Georg Peters (Mediziner)

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Georg Peters, 2014

Georg Peters (* 11. März 1951 in Asperden; † 8. August 2018 im Karwendelgebirge) war ein Mediziner, Mikrobiologe und Universitätsprofessor. Von 1992 bis zu seinem tödlichen Bergunfall[1][2] hat er das Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität Münster geleitet. Er war ein international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Staphylokokken und der dadurch verursachten Infektionserkrankungen, denen er sich seit Beginn seiner wissenschaftlichen Karriere gewidmet hatte.[3]

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Peters kam aus einfachen, bäuerlichen Verhältnissen.[3][4] Er studierte Humanmedizin an der Universität zu Köln, wo er 1975 das Staatsexamen ablegte und 1976 zum Dr. med. promoviert wurde. Nach beruflichen Stationen am Kinderkrankenhaus Norderney und an der Klinik für Innere Medizin II am Universitätsklinikum Köln war er mehrere Jahre am Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Köln tätig, zunächst als Wissenschaftlicher Assistent, später als Oberarzt.[5]
1982 erwarb er in Köln die Anerkennung als Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie und ging für ein Jahr als DFG-Stipendiat an die University of Minnesota in Minneapolis.[4] 1985 habilitierte er sich und erhielt 1986 eine C2-Professor an der Universität Köln.[5]
1992 wurde er als Ordinarius an die Universität Münster berufen und leitete seitdem das dortige Institut für Medizinische Mikrobiologie.

Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Forschung waren die Staphylokokken und die durch sie ausgelösten Erkrankungen. Als bahnbrechend gelten seine Erkenntnisse zur Pathogenese von Fremdkörper-assoziierten Infektionen durch koagulasenegative Staphylokokken und ihrer Fähigkeit zur Biofilmbildung. Seine erste Publikation zu diesem Thema stammt aus dem Jahr 1982. Er setzte sich konsequent für die Diagnostik, Prophylaxe und Therapie von Infektionen durch multiresistente Erreger, wie insbesondere den Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen, die sog. MRSA, ein.[5][6] Sein Renommee auf diesem Gebiet zeigte sich u. a. in seiner Wahl zum Vizepräsidenten (1991) und Präsidenten (1993) der „Gordon Research Conference on Staphylococcal Diseases“.[5]

Peters war seit 2012 als Principal Investigator Mitglied des Exzellenzclusters Cells in Motion (CiM) an der Universität Münster.[3][7]

Er konnte den akademischen Nachwuchs für die Erforschung von Krankheitserregern begeistern und wurde mehrfach mit dem Lehrpreis der Studierenden der Medizinischen Fakultät der Universität Münster ausgezeichnet.[3][8]

Peters kämpfte engagiert für den Ausbau der Medizinischen Mikrobiologie und der Infektionsmedizin in Deutschland.[3][8]

Zum Gedenken an Peters hat die Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie bei ihrem alljährlichen Bad-Honnef-Symposium über Infektionskrankheiten eine „Georg-Peters-Lecture“ eingerichtet.[9] Die Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) hat auf ihrer 71. Jahrestagung in Göttingen eine „Georg Peters Memorial Lecture“[10] und die European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ESCMID) hat auf dem 29. European Congress of Clinical Microbiology & Infectious Diseases (ECCMID) in Amsterdam eine „Georg Peters Memorial Session“ zu koagulasenegativen Staphylokokken abgehalten.[11]

Aktivität in Gremien/Fachgesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peters wird in der Medline-Datenbank PubMed für den Zeitraum von 1987 bis 2019 als Autor oder Koautor von mehr als 240 Fachpublikationen gelistet.[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Kalitschke: Wissenschaftler stürzt in den Tod. In: Westfälische Nachrichten. 10. August 2018, Zugriff 23. Mai 2019.
  2. Wissenschaftler beim Wandern verunglückt. In: Die Glocke. 14. August 2018, Zugriff 23. Mai 2019.
  3. a b c d e f g Mathias Herrmann: Nachruf Univ.-Prof. Dr. med. Georg Matthias Peters. Medizinische Fakultät Münster, 30. August 2018, Zugriff: 23. Mai 2019.
  4. a b Mathias Herrmann, Georg Häcker: Nachruf Prof. Dr. med. Georg Peters. Internetpräsenz der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie, August 2018, Zugriff 15. August 2018.
  5. a b c d In memoriam Professor Dr. med. Georg Peters. Internetpräsenz des Universitätsklinikums Münster, 9. August 2018, Zugriff: 23. Mai 2019.
  6. Nach tödlichem Wanderunfall Uni Münster trauert um Prof. Dr. Georg Peters. In: Westfälische Nachrichten. 13. August 2018, Zugriff 23. Mai 2019.
  7. Beteiligung am Exzellenzcluster. Internetpräsenz des CiM-Exzellenzclusters der WWU, Zugriff 23. Mai 2019.
  8. a b c d e f g Karsten Becker: Georg Peters †: Trauer um einen hervorragenden Arzt. In: Dtsch Arztebl. 115(35-36), 2018, S. A-1555 / B-1313 / C-1301
  9. Bad Honnef-Symposium 2019 Programm, Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V., 26.3.2019
  10. Georg Peters Memorial Lecture 25.02.2019, DGHM 2019
  11. SY155 - GEORG PETERS MEMORIAL SESSION - Coagulase-negative staphylococci: the new, stealthy superbugs, 29th ECCMID LIVE, 2019.
  12. Georg Peters - in memorium, Internetpräsenz der International Society of Antimicrobial Chemotherapy, 13. August 2018, Zugriff 15. August 2018.
  13. Peters in den Senat der DFG gewählt: Medizinischer Mikrobiologe erhält Sitz für „Theoretische Medizin“. Medizinische Fakultät Münster, 6. Juli 2012.
  14. WWU TRAUERT UM PROF. DR. GEORG PETERS, Pressestelle der Universität Münster, 13. August 2018, Zugriff 15. August 2018.
  15. Impressum, BIOspektrum Juli 2006, 12. Jg., S. 787.
  16. PubMed Suchergebnis, Stand 25. Mai 2019.