Gefährlicher Urlaub

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Filmdaten
Deutscher TitelGefährlicher Urlaub
OriginaltitelThe Man Between
ProduktionslandGroßbritannien
OriginalspracheEnglisch
Deutsch
Erscheinungsjahr1953
Länge100 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieCarol Reed
DrehbuchHarry Kurnitz
Eric Linklater
ProduktionCarol Reed
MusikJohn Addison
KameraDesmond Dickinson
SchnittBert Bates
Besetzung

Gefährlicher Urlaub (Originaltitel: The Man Between) ist ein in Schwarzweiß gedrehter britischer Spionagefilm aus dem Jahr 1953. Carol Reed inszenierte den Film nach dem Zeitungsroman Susanne in Berlin von Walter Ebert für die London Film Productions.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Britin Susanne Mallison besucht ihren Bruder Martin Mallison im zerstörten Berlin. Mallison arbeitet dort im britischen Sektor als Militärarzt und lebt mit seiner deutschen Frau Bettina in der Nähe des Brandenburger Tors. Bettina holt Susanne alleine vom Flughafen Tempelhof ab, da ihr Bruder sehr stark mit seiner Arbeit ausgelastet ist. Sie zeigt Susanne auf der Fahrt in ihr Haus einige Sehenswürdigkeiten Berlins. Dabei werden sie von einem kleinen Jungen auf einem Fahrrad verfolgt und beobachtet. Der ehemalige Anwalt Ivo Kern, der unter dem Nazi-Regime an verschiedenen Gewalttaten beteiligt war, arbeitet nach dem Krieg für die Kommunisten in Deutschland. Er verkauft ihnen Gutachten über Bürger, die dann entführt und in den Ostblock verschleppt werden. Kern möchte gerne zurück in den Westen, doch seine Vergangenheit hindert ihn daran. Der kleine Junge, der die beiden Frauen verfolgt hat, informiert Kern über deren Aufenthaltsort, als diese in einem Café im Ost-Sektor sitzen. Kern nimmt Kontakt zu den Frauen auf und wird von Bettina als alter Freund vorgestellt. Kern ist in der Hand des ostdeutschen Kommunisten Harald Halender, der zu viel über ihn weiß und dieses Material an die westlichen Dienststellen übergeben würde. Halender versucht mit Kern ins Gespräch zu kommen, als dieser am Abend mit Susanne alleine ein Ballhaus besucht. Kern hat aber, im Beisein von Susanne kein Interesse an einem Gespräch. Halender ist weiterhin interessiert an Olaf Kestner, der wiederum seinerseits Dokumente und Personen aus Ostberlin in den Westen schmuggelt. Kestner und Martin Mallison kennen sich und Halender wittert eine Chance, an Kestner heranzukommen, in dem er die Frau Mallisons, Bettina, entführen will. Pikantes Detail: Kern war bis zu seinem Verschwinden im Krieg mit Bettina verheiratet; als er für tot erklärt wurde, hatte sie Mallison geheiratet. Durch eine Verwechselung wird aber versehentlich Mallisons Schwester Susanne entführt.

Kern will Susanne wieder zurück in den Westen bringen. Insgeheim hofft er auf eine Möglichkeit, sich absetzen zu können. Trotz aller Widrigkeiten verliebt sich Susanne in ihren Entführer. Sie glaubt an das Gute in dem früheren Anwalt, der sich für die Menschenrechte eingesetzt hat. Ein Ost-Berliner Junge hilft Susanne und Kern bei ihrem Fluchtversuch. Der Junge folgt Kern auf Schritt und Tritt und wird von ihm freundlich behandelt.

Kern und Susanne verstecken sich auf einem Lastwagen, der die Grenze passieren soll. Der Wagen soll jedoch von den Grenzposten durchsucht werden. Kern will, dass Susanne im Wagen bleibt und so den Westen erreicht. Er lenkt die Wachen ab, indem er vom Wagen springt und losläuft. Der Lastwagen überquert die Grenzlinie. Susanne will zurück zu Kern, der bei seiner Flucht von den Wachen erschossen wird.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefährlicher Urlaub basiert auf dem Zeitungsroman Susanne in Berlin von Walter Ebert, dem Leiter der Justizpressestelle in West-Berlin, den dieser unter dem Pseudonym Lothar Schuler zuerst im Tagesspiegel und dann in zwei Dutzend weiteren westdeutschen Zeitungen veröffentlichte.[1] Für die Publikation in Buchform wurde der Filmtitel Gefährlicher Urlaub übernommen.

Der Film feierte seine Premiere am 19. Oktober 1953 in Stockholm, Schweden. In Großbritannien startete er am 2. November des gleichen Jahres.[2] In Deutschland kam er am 18. Dezember 1953 in die Kinos.[3]

Die Außenaufnahmen wurden in Berlin gedreht. Drehorte waren unter anderem das Brandenburger Tor, die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, der Berliner Funkturm, der Kurfürstendamm, der Moritzplatz in Berlin-Kreuzberg, das Schillertheater sowie der Flughafen Berlin-Tempelhof. Die Ballhaus-Szene mit Kern und Susanne wurde im Neuen Ballhaus Resi gedreht, dessen Schilder, spezielle Tischtelefone und einzigartige beleuchtete Wasserspiele auf der Bühne deutlich im Film zu erkennen sind. Die Studioaufnahmen entstanden in den Shepperton Studios, Surrey, England.[2] Die Filmbauten stammen von Andrej Andrejew.

James Mason arbeitete nach Ausgestoßen (1947) bereits zum zweiten Mal mit Regisseur Carol Reed zusammen. Die Bühnenschauspielerin Claire Bloom hingegen war relativ neu im Filmgeschäft und war hier erst das vierte Mal auf der Leinwand zu sehen. Hildegard Knef wird im Originalvorspann Hildegarde Neff genannt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lexikon des internationalen Films bezeichnet die Produktion als „perfekt und kühl konstruierter Krimi und Polit-Thriller mit wenig überzeugendem Zeit- und Lokalkolorit. Dem Vergleich mit Reeds stofflich verwandtem, künstlerisch und atmosphärisch viel dichterem Dritten Mann (1949) hält der Film nicht stand.“[3]

„Spannende Story, faszinierend in Szene gesetzt“, lobt hingegen die Filmzeitschrift Cinema.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

James Mason wurde 1953 für seine Leistung in diesem Film und in den Filmen Face to Face, Die Wüstenratten und Julius Caesar mit dem NBR Award als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Ebert: Gefährlicher Urlaub. Amsel Verlag, Berlin 1953

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der perfekte Reißer in Der Spiegel Nr. 19/1953 vom 6. Mai 1953, abgerufen am 30. Oktober 2012. Der im Artikel zitierte Titel „Suzanne erlebt Berlin“ ist falsch, der Erstdruck im Tagesspiegel erfolgte als Susanne in Berlin, siehe PDF-Download der 17. Fortsetzung im Tagesspiegel vom 8. Juni 1951.
  2. a b Gefährlicher Urlaub in der Internet Movie Database.
  3. a b Gefährlicher Urlaub im Lexikon des internationalen Films.
  4. Kritik der Cinema