GIMP

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GIMP

Wilber, das Logo und Maskottchen von GIMPGimp
Gimp 2.10.png
GIMP 2.10
Basisdaten

Entwickler Das GIMP-Team
Erscheinungsjahr 21. November 1995[1]
Aktuelle Version 2.10.28[2]
(18. September 2021)
Aktuelle Vorabversion 2.99.6
(26. April 2021[3])
Betriebssystem Windows, macOS, Linux, AmigaOS
Programmiersprache C[4]
Kategorie Grafiksoftware
Lizenz LGPLv3+ und GPLv3+
deutschsprachig ja
www.gimp.org

GIMP (GNU Image Manipulation Program) ist ein pixelbasiertes Grafikprogramm, das Funktionen zur Bildbearbeitung und zum digitalen Malen von Rastergrafiken beinhaltet. Das Programm ist eine freie Software und kann kostenlos genutzt werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Figur namens Wilber

Die erste öffentliche Testversion von GIMP wurde von Peter Mattis am 21. November 1995 auf der Mailingliste comp.os.linux.development.apps angekündigt.[5] Zusammen mit seinem Kommilitonen Spencer Kimball hatte er das Programm als Studienarbeit entwickelt. Die erste Betaversion wurde für Linux (1.2.13), Solaris (2.4), HP-UX (9.05) und IRIX bereitgestellt. Die erste offizielle Version 0.54 erschien im Januar 1996. Die Version 1.0 wurde am 5. Juni 1998 veröffentlicht.[6]

Bereits zu diesem Zeitpunkt war GIMP ein umfangreiches Programm, das unter anderem mit einem Plug-in-System, beliebigem Rückgängigmachen und Wiederholen, intelligenter Schere, Dithering, Unterstützung von 8, 15, 16 und 24 Bit Farbtiefe pro Bild, Zoom und Verschieben in Echtzeit, simultaner Bearbeitung mehrerer Bilder, Unterstützung der Formate GIF, JPEG, PNG, TIFF und XPM sowie vielen Auswahl- und Bearbeitungswerkzeugen aufwarten konnte. Das Programm galt jedoch anfänglich als fehlerbehaftet und absturzfreudig. Zudem verwendete es damals noch das proprietäre Motif-Toolkit für die Bedienoberfläche, für welches die nötigen Header-Dateien nicht frei und kostenlos zur Verfügung standen. Deshalb konnte es von vielen Benutzern nur als statisch gelinktes und fertig kompiliertes Programm verwendet werden; selbst an GIMP zu arbeiten und das Ergebnis sofort zu nutzen, war ihnen nur schwer oder gar nicht möglich.

Als Peter Mattis von Motif auf eine freie Lösung umsteigen wollte, entwickelte er sein eigenes Toolkit GTK+, das inzwischen als offenes Projekt ein Eigenleben führt und beispielsweise in der Desktop-Umgebung Gnome verwendet wird. Damit konnte GIMP völlig ohne Motif-Aufrufe umgesetzt werden, und es war relativ einfach, das Programm auf andere Systeme zu portieren.

GIMP erlangte vor allem unter Linux eine große Verbreitung und etablierte sich dort im Laufe der Zeit als Marktführer für digitale Bildbearbeitung. Das Programm ist Bestandteil vieler Linux-Distributionen, die nicht konsequent auf GTK basierende Programme verzichten. Allerdings wurde auf dem Ubuntu Developer Summit nach der Veröffentlichung von Ubuntu 9.10 beschlossen, in Ubuntu 10.04 GIMP nicht mehr vorzuinstallieren, da es „zu kompliziert“ sei, es zu viel Platz auf der Installations-CD benötige und bereits F-Spot mitgeliefert werde. Außerdem könne man es weiterhin über die Software-Repository nachladen.[7]

Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Version Erscheinungsdatum Anmerkungen
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: n.n. 21. Nov. 1995 Erste veröffentlichte Testversion
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.54 Jan. 1996 Plug-In, Undo, Farbkanäle, u. a. (Vorbild Photoshop 3)[8]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 1.0 5. Juni 1998 Neue Programmierschnittstelle mit der Skriptsprache Skript-Fu, GIMP-eigenes Dateiformat XCF. Neue Speicherverwaltung, mit der das Laden großer Bilddateien kein Problem mehr ist.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 1.2 25. Dez. 2000 Fehlerbereinigungen, Überarbeitung der grafischen Oberfläche
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.0 24. März 2004 Erstmals einfaches CMYK, SVG-Import und -Export, rudimentäre Druckvorstufe, bessere Pfad- und Text-Werkzeuge, weitere Änderungen an der grafischen Oberfläche[9]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.2 19. Dez. 2004 Vorschaufunktion für zahlreiche Werkzeuge, Anpassung der grafischen Oberfläche an die GNOME Human Interface Guidelines, Vorschaufunktion,
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.4 24. Okt. 2007 Grafische Oberfläche überarbeitet, verbesserte Werkzeuge zur Freistellung, Skalierung und Text an Pfaden; einzelnes, unabhängiges Rückgängig-Machen länger zurückliegender Bearbeitungsschritte, Nutzung von ICC-Profilen, Skalierung mit Lanczos-Filters
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.6 1. Okt. 2008 Umstieg auf neue Grafikbibliothek Generic Graphics Library (GEGL) begonnen
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.8 3. Mai 2012 Optionaler Ein-Fenster-Modus, Ebenengruppen, Texteingabe direkt auf der Leinwand, Speichern und Exportieren überarbeitet, Layercomposing mit GEGL[10]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.8.22 11. Mai 2017 Bugfix, zusätzliche Hilfedatei in deutsch 2.8.2
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.9 27. Nov. 2015 Als unstabil gekennzeichnete Vorabversion für 2.10. Größere Farbtiefen pro Farbkanal (HDR: max. 16bit, Gleitkomma 32bit), simple OpenEXR-Integration, mehr Direkt-Vorschau-Filter, experimentelle Integration von Hardware-Beschleunigung via OpenCL, GEGL-Ziel 100 %[11][12][13]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.9.8 12. Dez. 2017 Neue Features und Bugfix mit öffentlichen 2.9.2, 2.9.4, 2.9.6 und 2.9.8[14][15] mit xcf-Dateigröße über 4 GB,[16] Gradienten, Clips, Importe,[17] nächste Version 2.10.0
Ältere Version; noch unterstützt: 2.10.0[18] 27. Apr. 2018 Neue Funktionen der Version 2.9 weiter ausgebaut, verbesserte und vereinfachte Bildtransformationen, stark ausgebaute Skalierungsmethoden, GEGL komplett, Geschwindigkeitsverbesserungen durch Multicore-Nutzung und Hardware-Beschleunigung über OpenCL (so viele wie möglich der bestehenden Filter werden portiert), weitere Detailverbesserungen.[19][20]
Aktuelle Version: 2.10.24 29. März 2021[21][22] Einige „Blockerbugs“ waren in Version 2.10.0 noch vorhanden und wurden in 2.10.2 gelöst;[23] auf Windows-System-Minimum: Windows 7 und höher. Ab 2.10.4 Beta für MacOS verfügbar.[24] In 2.10.6 wurde vertikaler Text eingeführt.[25] In 2.10.8 war vor allem die Behebung von Fehlern und Optimierung Update-Inhalt.[26] Neben der Behebung von vielen Fehlern und Limitierungen wurden einige neue Features in 2.10.10, 2.10.12 und 2.10.14 realisiert. Viele Filter wurden an GEGL angepasst.[27][28][29] Version 2.10.16 wurde aufgrund eines kritischen Fehlers zurückgezogen und nicht offiziell veröffentlicht, stattdessen folgte 2.10.18 mit deutlich überarbeiter Benutzeroberfläche, verbesserten Werkzeugen, Optimierungen und Fehlerkorrekturen.[30] Version 2.10.20 hat im PSD-Support mit 16-bit-Export und PDF-Plugin mit Mehr-Seiten-Support bedeutende Verbesserungen.[31] Version 2.10.22 hat verbesserte HEIF-, neue Avif- und verbesserte psp-Unterstützung.[32] Version 2.10.24: Geotiff Metadata support, „negative Darkroom“ für Negative
Vorabversion: 2.99.6 8. Mai 2021 Umstieg von GTK2- zum GTK3-Toolkit, voller Support für HiDPI-Displays, neues Plugin-API, verbesserte Unterstützung von Grafik-Tablets, vereinfachtes Theming, Multi-Layer-Support, 2.99.4: bugfix und Doku für Plugins, 2.99.6: bugfix, geänderte API für Filter [33][34][35] Wegen einigen Blocker-bugs steht noch kein Releasekandidat für die Version 3.0 zur Verfügung.[36]
Legende:
Ältere Version; nicht mehr unterstützt
Ältere Version; noch unterstützt
Aktuelle Version
Aktuelle Vorabversion
Zukünftige Version

Umstellung auf GEGL[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der am 1. Oktober 2008 erschienenen Version 2.6 wurde der Umstieg vom bisherigen Grafik-Kernel auf die neue unabhängige Bibliothek GEGL (Generic Graphics Library) begonnen. Zum Freigabetermin waren noch nicht alle Funktionen portiert, so dass die erhoffte Unterstützung höherer Farbtiefen fehlte. Diese folgte in Version 2.10, welche vollständig auf GEGL aufbaut. GEGL arbeitet nicht-destruktiv und unterstützt weitere Dateiformate, zum Beispiel Rohdatenformate von Digitalkameras.[37] Die Auslagerung der Bildbearbeitung in eine eigene Bibliothek ermöglicht die Nutzung der Funktionen in anderen Programmen – entsprechend gibt es bereits Anbindungen für C#,[38] Ruby[39] und Python.[40] (Gegl-Sharp, GEGL-Vala, Pygegl obsolet seit April 2012)

Die aufwendige Migration auf GEGL – überwiegend durch nur eine Person umgesetzt – blockierte über viele Jahre die Entwicklung und war der Hauptgrund für die langen Entwicklungsdauern von Version 2.8 auf 2.10 (6 Jahre).[41][42]

Eng verwandt und ebenfalls Bestandteil von Gimp ist die Bibliothek babel welche zwischen verschiedenen Pixelformaten, Farbtiefen, Farbmodellen, Farbräumen, Speicherformaten etc. konvertiert.[43]

Benutzeroberfläche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Benutzeroberfläche wurde wiederholt verändert. So wurde mit Version 2.6 ein permanentes Bildfenster implementiert, was vor allem den Anwendern mit weniger ausgefeilten Fenstermanagern zugutekommen sollte. Ab Version 2.8 gibt es einen optionalen Ein-Fenster-Modus. Die klassische, besonders bei Mehrmonitorbetrieb bewährte, aber auch oft kritisierte, Mehrfenstervariante bleibt als Standard erhalten.[44]

GIMP speichert ab Version 2.8 standardmäßig nur noch in das eigene XCF-Format, für das speichern in anderen Formaten existiert seitdem eine Export-Funktion. Diese Änderung sorgte für große Diskussionen.

Entwicklungsmodell und zukünftige Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Gimp haben stabile Versionen immer eine gerade Versionsnummer, ungerade Versionsnummern sind Vorabversionen der folgenden Version. So war Gimp 2.9 die Entwicklungsversion für die aktuelle stabile Version GIMP 2.10. Bis Version 2.10 wurden in den Versionsupdates mit Änderungen in der dritten Versionsnummer (Sogenannte „Dot-Releases“, beispielsweise 2.9.2) nur Fehler korrigiert (semantic versioning) Mit der Version 2.10 änderte das Team die Versionierungsstrategie, nun werden auch kleinere, neue Funktionen, in die alle paar Monate erscheinenden, dot-Releases eingebaut. Damit sollen neue Funktionen schneller beim Anwender ankommen und Gimp für freiwillige Entwickler attraktiver werden.[42]

Durch diese Änderung wird Gimp als GTK3-Port entwickelt, da die Version 2 von GTK nicht mehr weiterentwickelt wird. Zurzeit ist GTK 3.24 minimale Voraussetzung für die Linux- bzw. Unix-Varianten von Gimp 3.0. Die Windows- und auch Mac-Versionen werden auch von den neuen Möglichkeiten wie repariertem Wacom-Tablet-Support in GTK3 profitieren. Das Pluginsystem von Gimp wird darüber hinaus von Python 2 auf Python 3 umgestellt, nachdem Python 2 seit 2020 keine Updates mehr erhält. Plugins sollen daneben auch in Lua und JavaScript geschrieben werden können.[45] Die „Gimp Registry“ – eine Seite auf welcher Erweiterungen für Gimp zu finden war, musste vom Netz genommen werden, da ihre Software veraltet war und Sicherheitsprobleme hatte und sich kein Freiwilliger fand, der sie auf eine neue Software migrierte. Stattdessen soll Gimp zukünftig einen eingebauten Plugin-Browser erhalten. Vorbild dafür ist der Plugin-Manager aus Mozilla Firefox.[46]

Die Hauptentwickler von Gimp sind derzeit (Stand 2020) Michael Natterer, Jehan Pagès und Ell, Michael Natterer ist Maintainer,[47] Hauptentwickler der zentralen Grafikbibliothek ist Øyvind Kolås.[48][42] Während Gimp als Projekt zurzeit keine Gelder verwaltet und deshalb keine Spenden sammelt, ruft es zu Spenden für die Hauptentwickler Jehan Pagès und Øyvind Kolås, sowie für das Gnome-Projekt auf.[49]

Gimp 3.2 soll dann nicht destruktives Editieren voll unterstützen und damit anspruchsvolles Undo und Redo beherrschen.[50]

Der Status der Entwicklung kann in Gitlab eingesehen werden, inklusive offener Fehler, Fehlerbehebungen und Verbesserungen.[51]

Funktionsumfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bearbeitungsfunktionen sind über Werkzeugleisten, Menüs und dauerhaft eingeblendete Paletten (in GIMP „Dialog“ genannt) zu erreichen. Diese enthalten sogenannte Filter für grafische Effekte, zudem Pinsel sowie Umwandlungs-, Auswahl-, Ebenen- und Maskierungsfunktionen. Zum Standardumfang gehören eine Reihe von Pinseln, zudem sind alle bezüglich Kantenschärfe und Deckung einstellbar. Weitere können als Plugin installiert oder selbst erstellt werden, auch Photoshop-Pinsel können genutzt werden.[52] Der Standardumfang von GIMP kann mit Erweiterungen und weiteren Pinseln von Drittanbietern erweitert werden. Weiterhin hat Gimp eine druckempfindliche Sprühdose (für Grafiktabletts). GIMP unterstützt mehr als dreißig Dateiformate.[53]

Ab Version 2.10 werden mehrere Prozessorkerne (zurzeit max. 64 Threads) unterstützt.[54] Außerdem wird auch die GPU für die Berechnungen herangezogen, dafür haben die Entwickler OpenCL integriert, auf die GEGL zugreifen kann. Die Wirkung von Filtern wird ab Version 2.10 nicht mehr in einem kleinen Vorschaubild im Filterfenster gezeigt, sondern ist live im Hauptfenster zu sehen.[55]

Farbunterstützung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palette (in GIMP „Dialog“ genannt) für Muster

GIMP hat Farbpaletten für RGB, HSV, CMYK, ein Farbrad sowie Funktionen, um Farben aus einem Bild zu entnehmen (Pipette). Auch wenn das Programm eine CMYK-Palette anbietet, arbeitet es immer in RGB mit einer Farbtiefe bis 32 Bit (Ganzzahl oder Gleitkomma). Intern arbeiten alle auf GEGEL portierte Funktionen mit 32 Bit Gleitkommazahlen. Durch die Umstellung auf GEGL sind mit CMYK und Lab die Unterstützung weiterer Farbräume geplant.

Auswahl- und Maskierungsfunktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palette (in GIMP „Dialog“ genannt) für Ebenen, Farbkanäle, Pfade und „Rückgängig“

GIMP besitzt Auswahlfunktionen für rechteckige, runde und freiförmige Bereiche sowie nach Farbe und nach starken Farbkanten. Daneben kennt das Programm Ebenen, die sich ausblenden oder in der Deckung verändern lassen. Auch eine direkte Beeinflussung der einzelnen Farbkanäle ist möglich.

Automatisierte Bildbearbeitung durch Skripte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahezu alle Vorgänge in GIMP können durch sogenannte GIMP-Skripte automatisiert werden. Diese Art von Programmen kann durch den eingebauten Scheme-Interpreter (Skript-Fu) sowie über eine externe Anbindung von Perl, Python oder Tcl verarbeitet werden. Die Unterstützung von in Ruby geschriebenen GIMP-Skripten befindet sich noch in einem experimentellen Stadium. Makros können daher mit den oben genannten Programmiersprachen erstellt werden, entsprechende Schnittstellen bzw. Bindings sind vorhanden. Auf diese Weise erstellte Skripte und Plug-ins für GIMP können interaktiv sowie im Batch-Modus ausgeführt werden, das heißt ohne Interaktion eines Benutzers. Wiederkehrende (auch komplexe) Bildbearbeitungsvorgänge können so automatisiert werden. Grafiken für eine Webseite können beispielsweise direkt über CGI-Skripte erzeugt werden, man kann bei einer großen Anzahl an Bilddateien eine Farbkorrektur vornehmen oder das Grafikformat ändern. Hinweise zur Verwendung solcher Skripte finden sich im GIMP-Wikibook.

GimpML[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

GimpML ist ein Plugin für Filter mit Maschinellem Lernen für GIMP 2.10. Bei Nvidia-Grafikkarten wird die Technologie CUDA genutzt.[56] Dazu steht auch eine Entwicklungsversion für GIMP 2.99.6 zur Verfügung.

Eingestellte Derivate und Modifikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um den Umstieg für Benutzer von Adobe Photoshop zu erleichtern, gab es die inzwischen eingestellten Projekte GimpPs[57] und PhotoGIMP.[58] Bei beiden Projekten wurde die Benutzeroberfläche so umgebaut, dass sie Photoshop ähnlicher ist. Außerdem werden einige Shortcuts angeglichen.

CinePaint (eingestellt)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Namen CinePaint (früher Film Gimp) ist ein professioneller Ableger des Programmes entstanden, der sich durch größere Farbtiefen und ein Farbmanagement auszeichnet. Diese Version wird in der Filmindustrie verwendet und hat dort die eingestellte IRIX-Version von Adobe Photoshop ersetzt. Letzte Version ist 1.0-4 aus dem Jahr 2013. Seitdem fand keine signifikante Entwicklung mehr statt.

GIMPshop (eingestellt)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

GIMPshop war eine Modifikation des GIMP, die v. a. in Erscheinungsbild und Bedienung Adobe Photoshop angeglichen war. Der ursprüngliche Entwickler Scott Moschella wollte damit langjährigen Nutzern des kommerziellen Photoshops den Umstieg erleichtern. Die Entwicklung ist seit 2006 und der Version 2.2.11 (auf GIMP 2.2.11 bezogen) ausgesetzt. Zuletzt wurde die Version 2.8 freigegeben (vorerst nur für Windows und macOS). Unter der ursprünglichen Downloadadresse wird mittlerweile Malware verbreitet.[59] Einer der Hauptansatzpunkte von GIMPshop wurde zwischenzeitlich in Form des „Ein-Fenster-Modus“ in die Hauptversion von Gimp übernommen.

GimPhoto (eingestellt)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Tradition von GIMPshop steht GimPhoto,[60] das ebenfalls mit einer Photoshop-ähnlicheren Bedienung aufwartete und über die kleine Anwendung GimPad noch mehr an individuelle Bedürfnisse im Erscheinungsbild angepasst werden konnte. Die letzte Version von GimPhoto 24.1 (Windows und Linux) und 26.1 (macOS) wurden 2014 veröffentlicht.[61]

Glimpse (eingestellt)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glimpse war ein Gimp-Fork, der 2019 – nach einer einmonatigen Diskussion auf GitLab – ins Leben gerufen wurde.[62] Grund dafür war der Name GIMP gewesen; „gimp“ beschreibt im Englischen auch einen Krüppel oder eine Ganzkörper-Latexkleidung, die bei BDSM-Spielen verwendet wird.[63] Die Upstream-Bibliothek von Gimp sollte auch für Glimpse weiterhin genutzt werden, allerdings wollte das Team neben dem Namen auch die Oberfläche ändern.

Am 23. Mai 2021 wurde das Projekt eingestellt, nachdem der Entwickler Bobby Moss, der das Projekt zusammen mit Christopher Davis und Clipsey leitete,[64] seinen Rücktritt bekanntgab.[65]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: GIMP – Sammlung von Bildern und Videos
Wikibooks: GIMP – Lern- und Lehrmaterialien
Wiktionary: GIMP – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. How It All Started....
  2. GIMP 2.10.28 Released. 18. September 2021.
  3. Wilber: Development version: GIMP 2.99.6 Released. The GIMP Team, 8. Mai 2021, abgerufen am 3. Juni 2021.
  4. The gimp Open Source Project on Open Hub: Languages Page. In: Open Hub. (abgerufen am 14. Juli 2018).
  5. ANNOUNCE: The GIMP, 21. November 1995.
  6. heise online: Freie Bildbearbeitung Gimp wird 25 Jahre alt. Abgerufen am 30. September 2021.
  7. Bericht über die Pläne, GIMP ab Ubuntu 10 nicht mehr mitzuliefern auf heise Open.
  8. Andrea Trinkwalder: 20 Jahre GIMP: Mehr als eine Geschichte der Bildbearbeitung. In: Heise online. 21. November 2015. Abgerufen am 21. September 2017.
  9. GIMP in neuer Generation erschienen. In: Pro-Linux. 24. März 2004.
  10. GIMP – GIMP 2.8 Release Notes. Abgerufen am 9. Januar 2020 (englisch).
  11. GIMP 2.9.2 Release Notes. In: gimp.org, Abgerufen am 26. September 2016 (englisch).
  12. Isolde Kommer: Die Zukunft des freien Grafikprogramms Gimp: Endlich 16-Bit und zeitgemäße Filter. In: Heise online. 4. Mai 2016. Abgerufen am 21. September 2017.
  13. GIMP 2.9.4 Released. In: gimp.org, 13. Juli 2016, abgerufen am 26. September 2016 (englisch).
  14. gimp.org
  15. GIMP 2.9.6 Readying New Clipboard, GUI Improvements (englisch) – Phoronix, am 1. November 2016.
  16. Update NEWS for 2.9.6. There is still hope :-P. In: Gitlabprojekt von GIMP. Abgerufen am 10. September 2019 (englisch).
  17. Alexandre Prokoudine: GIMP – GIMP 2.9.8 Released. Abgerufen am 10. September 2019 (englisch).
  18. GIMP – GIMP 2.10 Release Notes. Abgerufen am 10. September 2019 (englisch).
  19. GIMP 2.9/2.10-Vorschau auf die neuen Features. 4. Januar 2013, abgerufen am 10. September 2019.
  20. Roadmap: GIMP 2.10. Entwicklungsziele, im offiziellen Wiki bei gimp.org. Abgerufen am 26. September 2016 (englisch),
  21. gimp.org
  22. Wilber: GIMP – GIMP 2.10.20 Released. Abgerufen am 25. Februar 2020 (englisch).
  23. bugzilla.gnome.org (englisch)
  24. Alexandre Prokoudine: GIMP – GIMP 2.10.4 Released. Abgerufen am 9. Januar 2020 (englisch).
  25. Wilber: GIMP – GIMP 2.10.6 Released. Abgerufen am 9. Januar 2020 (englisch).
  26. Wilber: GIMP – GIMP 2.10.8 Released. Abgerufen am 9. Januar 2020 (englisch).
  27. Wilber: GIMP – GIMP 2.10.10 Released. Abgerufen am 9. Januar 2020 (englisch).
  28. Wilber: GIMP – GIMP 2.10.12 Released. Abgerufen am 9. Januar 2020 (englisch).
  29. Wilber: GIMP – GIMP 2.10.14 Released. Abgerufen am 9. Januar 2020 (englisch).
  30. Wilber: GIMP – GIMP 2.10.18 Released. In: gimp.org. Abgerufen am 25. Februar 2020 (englisch).
  31. gimp.org
  32. gimp.org
  33. Wilber: GIMP – GIMP 2.99.2 Released. Abgerufen am 10. November 2020 (englisch).
  34. gimp.org
  35. https://www.gimp.org/news/2021/05/08/gimp-2-99-6-released/
  36. https://gitlab.gnome.org/GNOME/gimp/-/issues?label_name%5B%5D=Blocker
  37. GEGL-0.2.0. Teil der offiziellen GEGL-Seite, abgerufen am: 23. April 2012 (englisch).
  38. gegl-sharp Teil der offiziellen GEGL-Seite, abgerufen am: 23. April 2012 (englisch)
  39. g'gl-vala. Teil der offiziellen GEGL-Seite, abgerufen am 23. April 2012 (englisch).
  40. pygegl. Teil der offiziellen GEGL-Seite, abgerufen am 23. April 2012 (englisch).
  41. GIMP is 20 Years Old, What’s Next? – Libre Graphics World. In: libregraphicsworld.org. Abgerufen am 9. Januar 2020.
  42. a b c GIMP 2.10 released, what’s up with the new release policy? | Libre Graphics World. Abgerufen am 8. Januar 2020.
  43. babl. In: gegl.org. Abgerufen am 9. Januar 2020.
  44. GIMP 2.8 Release Notes. In: gimp.org.
  45. Wilber: GIMP – GIMP and GEGL in 2019. Abgerufen am 8. Januar 2020 (englisch).
  46. GIMP – Registry. In: gimp.org. Abgerufen am 8. Januar 2020 (englisch).
  47. GIMP Open Source Project on Open Hub: Contributors. Abgerufen am 9. Januar 2020.
  48. GEGL Open Source Project on Open Hub: Contributors. Abgerufen am 9. Januar 2020.
  49. GIMP – Donate. Abgerufen am 9. Januar 2020 (englisch).
  50. Roadmap. In: gimp.org.
  51. Milestones · GNOME / GIMP. Abgerufen am 12. Juni 2021 (englisch).
  52. GIMP Scripts installieren. In: PGEI. Abgerufen am 28. Dezember 2019 (deutsch).
  53. GIMP supported image formats (Memento vom 25. Oktober 2015 im Internet Archive) (englisch) – Übersicht der unterstützten Dateiformate, (ehemals) bei Gimphelp.org gepflegt von 2007 bis 2012.
  54. Golem.de: IT-News für Profis. Abgerufen am 30. September 2021.
  55. GEGL gets mipmaps, 71 new image processing operations. In: Libregraphicsworld. (englisch).
  56. kritiksoman: A.I. for GNU Image Manipulation Program. 30. September 2021, abgerufen am 30. September 2021.
  57. Martin Owens: doctormo/GimpPs. 29. September 2021, abgerufen am 30. September 2021.
  58. Diolinux: 🎨 PhotoGIMP. 29. September 2021, abgerufen am 30. September 2021.
  59. I haven't tried it myself so can't vouch for it but GimpShop (http://www.gimpsho...) | Hacker News. Abgerufen am 30. September 2021.
  60. Webpräsenz von GimPhoto. In: gimphoto.com.
  61. Downloads. In: gimphoto.com. Abgerufen am 9. Januar 2020 (amerikanisches Englisch).
  62. Consider Renaming GIMP To A Less Offensive Name (#3617) · Issues · GNOME / GIMP · GitLab. 5. Juli 2019, abgerufen am 30. August 2019 (englisch).
  63. Substantiv gimp im englischen Wiktionary.
  64. Fabian A. Scherschel: Nach 24 Jahren: GIMP-Fork soll unliebsamen Namen überwinden. In: Heise online. 29. August 2019. Abgerufen am 17. September 2019.
  65. Bobby Moss: A Project On Hiatus. 23. Mai 2021, abgerufen am 4. Juni 2021.