Gerhard Klampäckel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Gerhard Klampäckel (* 15. September 1919 in Vaitele, Samoa; † 7. März 1998 in Chemnitz) war ein deutscher Maler, Grafiker und Plastiker; in den 1960er und 1970er Jahren entstand auch eine Vielzahl von künstlerischen Arbeiten im öffentlichen Raum vor allem in Chemnitz (damals Karl-Marx-Stadt) – seit Beginn der 1950er Jahre Wohn- und Lebensort des auch als Schriftsteller tätigen Künstlers.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerhard Klampäckel kam im Städtchen Vaitele der ehemals deutschen Kolonie Samoa zur Welt, wohin seine Eltern vor dem Ersten Weltkrieg ausgewandert waren; zur Familie gehörte der 1916 ebenfalls auf Samoa geborene Bruder Rudolf[1].

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges (Samoa wurde Britisch) kehrte die Familie in das heimatliche sächsische Glauchau zurück, wo Gerhard Klampäckel zusammen mit seinem älteren Bruder Rudolf aufwuchs. Der Schulzeit folgte eine Ausbildung zum Reklamemaler und nebenbei Zeichenunterricht. Nach der Gesellenprüfung folgten Jahre der Wanderschaft. Er arbeitete in Leipzig und Hamburg, war Briefträger im Wiener Judenviertel und lernte parallel dazu Aktzeichnen an der Abendschule der Wiener Kunstakademie.

Ab 1940 war Gerhard Klampäckel Soldat im Zweiten Weltkrieg und geriet 1945 in Italien in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Hier beschäftigte er sich auch mit Zeichnen und Malen. 1947 kehrte er nach Glauchau zurück, wo er als Reklamemaler und Porträtzeichner arbeitete. 1948 nahm er erstmals an einer Ausstellung teil (Mittelsächsische Ausstellung Mittweida).

Von 1949 bis 1953 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Lea Grundig und Max Schwimmer. Nach dem Diplom war er kurze Zeit Kulturreferent im Rat des Bezirkes Karl-Marx-Stadt. Seit 1955 betätigte er sich dort als freischaffender Künstler. Er erhielt öffentliche Aufträge u. a. für Wandbilder, plastische Gestaltungen in Betrieben, für Kunst im öffentlichen Raum, beteiligte sich an Grafik-Mappen und schrieb Gedichte und andere Texte.

Klampäckel arbeitete seit den 80er Jahren als Professor an der von seinem polnischen Malerfreund Leob Jonczyk und dessen Frau Jola begründeten Academia Polonia Artium in München.

Nach dem Fall der Mauer reiste er mehrmals in die Karibik, auf die Kanarischen Inseln und nach Griechenland sowie einmal auch nach Paris. Es entstand ein umfangreiches und vielfältiges Werk eines sich auch in neuen Formen, Materialien, Techniken zu beweisen suchenden Künstlers – so nach 1990 zum Beispiel auch eine Reihe von Entwürfen für Brunnengestaltungen, die im öffentlichen Raum der Stadt Chemnitz einen Platz finden sollten. Mitte der 90er begann er mit der Umsetzung von Entwürfen für großformatige Bilder.

Im Sommer 1997 reiste er nach Samoa und besuchte seinen Geburtsort Vaitele. Im Ergebnis dieser Reise entstand der Bilderzyklus "Südseebilder". Weitere schon geplante Reisen nach London und New York sowie nach Kanada zu seinem langjährigen Freund Max und dessen Frau waren Gerhard Klampäckel nicht mehr vergönnt.

Gerhard Klampäckel wurde auf dem Friedhof St. Andreas in Chemnitz-Gablenz bestattet; dort erinnert ein Grabstein des Chemnitzer Bildhauers Armin Forbrig mit einem Wort des Dichters Antoine de Saint-Exupéry an ihn.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literarisches Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerhard Klampäckel hat zahlreiche Gedichte verfasst, die jedoch nicht in Buchform veröffentlicht worden sind. Einige von ihnen wurden in Katalogen und auf Faltblättern zu Ausstellungen abgedruckt und sind heute auf der Website des Autors nachzulesen. Er hat seine Gedanken „über Gott und die Welt“, seine große Liebe zum Leben und seinen Zorn über das Eingeschlossensein bis 1989, seine Phantasien von der wunderbaren Welt und sein politisches Ausgeliefertsein auch in Prosatexten niedergeschrieben.

In seinem Nachlass finden sich zahlreiche in den Jahren 1980/81 sowie 1986 bis 1998 verfasste illustrierte Briefe an seine dritte Frau Maria und ihren Sohn Till, mit denen Gerhard Klampäckel seit 1986 zusammen lebte.

Künstlerisches Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Teil des künstlerischen Werkes von Gerhard Klampäckel befindet sich in Privathand und in Familienbesitz. Eine umfangreiche Sammlung bedeutender Arbeiten von Gerhard Klampäckel besitzt die Familie Peter Wilhelm Patt in Chemnitz.

Ausgewählte Werke sind in Museen, wie der Neuen Sächsischen Galerie Chemnitz, den Kunstsammlungen Chemnitz, dem Sächsischen Industriemuseum, Chemnitz und dem Kunstfonds des Freistaates Sachsen vertreten.

Zu sehen sind Arbeiten von Gerhard Klampäckel zum Teil noch im öffentlichen Raum, wie die sorgfältig restaurierte „Windrose“ im Rosenhof in Chemnitz, oder die Gipsintarsien in der Bar der Stadthalle Oelsnitz/Erzgeb. Andere gehören als vom Künstler verfügte Schenkungen zum Besitz öffentlicher Einrichtungen und Unternehmen wie im Klinikum Bethanien Chemnitz, in der Firma Börner im Gewerbepark Werner-Seelenbinder-Straße sowie in der Industrie- und Handelskammer Südwestsachsen (Haus Straße der Nationen 25).

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1971 Zakopane
  • 1974 Karl-Marx-Stadt
  • 1977 Leipzig und Berlin
  • 1978 Berlin, Galerie Schweinebraden
  • 1979 Meerane
  • 1980 Karl-Marx-Stadt und Dresden
  • 1981 Berlin, Galerie Arkade
  • 1985 Karl-Marx-Stadt, Galerie oben
  • 1987 Düsseldorf
  • 1996 Chemnitz
  • 1999 Chemnitz, Galerie im Schauspielhaus
  • 2004 Chemnitz, Galerie Weise
  • 2019 Chemnitz, Galerie Weise

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1948: Mittelsächsische Ausstellung Mittweida
  • seit 1949: Mittelsächsische Kunstausstellung im Museum am Theaterplatz
  • 1958: Kunstausstellung der DDR
  • 1965: Intergrafik, Berlin
  • 1970: Im Geiste Lenins, Berlin
  • 1973: Petite Confrontation Europeenne, Galerie Edison, Den Haag; Amsterdam
  • 1974, 1979 und 1985: Bezirkskunstausstellung Karl-Marx-Stadt
  • 1984: Retrospektive Karl-Marx-Stadt
  • 1987: Kunstausstellung der DDR
  • 1994: Kunst aus Sachsen, Dresdner Schloß
  • 1999: Aufbruch und Fall der Moderne, Weimar
  • 2001/2002 Das Eigene, Neue Sächsische Galerie, Chemnitz
  • 2009/2015: Beteiligung an Ausstellungen im Schloß Schlettau, Sammlung Erzgebirgischen Landschaftskunst
  • 2009/2013/2017/2018: Beteiligung an Ausstellungen in der Neuen Sächsischen Galerie, Chemnitz
  • 2011: Schloßbergmuseum Chemnitz, 80 Jahre Schloßbergmuseum. Bilder von Kloster und Schloss seit 1750
  • 2018: Galerie Weise, Auswahl Porträtgrafik
  • 2018/2019: Neue Sächsische Galerie, Generation im Schatten
  • 2019: Galerie Weise, Abstraktionen. Transformationen
  • 2019: Galerie denkART, Südsee-Bilder

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klampäckel, Gerhard. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 6, Nachträge H–Z. E. A. Seemann, Leipzig 1962, S. 144.
  • Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 442.
  • Katalog zur Personalausstellung im Pablo-Neruda-Klub, Karl-Marx-Stadt 1980
  • Künstler in Karl-Marx-Stadt, Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1981
  • Katalog zur Personalausstellung in der Galerie Arkade, Berlin 1981
  • Lothar Lang; Malerei und Graphik in der DDR, Verlag Reclam jun., Leipzig 1983
  • Gerhard Klampäckel: ein Künstler aus Chemnitz, Text zur Ausstellung 2004 bei Weise, Galerie und Kunsthandel, Chemnitz
  • Neu in Chemnitz – meine ersten Jahre mit GK, Laudatio zur Ausstellung bei Weise, Galerie und Kunsthandel, September 2004 von Peter Wilhelm Patt, Chemnitz
  • Verschiedene Veröffentlichungen von verschiedenen Autoren in Zeitungen und Zeitschriften (u. a. Rezensionen von Reinhold Lindner, Kulturjournalist in der Tageszeitung Freie Presse; Der Kosmopolit aus der Südsee, Matthias Zwarg zur Erinnerung an den 100. Geburtstag von Gerhard Klampäckel in der Tageszeitung Freie Presse, 14. September 2019)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Addi Jacobi: Gerhard Klampäckel. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Stadtstreicher. März 2008, S. 16, archiviert vom Original am 22. Februar 2014; abgerufen am 1. April 2009.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stadtstreicher.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]