Geviertstrich

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Der Geviertstrich (—) ist in der Typografie ein waagerechter Strich, der ein Geviert lang ist. Er wird verwendet als Spiegelstrich und in Tabellen sowie als Gedankenstrich in verschiedenen Sprachen wie dem Englischen und dem Spanischen. Andere waagerechte Striche sind das Minuszeichen, der Viertelgeviertstrich, der Halbgeviertstrich und der Doppelgeviertstrich sowie das Bindestrich-Minus.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der sehr lange Geviertstrich wird oft als störend empfunden, da seine Verwendung durch die Länge des Striches recht große Löcher in einen Text reißt. Er wird im Deutschen kaum verwendet.

Als Spiegelstrich dient er dazu, einzelne Elemente einer Aufzählung voneinander zu trennen. Manchmal wird er bei glatten Währungsbeträgen hinter dem Dezimalkomma gesetzt (25,— €), da in den meisten Schriftarten eine Null – bei speziellen Schriften für Tabellensatz alle Ziffern – (etwa) ein Halbgeviert breit ist. Typografisch korrekt wäre hier aber für den Laufsatz die Verwendung des Halbgeviertstriches. In Tabellen mit Preisangaben ist der Geviertstrich jedoch durchaus erlaubt, um zwei Nullen zu ersetzen; darüber hinaus wird er aber auch fälschlich als Währungsangabe verstanden (früher DM, jetzt Euro) und ist daher auch bei nicht glatten Preisangaben z. B. auf Preisschildern von Supermärkten zu finden (Beispiel: 4,29,—). Der Geviertstrich kann auch zur Kennzeichnung von Feldern ohne Eintrag in einer Tabelle oder einem Formular dienen. Außerdem wird er in Listen häufig zur Einsparung sich wiederholender Wörter, also als Unterführungszeichen verwendet.

Gedankenstrich im Englischen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im traditionellen englischen Schriftsatz wird der Geviertstrich auch als Gedankenstrich benutzt, allerdings ohne umschließende Leerzeichen oder lediglich von „hair spaces“ umschlossen, um die resultierende Lücke im Text klein zu halten (the fire drill—it was chaos). Allerdings ist diese Tradition im modernen englischen Schriftsatz nicht unbestritten; stattdessen wird heute auch der Halbgeviertstrich mit umschließenden Leerzeichen benutzt, wie es etwa im deutschen Schriftsatz gemacht wird (Was hast du gesagt – er will erst morgen kommen?).

Darstellung auf Computersystemen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Geviertstrich ist im Unicodeblock Allgemeine Interpunktion an Position U+2014 (821210) enthalten und im Zeichensatz Windows-1252 an Position 151 (9716). Er kann in verschiedenen Systemen durch Tastenkombinationen oder Codes eingegeben werden:

System1 Geviertstrich (—)
Deutsche Standard-Tastaturbelegung T2 Alt Gr+4
Windows CP850 (TUI)
CP1252 (GUI) Alt+01512
Mac OS X +Shift+-
Linux (mit neueren Versionen von X11) Alt Gr+Shift+- oder

Compose, -, -, -

Neo Shift+Taste-rechts-neben-der-Null
OpenOffice.org-Varianten4  
Microsoft Word4 Tastenkombination Strg+Alt+- (Ziffernblock)
Unicodeeingabe 2, 0, 1, 4, Alt+C1
Vim Digraph3
Unicodeeingabe Strg+V, U, 2, 0, 1, 4
TeX/LaTeX --- oder
\textemdash (nur LaTeX)
HTML-Entität —
XML/HTML dezimal —
hexadezimal —
Unicode U+2014
1 Viele Systeme bieten darüber hinaus auch spezifische Möglichkeiten, ein Unicodezeichen direkt einzugeben.
2 Zahleneingabe über den Ziffernblock. Alt-Taste währenddessen permanent gedrückt halten.
3 An RFC 1354 orientierte Digraph-Unterstützung im Einfügemodus gemäß Dokumentation.
4 Bei aktivierter AutoKorrektur-Option lässt sich das Zeichen auch mit zwei aufeinanderfolgenden Bindestrichen (--) erzeugen, die nicht von Leerzeichen umschlossen sind.[1][2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. OpenOffice.org Wiki – Textstriche
  2. Automatisches Formatieren von Bindestrichen als Gedankenstriche und Geviertstriche