Gemella

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Gemella
Systematik
Domäne: Bakterien (Bacteria)
Abteilung: Firmicutes
Klasse: Bacilli
Ordnung: Bacillales
incertae sedis
Gattung: Gemella
Wissenschaftlicher Name
Gemella
Berger 1960

Gemella ist eine Gattung von Bakterien.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Arten von Gemella sind grampositiv. Die Zellen sind eiförmig, die einzelnen Zellen sind in Paaren, Tetraden und in traubenförmigen Zellhaufen angeordnet. Selten treten auch kurze Ketten auf. Auch stäbchenförmige Zellen können auftreten.

Die Gattung Gemella ist fakultativ anaerob und zeigt beste Wachstumsraten unter hohem CO2-Gehalt. Der Oxidase-Test und Katalase-Test fällt negativ aus. Gemella nutzt als Stoffwechselweg die Fermentation. G. haemolysans und G. morbillorum fermentieren unter Sauerstoffausschluss Glucose zu Essigsäure und Milchsäure.

Gemella haemolysans und Gemella morbillorum bewohnen Schleimhäute von Menschen und anderen Säugetieren. Gemella haemolysans wurde in der Mundhöhle und im oberen Verdauungstrakt von gesunden Menschen gefunden. Gemella haemolysans kann jedoch auch krankheitserregend wirken und Endokarditis verursachen. Gemella morbillorum kann Sepsis, Abszesse und Wundinfektionen und Infektionen im Urogenitalbereich hervorrufen.[1]

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Gemella wurde ursprünglich zu der Familie Neisseriaceae gestellt, doch weitere Untersuchungen zeigten zu viele Unstimmigkeiten mit den Merkmalen dieser Familie. 1974 wurde sie in die Familie Staphylococcaceae eingeordnet, allerdings war die Familie zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Sinne der Bakteriensystematik anerkannt. Es konnte später gezeigt werden, dass Gemella sich aufgrund einiger Merkmale von den anderen Gattungen so stark unterscheidet, dass die Zuordnung zu einer gemeinsamen Familie 2009 nicht mehr vertretbar erschien. Gründe hierfür sind insbesondere der negative Katalase- und Oxidase-Test sowie die Zusammensetzung der Lipide in der Zellmembran.[2] 2013 ist sie keiner Familie zugeordnet, sondern lediglich zu der Ordnung Bacillales gestellt.[3]

Folgende Arten sind bekannt (Stand 2013):[3]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • M. Dworkin (Hrsg.): The prokaryotes: a handbook on the biology of bacteria: Firmicutes, Cyanobacteria, Vol. 4, 3rd ed. Springer-Verlag, New York, NY. ISBN 0-3872-5494-3
  • Paul Vos, George Garrity, Dorothy Jones, Noel R. Krieg, Wolfgang Ludwig, Fred A. Rainey, Karl-Heinz Schleifer, William B. Whitman: Bergey's Manual of Systematic Bacteriology Volume 3: The Firmicutes. ISBN 978-0387950419

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dieter Adam, H.W. Doerr, H. Link, H. Lode: Die Infektiologie. Springer-Verlag. ISBN 978-3540000754
  2.  Wolfgang Ludwig, Karl-Heinz Schleifer, William B. Whitman: Revised road map to the phylum Firmicutes. In: Bergey's Manual of Systematic Bacteriology: Volume 3: The Firmicutes. 2. Auflage. Springer-Verlag, New York 2009, ISBN 978-0-387-95041-9, S. 1–13, doi:10.1007/978-0-387-68489-5_1.
  3. a b Jean Euzéby, Aidan C. Parte: Genus Gemella. In: List of Prokaryotic names with Standing in Nomenclature Systematik der Bakterien (LPSN). Abgerufen am 31. Dezember 2013.