George Burdi

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George Burdi (* 1970 in Toronto, Ontario), auch bekannt unter dem Namen George Eric Hawthorne, ist ein Musiker und ehemaliger Musikunternehmer. Er war aktiv in der nordamerikanischen rassistischen Musikszene.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seiner Jugend hatte Burdi eine deutsche Freundin, deren Vater ein nationalsozialistisches Weltbild hatte und ihn mit Literatur von Autoren wie Ernst Zündel versorgte, von welcher er schnell fasziniert war.[2] Hierüber fand Burdi den Weg in die Neonazi-Bewegung. Unter dem Pseudonym Reverend George Eric Hawthorne gründete er 1989 die Band RaHoWa.[2] Der Bandname ist ein Kürzel für die Phrase Racial Holy War (zu deutsch: Heiliger Rassenkrieg). RaHoWa war in den 1990er Jahren wichtige Band für die Szene.

Vom französischen Plattenlabel Rebelles Européens bekam die Band zur Produktion des 1. Albums Declaration of War 3.000 US-Dollar - das fertig eingespielte Album kam aber postwendend zurück, da das Postfach des Labels nicht mehr existierte.[2] Daraufhin gründete Burdi sein eigenes Label Resistance Records, welches auch weitere Bands beheimatet. Neben der Musikproduktion arbeitet die Firma auch an einer Internet-Präsenz und einem Magazin. Der Plattenvertrieb setzte knapp 100.000 Kopien im Jahr ab und das dazugehörige Resistance Magazine berichtete stets aktuell dazu.

Burdi wurde 1995 zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt, nachdem er 1993 auf einem RaHoWa-Konzert in Ottawa einer anti-rassistischen Aktivistin ins Gesicht getreten hatte. 1997 durchsuchte die Polizei sein Zuhause sowie die Geschäftsräume von Resistance Records.[3] In der Folge stieg er aus der rechtsextremen Bewegung aus. 1999 erklärte er vor dem Gerichtshof in Windsor, er bereue seine früheren Aktivitäten. Er wurde zu einem Jahr Gefängnisstrafe und zwei Jahren „Gemeindearrest“ verurteilt, während derer er sich nicht an rassistischen Aktivitäten beteiligen oder Kontakt zu Resistance Records oder den anderen Mitgliedern von Rahowa haben durfte.[1] 2001 verkaufte Burdi Resistance Records an William Luther Pierce von der National Alliance für 250.000 US-Dollar. Sein Ausstieg wurde von amerikanischen Neonazis als Verrat eingestuft, die Band People Haters etwa veröffentlichte ein Schmählied mit dem Titel Dirty Burdi. Negativ stieß seinen früheren Gefährten auch auf, dass Burdis neue Freundin nicht-europäischer Abstammung war.

Anschließend war er Mitglied der Band Novacosm, deren Produzent Afroamerikaner und deren Gitarrist jüdisch war.[3] Das letzte mit dieser Band veröffentlichte Lied war eine Neuvertonung des RaHoWa-Liedes Ode To A Dying People mit weitgehend unverändertem Text. Danach wurde es still um Burdi.

2017 kam eine neue RaHoWa-Veröffentlichung namens Ueberfolk auf den Markt, bei der altes, nicht mehr verwendetes Material neu aufgenommen wurde. Auf Burdis offizieller Netzpräsenz finden sich Demo-Neuvertonungen dieser Lieder im Folk-Stil, die unter dem Bandnamen Uberfolk eingestellt wurden. Darunter befindet sich mit Waiting For The Fall auch ein Cover der amerikanischen Folk-Band Changes.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b John Murdoch: Bye-Bye Burdi. In: Resistance. Nr. 12, 2000, S. 12 f. (englisch).
  2. a b c Quex: Interview mit George Burdi. AryanMusic, 23. Juli 2006, abgerufen am 6. September 2010.
  3. a b Novacosm > Biography. Archiviert vom Original am 3. Oktober 2010; abgerufen am 6. September 2010 (englisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.novacosm.com