Gondwana – Das Praehistorium

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Gondwana – Das Praehistorium
Eingangshalle

Eingangshalle

Ort Schiffweiler (Saarland)
Eröffnung 14. Dezember 2008
Besucher 95.500 (2018)[1] 
Fläche 10.000 m²
Baukosten 14 Millionen Euro
Personal 30 Beschäftigte
Website https://www.gondwana-das-praehistorium.de/
Gondwana – Das Praehistorium (Deutschland)
Gondwana – Das Praehistorium
Lage des Parks

Koordinaten: 49° 21′ 0″ N, 7° 7′ 5″ O

Gondwana – Das Praehistorium (Eigenschreibweise: GONDWANA) ist ein naturhistorisches Museum mit Thema Urzeit und Evolutionsgeschichte, das am 14. Dezember 2008 auf dem Gelände der ehemaligen Grube Reden in Schiffweiler (Saarland) eröffnet wurde. Betreiber des Museums ist Gondwana Praehistorium e. K., der Geschäftsinhaber ist Matthias Michael Kuhl.[2]

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kinosaal wird vom Urknall bis zu den ersten Lebensformen auf der Erde ein Zeitraum von mehr als acht Milliarden Jahren vorgestellt. In den anschließenden Ausstellungsräumen werden die Besucher von den Urmeeren bis zum Aussterben der Dinosaurier durch etwa 4,5 Milliarden Jahre Erdgeschichte geführt. In Form von Edutainment will Gondwana – Das Praehistorium Unterhaltung und Bildung miteinander verbinden. Animationstechniken und audio-visuelle Verfahren lassen den Besucher einen Teil der Erdgeschichte „live“ erleben. Riesen-Skorpione, urtümliche Libellen und Dinosaurier gehören zu den Lebensformen, die im Park wieder zum „Leben“ erweckt werden. Nachgestellte Naturgewalten wie Fluten oder Meteoriteneinschläge vermitteln einen Eindruck über die Lebensbedingungen vergangener Zeiten.

In der ersten Ausbauphase wurden sieben prähistorische Ökosysteme nachgebaut. Das acht Meter hohe Skelett eines Argentinosaurus, einer der größten bekannten Dinosaurier, wurde aus glasfaserverstärktem Kunststoff am Fundort im südamerikanischen Patagonien nachgebaut. In Einzelteilen wurde es nach Deutschland verschifft, vor Ort zusammengebaut und in der Eingangshalle von Gondwana aufgestellt.

Im Jahr 2011 wurde aus einer alten Werkshalle ein 800 m² großer Indoor-Spielplatz namens Gondi’s Dinowelt. Kinder können sich dort u. a. auf einem 8 m hohen Holzgestell-Dinosaurier, verschiedenen Rutschen, Trampolinen, einem Bälle-Vulkan und Dinokarts spielerisch betätigen. In 2013 kam es durch den Bau einer weiteren Themenhalle zu neuen Attraktionen im Museum. Die Erweiterung umfasst zwölf weitere Themenwelten, in der sich Besucher auf eine Reise durch die epochalen Höhepunkte der Menschheitsgeschichte begeben. Die Zeitreise durch die Menschheit endet schließlich in einer robotisch-animatronischen Dinosauriershow, sowie der visuellen 4D-Animation des urzeitlichen Riesenhais Megalodon.[3]

Öffentliche Diskussion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politisch ist das Projekt umstritten. SPD, Grüne und FDP fürchteten die Verschwendung von Steuergeldern. Für Infrastrukturmaßnahmen im Umfeld und das Projekt selbst wurden von der damaligen saarländischen CDU-Landesregierung fünf Millionen Euro aus Mitteln der Tourismusförderung bereitgestellt. Hinzu kommen jährlich 1,2 Millionen Euro Mieteinnahmen aus der Nutzung des ehemaligen Grubenverwaltungsgebäudes durch verschiedene Behörden.[4]

Eine Marktstudie ging davon aus, dass der Park jährlich etwa 250.000 Besucher anziehen und einer der Motoren für den Strukturwandel in der ehemaligen Bergbauregion sein werde. Entsprachen die Besucherzahlen anfangs noch den Erwartungen, kamen 2018 nur noch 95.500 Menschen in das Museum.[1] Zur Eröffnungsfeier am 13. Dezember 2008 mit geladenen Gästen kam der frühere US-Vize-Präsident und Friedensnobelpreisträger Al Gore. Sein Auftritt hatte im Vorfeld für Kritik gesorgt, da einerseits die Frage nicht geklärt war, wer die Kosten für diesen Auftritt übernimmt, und andererseits die Presse nach ursprünglichen Planungen von Gores Rede weitgehend ausgeschlossen werden sollte.[5]

Nachdem im Januar 2010 der saarländische Rechnungshof des Saarlandes die Bezuschussung des Projekts in Höhe von insgesamt 44 Millionen Euro aus Landesmitteln innerhalb der nächsten 25 Jahren gerügt hatte, kündigte der Betreiber am 20. Januar 2010 die Schließung des Parks zum 31. Januar 2010 an.[6] Am 26. Januar 2010 gab die Landesregierung bekannt, dass der Park vorläufig geöffnet bleibt. Dies sei das Ergebnis von Verhandlungen mit dem Investor und der IndustrieKultur Saar GmbH. Am 4. März wurde darüber hinaus eine Verlängerung der Öffnungszeiten bekanntgegeben. Ein Untersuchungsausschuss des Landtags zum Verhalten der Landesregierung bezüglich des Projekts trat am 22. März 2010 zusammen.[7][8] Der Abschlussbericht räumte die Bedenken des Rechnungshofes weitgehend aus, zeigte aber auch, dass die Bewertung des Projekts vor allem eine politische Frage ist.[9]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Jahrbuch 2020: So lange halten Ehen in unserer Region, Saarbrücker Zeitung, 14. Mai 2021, abgerufen am 13. August 2021
  2. Impressum gondwana.de
  3. Megalodon – Gondwana – Das Praehistorium. Abgerufen am 2. April 2019.
  4. Saarbrücker Zeitung: Zu viel Geld für die Reise in die Urzeit? „Freizügige Verschwendung von Steuergeldern“ vom 15. Januar 2010
  5. Berliner Morgenpost: Al Gore eröffnet Urzeitpark „Gondwana“ vom 13. Dezember 2008
  6. Aus für Gondwana? (Memento vom 11. Februar 2013 im Webarchiv archive.today) Saarbrücker Zeitung vom 20. Januar 2010, aufgerufen 20. Januar 2010
  7. Gondwana-Untersuchungsausschuss des Landtags startet heute (Memento vom 9. September 2012 im Webarchiv archive.today) Saarbrücker Zeitung, 22. März 2010, abgerufen am 31. März 2010
  8. @1@2Vorlage:Toter Link/saarland.sz-sb.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Elss-Seringhaus, C.: Der Garten Reden braucht Dünger. Ein Jahr warten auf Bauphase zwei des Gondwana-Parks.) Saarbrücker Zeitung vom 4. Januar 2011, abgerufen am 5. Januar 2011
  9. Abschlussbericht zu Gondwana liegt Landtag auf dem Tisch Saarbrücker Zeitung, 15. Juni 2011