German University in Cairo

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German University in Cairo
Logo
Gründung 2002[1]
Trägerschaft privat
Ort Kairo, Ägypten
Präsident Yasser Higazi[2]
Studierende über 10.000
Website www.guc.edu.eg
GUC

Die German University in Cairo (GUC) (arabisch الجامعة الألمانية بالقاهرة al-gamaʿa al-almāniyya bil-Qāhira) ist eine gemeinnützige Privatuniversität in New Cairo City, Ägypten. Die GUC wurde 2002 nach ägyptischem Recht gegründet und wird vor allem unterstützt durch die Partneruniversitäten Ulm und Stuttgart, den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), das Land Baden-Württemberg sowie das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung.[3]

GUC bietet über 70 Studiengänge mit den Abschlüssen B.Sc., M.Sc. und Ph.D. gemäß Bologna-Prozess. Die Unterrichtssprache ist Englisch, und die Studiengänge sind in Deutschland durch ACQUIN und in Ägypten akkreditiert. Mit deutlich über 10.000 Studierenden ist GUC die größte transnationale Bildungseinrichtung.[4]

Der Campus der GUC im Südosten von Kairo umfasst insgesamt 577.000 m².[5] Dazu gehören neben diversen Sportflächen auch ein Industriepark und ein Solarpark zur Integration von Bildung, Forschung und Anwendung. Die GUC betreibt zusätzlich ein Gästehaus in Ulm sowie einen Campus in Berlin mit dem Ziel, die Mobilität der Studierenden und Forschenden bzw. Lehrenden zu stärken.[6]

Innenansicht von Campus und Wüste

Governance[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die GUC ist gegliedert in folgende Fakultäten: Information Engineering & Technology, Media Engineering & Technology, Engineering & Material Sciences, Management Technology, Pharmacy & Biotechnology, Applied Sciences & Arts, Law and Legal Studies sowie Postgraduate Studies & Scientific Research.[7]

Die Universität ist unabhängig und selbstverwaltet auf der Grundlage ihrer Satzung: dem Board of Trustees obliegt die grundlegende Aufsicht, und davon unabhängig berät das University Council den Universitätspräsidenten bzw. die Vizepräsidenten in akademischen Angelegenheiten. Beide Gremien sind mit Persönlichkeiten aus Deutschland und Ägypten besetzt. Mitglieder des Board of Trustees sind u. a.:[8]

  • Ashraf Mansour (Vorsitz; Gründer der GUC)
  • Hans Wolff (stellvertretender Vorsitz; ehemaliger Rektor der Universität Ulm)
  • Karl Joachim Ebeling (ehemaliger Rektor der Universität Ulm)
  • Ibrahim El-Dimeery (ehemaliger ägyptischer Minister für Verkehr)
  • Peter Frankenberg (ehemaliger Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg)
  • Dieter Fritsch (ehemaliger Rektor der Universität Stuttgart)
  • Julius Georg Luy (deutscher Botschafter in Ägypten)
  • Gamal Nada (Richter, ehemaliger Präsident des ägyptischen Council of State)
  • Arend Oetker (Präsident des Stifterverbands)
  • Wolfram Ressel (Rektor der Universität Stuttgart)
  • Dorothea Rüland (Generalsekretärin, Deutscher Akademischer Austauschdienst)
  • Michael Weber (Rektor der Universität Ulm)
  • Ulrich Zürn (Wirtschaftsprüfer, Ulm)

Außenwahrnehmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich des 15-jährigen Bestehens würdigt der Deutsche Akademische Austauschdienst die GUC als ein „außerordentliches Beispiel“ Transnationaler Bildung und als eine „der größten und renommiertesten Hochschulen in der Region“. Die GUC stehe „für Transnationale Bildung ‚Made in Germany‘, die weltweit erfolgreich einen eigenständigen, partnerschaftlichen Ansatz etabliert hat, von dem beide Seiten profitieren.“[9] Der Informationsdienst Wissenschaft IDW vermeldet: „Die GUC gilt heute über Ägypten hinaus als Modell und als größtes Hochschulprojekt, das mit deutscher Beteiligung realisiert wurde.“[10]

Das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung sieht die GUC vor allem in der Kontinuität deutsch-ägyptischer Bildungskooperation: „Die erste ‚deutsche‘ Privatuniversität im Ausland (formal handelt es sich um eine private Einrichtung nach ägyptischen Recht mit deutschem Namen) ist von großer politischer Bedeutung in der langjährigen und traditionsreichen Bildungskooperation an Spree und Nil, die vor über hundert Jahren mit den deutschen konfessionellen Schulen in Kairo und Alexandria begann.“[11]

In den ersten Jahren des Aufbaus wurde in der Presse auch Kritik an der GUC geäußert. Angeführt wurden z. B. teilweise unzureichende Kenntnisse der Unterrichtssprache Englisch, hohe Durchfallquoten bei Prüfungen sowie der Umgang mit diesen Anlaufschwierigkeiten[12]. In der Zeit des „arabischen Frühlings“ und des Regimewechsels in Ägypten fanden im Umfeld der GUC Proteste statt, seitdem können Studierende auch an der GUC ihre studentischen Vertreter wählen.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: German University in Cairo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.guc.edu.eg/en/about_guc/history.aspx
  2. http://www.guc.edu.eg/en/about_guc/trustees_council_deans/president_cabinet.aspx
  3. German University in Cairo - About GUC. Abgerufen am 19. März 2019.
  4. 15 Jahre GUC: Wo stehen wir, wo wollen wir hin? Die deutsche Perspektive. - DAAD - Deutscher Akademischer Austauschdienst. Abgerufen am 19. März 2019.
  5. German University in Cairo - About GUC. Abgerufen am 19. März 2019.
  6. GUC Berlin. Abgerufen am 19. März 2019.
  7. German University in Cairo - Faculties. Abgerufen am 19. März 2019.
  8. German University in Cairo - President's Cabinet. Abgerufen am 19. März 2019.
  9. 15 Jahre Deutsche Universität in Kairo - DAAD - Deutscher Akademischer Austauschdienst. Abgerufen am 19. März 2019.
  10. 15 Jahre German University in Cairo. Abgerufen am 19. März 2019.
  11. BMBF-Internetredaktion: Ägypten - BMBF. Abgerufen am 19. März 2019.
  12. Frederik Richter: Die Studenten tun mir leid. In: Die Zeit. 20. Oktober 2005, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 19. März 2019]).
  13. Unterstützung der German University in Cairo durch die Bundesregierung. Deutscher Bundestag, Drucksache 17/6746, 3. August 2011 http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/067/1706746.pdf

Koordinaten: 29° 59′ 16,8″ N, 31° 26′ 31,2″ O