Georg Alexander von Müller

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Georg Alexander von Müller (* 24. März 1854 in Chemnitz; † 18. April 1940 in Hangelsberg) war ein deutscher Marineoffizier, zuletzt Admiral und von 1906 bis 1918 Chef des Marinekabinetts.

Admiral Georg Alexander von Müller
„Haus Stensjöholm“, Hangelsberg, Berliner Damm 6/7

Leben[Bearbeiten]

Georg Alexander von Müller, Sohn von Carl Alexander Müller[1] (1828–1906) und Clara Therese Kurzwelly (1829–1898), wuchs mit seinen Brüdern Konrad Alexander Müller-Kurzwelly und Sven Alexander Müller[2] (1857–1940), in Schweden auf, wo sein Vater seit 1856 als Leiter der agrikulturchemischen Versuchsstation der Königlich-Schwedischen Forst- und Landwirtschaftsakademie („Experimentalfältet“[3]) tätig war.

Nach der Übersiedlung seiner Eltern 1869 nach Berlin trat Müller am 31. Mai 1871 als Kadett in die Kaiserliche Marine ein und diente dort fortan in verschiedenen Stellungen. Ende 1874 tat er Dienst als Leutnant zur See auf der SMS Gazelle. Nach seiner Beförderung zum Oberleutnant zur See wurde er 1879 zum Torpedowesen unter Alfred von Tirpitz kommandiert. 1882 reiste er im Gefolge des Prinzen Heinrich von Preußen auf der SMS Olga an die amerikanische Ostküste, um 1884 zur Torpedoabteilung zurückzukehren. Nach einer kurzen Tätigkeit als Marineattaché der Deutschen Gesandtschaft in Stockholm (1885), fuhr er ab 1886 - inzwischen zum Kapitänleutnant befördert - als Flaggleutnant auf der SMS Bismarck. Nach seiner Heirat 1889 mit Elisabeth von Monbart (1868-nach 1934), Schwester von Helene Kessler (Pseudonym Hans von Kahlenberg), wurde er in das neu geschaffene Marinekabinett des Kaisers abkommandiert und war anschließend von 1891 bis Oktober 1892 Kommandant des Kanonenbootes SMS Iltis in Ostasien. Nach seiner Heimkehr war Müller von November 1892 bis Ende September 1895 zum Oberkommando der Marine kommandiert. Während dieser Zeit war er zugleich als Korvettenkapitän auch Kommandant der Küstenpanzerschiffe SMS Frithjof und SMS Hildebrand.

1897 begleitete Müller Prinz Heinrich von Preußen, dessen persönlicher Adjutant er Ende September 1895 geworden war, auf dessen Ostasienreise und übernahm im September 1898 als Fregattenkapitän das Kommando des Großen Kreuzers SMS Deutschland des neugebildeten Ostasiatischen Kreuzergeschwaders. Zugleich fungierte Müller von Oktober 1899 bis Anfang Januar 1900 als Chef des Stabes des Kreuzergeschwaders. Zwei Jahre später wurde Müller zum Abteilungsvorstand ins Marinekabinett berufen und während dieser Zeit am 27. Januar 1902 zum Flügeladjutanten im militärischen Gefolge des Kaisers ernannt. Im gleichen Jahr begleitete er Prinz Heinrich auf seiner Reise nach Nordamerika, um im Anschluss daran als Kommandant des Linienschiffes SMS Wettin seinen Dienst zu verrichten. Nachdem er im September 1904 zum diensttuenden Flügeladjutanten ernannt und im Folgejahr zum Konteradmiral aufgestiegen war, wurde er erneut zum Marinekabinett kommandiert, als dessen Chef er am 9. Juli 1906 nach anfänglichem Widerstreben eingesetzt wurde. Bereits ein Jahr darauf erfolgte seine Beförderung zum Vizeadmiral und Generaladjutanten des Kaisers. Müller, am 29. August 1910 zum Admiral befördert, führte die Behörde bis zur Aufhebung der Immediatstellung. Am 29. Oktober 1918, einen Tag nach der Unterstellung des Amtes unter das Reichsmarineamt, wurde Müller beurlaubt und einen Monat später zur Disposition gestellt.

Der erbliche preußische Adelstitel war Müller am 14. März 1900 nach seiner Rückkehr aus Ostasien an Bord der SMS Deutschland zuerkannt worden.

Als Chef des Marinekabinetts kam er nicht nur mit fachlichen Fragen, sondern auch mit dem Hof und mit vielen Politikern in Berührung.

In seinen Aufzeichnungen setzt er sich intensiv mit der Persönlichkeit Wilhelms II. auseinander.

Müller hatte einen Sohn, Sven Erich Müller (1893–1964), und zwei Töchter – Johanna Louise (1890–1911) und Karin Elisabeth (*1895, Ehefrau von Emil Georg von Stauß). Er starb am 18. April 1940 in Hangelsberg bei Fürstenwalde, wo er die seit 1993 unter Denkmalschutz stehende Villa „Stensjöholm“ bewohnte. Sie war benannt nach dem gleichnamigen Landgut in der Region Kronobergs Län im südschwedischen Småland, das sein Vater 1886 erworben hatte.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dermot Bradley (Hrsg.), Hans H. Hildebrand, Ernest Henriot: Deutschlands Admirale 1849–1945. Die militärischen Werdegänge der See-, Ingenieur-, Sanitäts-, Waffen- und Verwaltungsoffiziere im Admiralsrang. Band 2: H–O. Biblio Verlag, Osnabrück 1989, ISBN 3-7648-1499-3, S. 519–521.
  • Kurt Mühsam: Deutsche Heerführer im Kriege 1914. Ihr Werden und Wirken. 2. Auflage. Band 2, Conrad Habers Verlag, Berlin 1914.
  • Walter Görlitz (Hrsg.): Der Kaiser … Aufzeichnungen des Chefs des Marinekabinetts Admiral Georg Alexander v. Müller über die Ära Wilhelms II. Göttingen 1965.
  • Walter Görlitz: Regierte der Kaiser? Kriegstagebücher, Aufzeichnungen und Briefe des Chefs des Marinekabinetts Admiral Georg Alexander v. Müller 1914–1918. Göttingen 1959.
  • Walter von Hueck (Bearb.): Adelslexikon. Band IX, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1998, S. 251.
  • Jörg-Uwe Fischer: Admiral des Kaisers. Georg Alexander von Müller als Chef des Marinekabinetts Wilhelms II. Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main u. a. 1992, ISBN 3-631-45166-0.
  • Frank Nägler: Müller, Georg Alexander von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 18, Duncker & Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-00199-0, S. 391 f. (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag im Svenskt biografiskt lexikon
  2. Eintrag im Svenskt biografiskt lexikon
  3. Eintrag in der schwedischen Wikipedia
  4. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w Rangliste der Kaiserlich Deutschen Marine für das Jahr 1918. Hrsg.: Marine-Kabinett. Mittler & Sohn Verlag. Berlin 1918, S. 6.