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Berngau

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Wappen Deutschlandkarte
Berngau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Berngau hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 15′ N, 11° 24′ OKoordinaten: 49° 15′ N, 11° 24′ O
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neumarkt in der Oberpfalz
Verwaltungs­gemeinschaft: Neumarkt in der Oberpfalz
Höhe: 436 m ü. NHN
Fläche: 27,12 km²
Einwohner: 2654 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 98 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92361
Vorwahlen: 09181, 09188
Kfz-Kennzeichen: NM, PAR
Gemeindeschlüssel: 09 3 73 114
Gemeindegliederung: 8 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ramoldplatz 6
92361 Berngau
Website: www.berngau.de
Erster Bürgermeister: Thomas Meier[2]
Lage der Gemeinde Berngau im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz
KartePilsachVelburgNeumarkt in der OberpfalzSeubersdorf in der OberpfalzSengenthalPyrbaumPostbauer-HengParsbergMühlhausen (Oberpfalz)LupburgLauterhofenHohenfels (Oberpfalz)FreystadtDietfurt an der AltmühlDeiningBreitenbrunn (Oberpfalz)BerngauBerg bei Neumarkt in der OberpfalzBerchingNürnbergNürnbergLandkreis Nürnberger LandLandkreis RothLandkreis SchwandorfLandkreis RegensburgLandkreis Amberg-SulzbachLandkreis KelheimLandkreis Eichstätt
Karte
Ortsansicht von Berngau
Ortskern (2024)
Rathaus in Berngau

Berngau ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindekanzlei. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Neumarkt in der Oberpfalz.

Der Hauptort befindet sich knapp 5,5 km südwestlich des Neumarkter Stadtzentrums. Die Staatsstraße 2238 von Freystadt nach Neumarkt durchquert das Gemeindegebiet von West nach Ost. Nordwestlich von Berngau liegt die Quelle der Sulz.[3]

Gemeindegliederung

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Es gibt acht Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[4][5]

Es gibt die Gemarkungen Berngau, Mittelricht, Röckersbühl und Woffenbach.

Bis zur Gemeindegründung

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Berngau wurde 1142 zum ersten Mal im Gründungsbuch des Collegiat-Stiftes St. Jacob zu Bamberg urkundlich erwähnt. Dort wird u. a. eine "Hiltegunt de Berengoe" genannt.[6] Der Ort war seit dem 12. Jahrhundert Mittelpunkt eines Reichsguts. Ein Kurpfälzisches Urbar des Jahres 1280 weist nach, dass sich Berngau ab dieser Zeit im Besitz des Adelsgeschlechts der Wittelsbacher befand. Ab ca. 1315 bis in das 17. Jahrhundert war Berngau eine Kurfürstliche Hofmark.[7]

Berngau gehörte zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Neumarkt im Kurfürstentum Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Ruralgemeinde Berngau.

Eingemeindungen

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Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Röckersbühl mit Teilen der am 1. April 1933 aufgelösten Gemeinde Mittelricht eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kam Tyrolsberg aus der aufgelösten Gemeinde Woffenbach hinzu, die bis zum 4. Januar 1950 den Namen Tyrolsberg trug.[8]

Einwohnerentwicklung

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Berichtsjahr Hauptort Berngau Gemeinde Berngau
1871 686 725
1925 728 770
1950 865 908
1970 869 1.424
1987 1.090 k. A.
2011 k. A. 2.472
Quelle: [9]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1714 auf 2613 um 899 Einwohner bzw. um 52,5 %.

Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder. Er setzt sich seit der Kommunalwahl am 15. März 2020 wie folgt zusammen:

Seit 1. Mai 2020 ist Thomas Meier (CSU/Bürgerliste Berngau) der 1. Bürgermeister; dieser wurde am 15. März 2020 mit 61,7 % der gültigen Stimmen gewählt. Sein Vorgänger war von Mai 2008 bis April 2020 Wolfgang Wild (ebenfalls CSU/Bürgerliste Berngau).

Wappen von Berngau
Wappen von Berngau
Blasonierung: „Unter schwarzem Schildhaupt, darin ein von Rot und Silber in zwei Reihen geschachter Schrägbalken, in Gold wachsender schwarzer Adler.“[10]
Wappenbegründung: Der wachsende Adler erinnert daran, dass Berngau seit dem 12. Jahrhundert Mittelpunkt eines Reichsgutkomplexes und bis in das 17. Jahrhundert eine sog. kaiserliche Hofmark war, die sich seit spätestens 1280 im Besitz der Wittelsbacher befand. Ludwig der Bayer übertrug 1315 das Patronatsrecht über die Pfarrkirche an das Zisterzienserkloster Waldsassen; auf diese enge Verbindung verweist der geschachte Schrägbalken, das Wappenabzeichen der Zisterzienser, im Schildhaupt.

Aktionsbündnis Oberpfalz-Mittelfranken (ILE AOM)

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Die Gemeinde Berngau ist Teil des vom Freistaat Bayern geförderten Aktionsbündnisses Oberpfalz-Mittelfranken. Zu diesem gehören auch der Markt Allersberg, die Stadt Berching, die Stadt Freystadt, die Gemeinde Mühlhausen, die Märkte Postbauer-Heng und Pyrbaum sowie die Gemeinde Sengenthal. Mit diesem Zusammenschluss können Aufgaben wie Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, Digitalisierung, Stärkung der regionalen Wirtschaftskreisläufe u. v. m. effizienter und zielgerichteter bewältigt werden. Staatlicherseits erfolgt hierbei auch eine Förderung von Einzelmaßnahmen durch das Amt für Ländliche Entwicklung.[11]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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Kirchliche Einrichtungen

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Pfarrkirche St. Peter und Paul in Berngau (2024)
  • Pfarrkirche St. Peter und Paul mit dem 56 m hohen Kirchturm
  • Kleine Wallfahrtskapelle in Wolfsricht, die dem Bruder Klaus geweiht ist
  • Filialkirche St. Leonhard in Mittelricht
  • Filialkirche Zur Heiligen Dreifaltigkeit in Röckersbühl
  • Kapelle Zur Heiligen Dreifaltigkeit in Tyrolsberg
  • Wegekapelle an der Neumarkter Straße

Bodendenkmäler

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Rd. 500 m nördlich des Ortsteils Dippenricht befindet sich eine latènezeitliche Kelten- bzw. Viereckschanze. Auf dem 591 m hohen Buchberg ist eine Wallanlage vor- und frühgeschichtlicher Zeitstellung (Höhensiedlung der Urnenfelder- und der Latènezeit) zu finden.[12]

Feuerwehren und Vereinsleben

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Im Gemeindegebiet gibt es die Freiwillige Feuerwehr Röckersbühl-Mittelricht und als überregionale Stützpunktfeuerwehr die FF Berngau-Tyrolsberg, die zu den ältesten Feuerwehren des Landkreises Neumarkt i.d.Opf. zählt.

Der in 1949 gegründete FSV Berngau e.V., dessen größte Sparte die Fußballabteilung ist, verzeichnet nahezu 1.200 Mitglieder.[13]

Daneben bestehen die Obst- und Gartenbauvereine Berngau, Röckersbühl und Tyrolsberg, die Schützenvereine Tannenwald Berngau und Edelweiss 64 Röckersbühl sowie die Soldaten- und Reservistenkameradschaft Berngau. Den musischen Bereich decken die Blaskapelle Berngau, der Kirchenchor und der Rhythmus-Chor Berngau ab. Für soziale Belange zeichnen die CAJ sowie die KAB Berngau verantwortlich.[14]

In der Gemeinde Berngau sind eine Grund- und Hauptschule sowie ein Kindergarten vorhanden. Außerdem betreibt die Gemeinde eine Bücherei.

Persönlichkeiten

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  • Johann Rackl (* 1931 in Allershofen; † 27. September 2011), katholischer Geistlicher, 1975 bis 2002 Orgelsachverständiger der Diözese Eichstätt
  • Albert Deß (* 1947 in Röckersbühl), Politiker (CSU), MdB 1990–2004, MdEP 2004–2019
Commons: Berngau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2024. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern – Basis: Zensus 2022. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Juni 2025, abgerufen am 15. August 2025 (Hilfe dazu).
  2. Bürgermeister. Gemeinde Berngau, abgerufen am 30. Mai 2020.
  3. Geografie. In: BayernAtlas. Kartenviewer des Freistaats Bayern, abgerufen am 17. Januar 2026.
  4. Gemeinde Berngau in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 23. April 2021.
  5. Gemeinde Berngau, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 12. Dezember 2021.
  6. Wolfgang Janka, Sara Rahgeb: Geschichte. Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 17. Januar 2026.
  7. Simon Federhofer: Herrschaftsbildung im Raum Neumarkt. In: Historischer Verein für Neumarkt i. d. Opf. und Umgebung (Hrsg.): Neumarkter Historische Beiträge. Band 2, ISBN: 3-00-004570-8. Druckerei Fuchs Pollanten, Neumarkt 1999, S. 80 + 87.
  8. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 533 f.
  9. Ortsdatenbank. In: bavarikon. Onlineportal des Freistaats Bayern, abgerufen am 16. Januar 2026.
  10. Wappen von Berngau in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  11. AOM Online. In: Aktionsbündnis Oberpfalz-Mittelfranken. Abgerufen am 23. Januar 2026.
  12. Bodendenkmal. In: BayernAtlas / Thema Planen und Bauen / Denkmaldaten. Freistaat Bayern, abgerufen am 23. Januar 2026.
  13. Festschrift 75 Jahre FSV Berngau aus 2024, abgerufen am 17. Januar 2026.
  14. Vereine A-Z. Gemeinde Berngau, abgerufen am 17. Januar 2026.