Giovannino Guareschi

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Giovannino Guareschi (1945)

Giovannino Oliviero Giuseppe Guareschi (* 1. Mai 1908 in Fontanelle di Roccabianca, Italien; † 22. Juli 1968 in Cervia) war ein italienischer Journalist, Karikaturist und Schriftsteller. Bekannt wurde er vor allem durch seine Geschichten über Don Camillo und Peppone.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere Jahre lebte Giovannino Guareschi in Le Roncole in der Emilia-Romagna, jener Region, in der auch das Dörfchen Brescello liegt und in dem später jene Filme gedreht wurden, deren literarische Vorlage er geschaffen hatte.

Nachdem seine Eltern in der italienischen Finanzkrise von 1926 in finanzielle Schwierigkeiten geraten waren, begann Guareschi verstärkt für Lokalzeitungen zu schreiben. 1929 wurde er Redakteur des satirischen Corriere Emiliano in Parma. Von 1936 bis 1943 war er Chefredakteur des Bertoldo (einer humoristischen Wochenzeitung) in Mailand. 1941 erschien als seine erste Buchveröffentlichung eine Anthologie seiner Artikel, in denen er seine Erfahrungen in Mailand, seine Heirat und die Geburt seines ersten Kindes verarbeitet hatte (La coperta di Milano). 1942 folgte sein erster und einziger Roman Il destino si chiama Clotilde.

Im Oktober 1942 äußerte sich Guareschi in betrunkenem Zustand öffentlich abfällig über das faschistische Regime. Nach Intervention seines Verlegers wurde er als Reserveoffizier zur Armee eingezogen und in einem Artilleriebataillon in Alessandria stationiert. Er wurde nach dem Waffenstillstand von Cassibile am 9. September 1943 in deutsche Kriegsgefangenschaft genommen und verbrachte zwei Jahre in Kriegsgefangenenlagern in Częstochowa und Beniaminów im besetzten Polen sowie in Wietzendorf und Sandbostel in Deutschland. Seine Erlebnisse schilderte er in Diario clandestino 1943−1945 (1946).

Nach dem Kriegsende gründete Guareschi 1945 in Mailand die satirische Wochenzeitschrift Candido, die er bis 1957 leitete. Im Candido erschienen die ersten Geschichten über Don Camillo und Peppone. Dank seines Verlegers Rizzoli, der 1948 eine Sammlung dieser Geschichten herausbrachte, wurden die bereits in Italien populären Figuren zum Welterfolg.

Giovannino Guareschi mit der Karikatur auf Luigi Einaudi im Candido (1950)

Eine Karikatur brachte Guareschi 1951 in zweiter Instanz eine Gefängnisstrafe von acht Monaten auf Bewährung wegen Beleidigung von Staatspräsident Luigi Einaudi ein. Im Januar 1954 veröffentlichte er zwei faksimilierte Briefe Alcide De Gasperis, bei denen es sich möglicherweise um Fälschungen handelte. Er wurde wieder wegen Beleidigung verurteilt und entschied sich, nicht in Berufung zu gehen. Stattdessen verbüßte er 409 Tage im Gefängnis und stand weitere sechs Monate unter Hausarrest.

Als die ersten Pläne zu einer Verfilmung seiner Figuren an ihn herangetragen wurden, behielt sich Guareschi das Placet bei der Rollenbesetzung seiner Hauptfiguren vor. Fernandel war für ihn schnell die Idealbesetzung des Don Camillo, doch einige der Vorschläge für den Genossen Peppone gefielen ihm anfangs überhaupt nicht. Daher dachte er kurzfristig daran, die Rolle selbst zu übernehmen, befand jedoch später, dass Gino Cervi kaum zu übertreffen gewesen wäre.

Guareschi war bereits 1949 als Drehbuchautor in Erscheinung getreten; auch 1963 war er neben den Don Camillo-Filmen auf diesem Gebiet nochmals tätig. 1963 inszenierte er den zweiten Teil von La Rabbia, einen Dokumentarfilm.

Giovanni Guareschi verbrachte seinen Lebensabend in Cademario[1] und starb am 22. Juli 1968 in Cervia an einem Herzinfarkt. Er wurde auf dem Friedhof San Michele seines Wohnortes Le Roncole beigesetzt.[2]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giovannino Guareschi und Fernandel bei den Dreharbeiten zu Don Camillo und Peppone 1952
  • Don Camillo und Peppone (1948)
  • Enthüllungen eines Familienvaters (1952)
  • Don Camillo und seine Herde (1953)
  • Carlotta und die Liebe, oder Die Schule des Gatten (1953)
  • Bleib in deinem D-Zug (1954)
  • Genosse Don Camillo (1963), ital: Mondo piccolo – il compagno Don Camillo
  • Mein häuslicher Zirkus (1968)
  • Don Camillo und die Rothaarige (postum hrsg. 1969)
  • Candido und seine Freunde (karikaturistisches Bilderbuch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Giovanni Guareschi auf ticinarte.ch
  2. knerger.de: Das Grab von Giovannino Guareschi