Gollermühle

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Koordinaten: 49° 13′ 21″ N, 11° 26′ 42″ O

Gollermühle
Gemeinde Sengenthal
Höhe: 415 m ü. NN
Einwohner: (2012)
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 92369
Vorwahl: 09181
Gollermühle (Bayern)
Gollermühle

Lage von Gollermühle in Bayern

Gollermühle ist Teil der Gemeinde Sengenthal im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gollermühle liegt westlich vor dem Albrand des Oberpfälzer Jura am Wiefelsbach, der das Mühlrad für den einen Mahlgang der Mühle (so 1836)[1] antrieb und nach vier weiteren Mühlen in die Sulz mündet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Zehentbeschreibung von 1670 besagt, dass die Gollermühle, auch als „Gallermühle“ bezeichnet, den Groß- und Kleinzehent dem Kurfürsten gibt; ihre Geschichte davor liegt im Dunkeln.[2]

Am Ende des Alten Reiches, um 1800, gehörte die Gollermühle zur Oberen Hofmark Berngau und unterstand hochgerichtlich dem herzoglich-baierischen Schultheißenamt Neumarkt.[3]

Im neuen Königreich Bayern (1806) wurde zwischen 1810 und 1820 der Steuerdistrikt Forst, dann die gleichnamige Ruralgemeinde gebildet, die aus Forst selber, Braunshof, Rocksdorf und Stadlhof bestand. In diese Gemeinde wurde vor 1867 die Gemeinde Wiefelsbach mit ihren zehn Einöden integriert, nämlich die Birkenmühle, die Braunmühle, der Dietlhof, die Gollermühle, die Kastenmühle, die heute nicht mehr existierende Kindlmühle, die Ölkuchenmühle, die ebenfalls heute nicht mehr existierende Schmidmühle, die Schlierfermühle und die Seitzermühle.[4]

Dem Landgericht (ab 1862 Bezirksamt, ab 1879 Landkreis) Neumarkt zugeordnet, umfasste die Gemeinde Forst unmittelbar vor der Gebietsreform die zwölf Gemeindeteile Forst, Birkenmühle, Braunmühle, Braunshof, Dietlhof, Gollermühle, Greißelbach, Kanalschleuse 31 (1960 unbewohnt), Kanalschleuse 32 (1987 unbewohnt; heute zum Gemeindeteil Gollermühle gehörend und Baudenkmal), Kastenmühle, Schlierferhaide/Schlierfermühle und Stadlhof.[5] Im Zuge der Gebietsreform in Bayern erfolgte am 1. Januar 1972 die Eingliederung der Gemeinde Forst und damit auch der Gollermühle in die Gemeinde Sengenthal im Landkreis Neumarkt i. d. Opf.

Gemäß der Volkszählung vom 1. Dezember 1875 hatte die Gollermühle zu dieser Zeit vier Gebäude, acht Einwohner, an Großvieh drei Pferde und 23 Stück Rindvieh.[6]

Die Mühle gehörte seit alters her zur Berngauer Filiale (ab 1854 Kuratie, ab 1867 Pfarrei) Reichertshofen.[7]

Mehrmals kam es zum Besitzerwechsel; der Mahlbetrieb wurde 1960 aufgegeben. Heute ist dort eine Fisch- und Teichwirtschaft in Betrieb, und die früheren Stallungen werden als Pferdepension genutzt.[8]

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1830: 7 (1 Haus)[9]
  • 1836: 10 („Gallermühle“, 1 Haus)[10]
  • 1867: 10 (3 Gebäude)[11]
  • 1875: 8[12]
  • 1900: 13 (1 Wohngebäude)[13]
  • 1937: 5[14]
  • 1961: 5 (1 Wohngebäude)[15]
  • 1987: 6 (1 Wohngebäude, 2 Wohnungen)[16]
  • 2012: 4[17]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sengenthaler Gemeindeteil Gollermühle ist über eine Stichstraße zu erreichen, die von der Gemeindeverbindungsstraße Reichertshofen – Sengenthal nach Süden abzweigt.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Liste der Baudenkmäler in Sengenthal#Gollermühle

Murnau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordwestlich der Gollermühle erinnert die Flurbezeichnung „Murnau“ auf den 1280 genannten, abgegangenen Ort namens Murnau.[18]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Gmelch, katholischer Geistlicher des Bistums Eichstätt, * 17. April 1851 in der Gollermühle als Sohn des Müllers, 1885 Pfarrer in Buxheim, 1898 in Staufersbuch, 1905 in Haunstetten, † 6. Juni 1924[19]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Heinloth: Historischer Atlas von Bayern. Teil Altbayern, Heft 16: Neumarkt, München: Kommission für Bayrische Landesgeschichte, 1967
  • Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. und II. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1937 und 1938

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Repertorium des topographischen Atlasblattes Neumarkt, 1836, S. 12
  2. Buchner I, S. 102
  3. Heinloth, S. 262
  4. Heinloth, S. 322 f. (dort falsch „Wieselsbach“); Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Spalte 707
  5. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 548 f.
  6. Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, München 1876, Spalte 881
  7. Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. II. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1938, S. 452
  8. Kurt Romstöck (Text) und Alfons Dürr (Zeichnungen): Die Mühlen im Landkreis Neumarkt i. d. Opf., Neumarkt i. d. Opf. 2004, S. 167
  9. Karl Friedrich Hohn: Der Regenkreis des Königreichs Bayern, geographisch und statistisch beschrieben, Stuttgart und Tübingen: Cotta, 1830, S. 138
  10. Popp, Th. D. (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 41
  11. Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Spalte 707
  12. Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Decbr. 1875, Spalte 881
  13. Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern... [nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dez. 1900], Spalte 865
  14. Buchner II, S. 453
  15. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Spalte 548
  16. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München 1991, S. 260
  17. Müllers Großes Deutsches Ortsbuch 2012, Berlin/Boston 2012, S. 448
  18. F[ranz Xaver] Buchner: Abgegangene Orte des Bistums Eichstätt. In: Historischer Verein Neumarkt i. d. Opf. und Umgebung, 12. Jahresbericht 1932 und 1933, S. 79-116, hier S. 98
  19. Schematismus der Geistlichkeit des Bistums Eichstätt für das Jahr 1915, S. 92; dass. für das Jahr 1925, S. 63