Gheorghe Avramescu

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Gheorghe Avramescu (1931–1935)
Denkmal für Gheorghe Avramescu in Cluj-Napoca

Gheorghe Avramescu (* 26. Januar 1888 in Botoșani; † 3. März 1945) war ein rumänischer Offizier, zuletzt Generalleutnant und Armeeführer im Zweiten Weltkrieg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 1935 erhielt er das Kommando über die 12. Infanterie-Brigade. im folgenden Jahr 1936 stieg er zum Brigadegeneral auf und übernahm im November 1937 die Führung der 10. Infanterie-Brigade. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er im September 1939 zum Kommandeur der 10. Infanterie-Division ernannt, am 8. Juni 1940 stieg er zum Generalmajor auf. Nach Beginn des Unternehmens Barbarossa nahm Rumänien an der Seite der deutschen Wehrmacht am Angriff gegen die Sowjetunion teil. Anfang Juli 1941 begleitete General Avramescu im Verband der 3. Armee (General Dumitrescu) als Kommandierender General des rumänischen Gebirgskorps den Angriff der deutschen 11. Armee in der nördlichen Bukowina. Sein Korps stieß über die Stalinlinie und den Bug in den Raum nördlich der Krim vor und nahm an der Schlacht am Asowschen Meer teil. Nach der Einkreisung der sowjetischen 9. und 18. Armee war der Weg durch die Landenge von Perekop auf die Krim frei. Das Gebirgskorps war in dieser Zeit der 11. Armee unterstellt und wurde völlig zersplittert. Durch Avramescus Intervention bei Antonescu konnte er bei General von Manstein erreichen, sein selbstständiges Kommando wiederzuerlangen. Im Juni 1942 während der Unternehmen Störfang erhielt er für den Angriff auf die Festung Sewastopol einen eigenständigen 17 Kilometer breiten Angriffsabschnitt zugewiesen. Die rumänische 18. Infanterie-Division wurde zum Schutz der linken Flanke des LVI. Armeekorps, die 1. Gebirgs-Division zur Deckung der rechten Flanke des XXX. Armeekorps bestimmt. Für den erfolgreichen Einsatz, der zur Eroberung der Festung führte, wurde Avramescu zum Generalleutnant befördert und am 25. Oktober 1942 mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Die Gebirgskorps blieb infolge als Besatzungstruppe auf der Krim, Teile der Gebirgstruppen kämpfen zur Jahreswende im Abschnitt der deutschen 17. Armee im Kaukasus und im Kuban-Gebiet.

Im Dezember 1943 wurde Avramescu zum Kommandierenden General des rumänischen 3. Korps am Dnjestr. Nach dem Rückzug auf die Moldau übernahm er das 6. Korps. Im August 1944 stand er während der Schlacht zwischen Jassy und Kischinew im Bereich der 4. Armee und vertrat den wegen Urlaub abwesenden Oberbefehlshaber General Racoviță. Nach Beginn der Großoffensive der 2. Ukrainischen Front versuchte er am 20. August vergeblich von Marschall Antonescu die Erlaubnis zum Rückzug auf die leichter zu verteidigende Linie Focșani–Namoloasa–Galatz zu erhalten. General Ilie Steflea, die rechte Hand des Marschalls Antonescu erhielt darauf den Oberbefehl der 4. Armee, Avramescu kehrte zum 6. Korps zurück. In dieser Zeit vollzog Rumänien seinen Frontwechsel und trat auf Seite der Sowjetunion. Am 31. August 1944 übernahm er nach dem Sturz Antonescus abermals die Führung der rumänische 4. Armee und marschierte an der Seite des Marschalls Malinowski in Siebenbürgen ein. Im September 1944 hielten seine Truppen eine deutsch-ungarische Gegenoffensive auf und beteiligten sich am sowjetischen Gegenangriff am Fluss Mures. Im Oktober 1944 begann die sowjetisch-rumänische Offensive in Nordwestsiebenbürgen. Am 26. Oktober 1944 nahmen rumänische Einheiten Carei ein. Der weitere Vormarsch über die Theiß und das Hernad-Tal führte die rumänische 4. Armee an die Grenze der Slowakei. Für seine Verdienste um die Rückeroberung Nordwestsiebenbürgen wurde General Avramescu noch mit dem Orden Michael der Tapfere mit den Schwertern 3. Klasse ausgezeichnet. Noch vor dem Kriegsende wurde Avramescu im März 1945 vom NKWD verhaftet und exekutiert.[1] Seine Ehefrau und Tochter wurden zeitgleich verhaftet.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert Forczyk: Sevastopol 1942 «Von Manstein's triumph», Osprey Publishing 2008, ISBN 978-1-84603-221-9, S. 24, (Online bei Google Book Search).