Georg Wilhelm von Lüdemann

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Georg Wilhelm von Lüdemann (Pseudonyme: Ernst Scherzlieb; Justus Ironimus Kosmopolita; * 15. Mai 1796 in Küstrin; † 11. April 1863 in Liegnitz) war ein deutscher Verwaltungsbeamter und Polizeidirektor sowie Reiseschriftsteller.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Abitur studierte von Lüdemann Rechtswissenschaften und nahm zwischenzeitlich in den Jahren 1813/14 an den Befreiungskriegen gegen Napoléon teil. Anschließend erhielt er 1816 eine Anstellung als Referendar in Berlin, musste jedoch wenige Jahre später aus gesundheitlichen Gründen seine Lebens- und Berufsplanung neu gestalten. Auf Anraten seines Arztes unternahm er ab 1820 ausgedehnte Reisen vor allem in südliche Länder wie Italien, Griechenland und die Türkei. Auf diesen Reisen verfasste er eine Reihe von Reiseschilderungen sowie eigene Novellen und Übersetzungen vor allem italienischer Literatur, die er überwiegend unter einen seiner beiden oben genannten Pseudonyme herausgab.

Nach diesen Auslandsreisen lebte von Lüdemann ab 1824 für je ein Jahr im Rheinland, in Breslau und in Dresden, wo er weitere Reiseberichte herausgab, bevor er sich anschließend zunächst auf seinem Gut Cyrusberg bei Freistadt in Schlesien, dem heutigen Karviná, niederließ. So ganz hatte er in all den Jahren seine Beamtenlaufbahn aber nicht aufgegeben und er folgte im Jahr 1835 einem Ruf aus Aachen und übernahm das Amt des Landrates und des Polizeidirektors des Stadtkreises Aachen. Bis 1843 übte er dieses Amt aus und war anschließend noch einige Jahre als Geheimer Oberregierungsrat in Berlin und zuletzt in Liegnitz tätig. Dort verstarb von Lüdemann 1863 nach einem tragischen Unfall, indem er im dortigen Mühlgraben ertrank.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Les Pyrénées romantiques, Monhélios, Gurmençon, 1822
  • Vittorio Alfieri’s Trauerspiele, aus dem Italienischen übersetzt, Schumann, Zwickau, 1824–1826
  • Andruzzos der Livadier, Klein, Leipzig, Zwei Bände, 1827
  • Neapel wie es ist, Hilscher, Dresden, 1827
  • Venedig wie es war und wie es ist, Hilscher, Dresden 1828
  • Geschichte der Kupferstechkunst und der damit verwandten Künste Holzschneide- und Steindruck-Kunst, Hilscher, Dresden 1828
  • Die Foscari : ein historisch-romantisches Gemälde aus dem 15. Jh., Focke, Leipzig, Zwei Bände, 1828
  • Afronius Fatagel, der Freiheitsritter, Flemming, Glogau, 1828
  • Töplitz wie es ist oder die beiden Grafen, Hilscher, Dresden 1829
  • Vittoria Iturbide : historisch-romantisches Gemälde des mexikanischen Freiheitskrieges, Schumann, Zwickau, Drei Bände, 1830
  • Dresden wie es ist, Schumann, Zwickau, 1830
  • Der Mystiker oder die Schuld, Lustspiel, 1833

Literatur und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thorsten Fitzon: Lüdemann Georg Wilhelm von, In: Killy Literaturlexikon – Autoren und Werke des deutschsprachigen Kulturraum, Bd. 7, De Gruyter, 2010, S. 560 google online

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]