, Göritz (Oder) und Reppen führten ab 1. Januar 1934 die Bezeichnung Stadt.

Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Verkehr[Bearbeiten]

Reppen, die Hauptstadt des Kreises Weststernberg, wurde ein wichtiger Bahnknotenpunkt, nachdem sich dort die 1870 eröffnete Strecke Frankfurt–Posen der Märkisch-Posener Eisenbahn-Gesellschaft >122.c< mit der 1874/75 in Betrieb genommenen Teilstrecke Küstrin–Rothenburg der Breslau-Schweidnitz-Freiburger Eisenbahn-Gesellschaft kreuzte >122.0<.

Im Jahre 1890 begann hier die Nebenbahn der Preußischen Staatsbahn nach Zielenzig >116.k<.

Der Kreis selbst erbaute 1907 die Weststernberger Kreiskleinbahn von Kunersdorf nach Ziebingen=Sandow, die weitgehend der Oder folgte >115.p<. Den Betrieb führte das Landesverkehrsamt Brandenburg ebenso wie für die Kleinbahn Küstrin–Hammer, deren 1896 eröffneter erster Teil nur den Norden des Kreises im Warthebruch streifte >115.h<.

Die Zahlen in >< beziehen sich auf das Deutsche Kursbuch 1939.

Ortsnamen[Bearbeiten]

Die durchweg deutschen Ortsnamen wurden im Wesentlichen bis 1945 beibehalten. Kleinere Namensänderungen gab es wie folgt:

  • Leissow: 1938: Leißow,
  • Schmagorei: 1937: Treuhofen,
  • Tschernow: 1937: Schernow.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Weststernberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Landkreis Weststernberg und seine Gemeinden