Gondwana – Das Praehistorium

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Gondwana - Das Praehistorium)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gondwana – Das Praehistorium
Haupteingang

Haupteingang

Ort Schiffweiler/Saarland
Eröffnung 14. Dezember 2008
Besucher 200.222 (2009)[1] 
Baukosten 14 Millionen Euro
Personal 30 Beschäftigte
Gondwana – Das Praehistorium (Deutschland)
Gondwana – Das Praehistorium
Gondwana – Das Praehistorium
Lage des Parks

Koordinaten: 49° 22′ 0″ N, 7° 7′ 0″ O

Gondwana – Das Praehistorium ist ein Freizeitpark mit Thema Urzeit, der am 14. Dezember 2008 auf dem Gelände der ehemaligen Grube Reden in Schiffweiler (Saarland) eröffnet wurde.

Betreiber des Freizeitparks ist Gondwana Praehistorium e. K., der Geschäftsinhaber ist Matthias Michael Kuhl.[2]

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kinosaal wird vom Urknall bis zu den ersten Lebensformen auf der Erde ein Zeitraum von mehr als acht Milliarden Jahren vorgestellt. In den anschließenden Ausstellungsräumen werden die Besucher von den Urmeeren bis zum Aussterben der Dinosaurier durch etwa 4,5 Milliarden Jahre Erdgeschichte geführt. In Form von Edutainment will Gondwana - Das Praehistorium Unterhaltung und Bildung miteinander verbinden. Animationstechniken und audio-visuelle Verfahren lassen den Besucher einen Teil der Erdgeschichte „live“ erleben. Riesen-Skorpione, urtümliche Libellen und Dinosaurier gehören zu den Lebensformen, die im Park wieder zum „Leben“ erweckt werden. Nachgestellte Naturgewalten wie Fluten oder Meteoriteneinschläge vermitteln einen Eindruck über die Lebensbedingungen vergangener Zeiten.

In der ersten Ausbauphase wurden sieben prähistorische Ökosysteme nachgebaut. Das acht Meter hohe Skelett eines Argentinosaurus, einer der größten bekannten Dinosaurier, wurde aus glasfaserverstärktem Kunststoff am Fundort im südamerikanischen Patagonien nachgebaut. In Einzelteilen wurde es nach Deutschland verschifft, vor Ort zusammengebaut und in der Eingangshalle von Gondwana aufgestellt. Inzwischen (Stand: Anfang 2010) ist auch ein Teil der Außenanlagen fertiggestellt.

Öffentliche Diskussion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politisch ist das Projekt umstritten. SPD, Grüne und FDP fürchteten die Verschwendung von Steuergeldern. Für Infrastrukturmaßnahmen im Umfeld und das Projekt selbst wurden von der damaligen saarländischen CDU-Landesregierung fünf Millionen Euro aus Mitteln der Tourismusförderung bereitgestellt. Hinzu kommen jährlich 1,2 Millionen Euro Mieteinnahmen aus der Nutzung des ehemaligen Grubenverwaltungsgebäudes durch verschiedene Behörden.

Eine Marktstudie ging davon aus, dass der Park jährlich etwa 250.000 Besucher anziehen und einer der Motoren für den Strukturwandel in der ehemaligen Bergbauregion sein wird. Ob dies realistisch ist, wird von Kritikern angezweifelt. Nach Angaben des Betreibers entsprechen die Besucherzahlen (Stand: Juni 2009) jedoch den Erwartungen. Zur Eröffnungsfeier am 13. Dezember 2008 mit geladenen Gästen kam der frühere US-Vize-Präsident und Friedensnobelpreisträger Al Gore. Sein Auftritt hatte im Vorfeld für Kritik gesorgt, da einerseits die Frage nicht geklärt war, wer die Kosten für diesen Auftritt übernimmt, und andererseits die Presse nach ursprünglichen Planungen von Gores Rede weitgehend ausgeschlossen werden sollte.

Nachdem im Januar 2010 der saarländische Landesrechnungshof die Bezuschussung des Projekts in Höhe von insgesamt 44 Millionen Euro aus Landesmitteln innerhalb der nächsten 25 Jahren gerügt hatte, kündigte der Betreiber am 20. Januar 2010 die Schließung des Parks zum 31. Januar 2010 an.[3] Am 26. Januar 2010 gab die Landesregierung bekannt, dass der Park vorläufig geöffnet bleibt. Dies sei das Ergebnis von Verhandlungen mit dem Investor und der IndustrieKultur Saar GmbH.[4] Am 4. März wurde darüber hinaus eine Verlängerung der Öffnungszeiten bekanntgegeben.[5] Ein Untersuchungsausschuss des Landtags zum Verhalten der Landesregierung bezüglich des Projekts trat am 22. März 2010 zusammen.[6][7] Der Abschlussbericht räumte die Bedenken des Rechnungshofes weitgehend aus, zeigte aber auch, dass die Bewertung des Projekts vor allem eine politische Frage ist.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Urzeitpark Gondwana knackt Besuchermarke Reise News, 8. Januar 2010
  2. Impressum gondwana.de
  3. Aus für Gondwana? Saarbrücker Zeitung vom 20. Januar 2010, aufgerufen 20. Januar 2010
  4. Gondwana - das Prähistorium: Park bleibt vorerst geöffnet, Saarpresseportal vom 26. Januar 2010, abgerufen am 26. Januar 2010
  5. Gondwana - das Prähistorium verlängert die Öffnungszeiten!, Saarpresseportal vom 4. März 2010, abgerufen am 5. März 2010
  6. Göndwana-Untersuchungsausschuss des Landtags startet heute Saarbrücker Zeitung, 22. März 2010, abgerufen am 31. März 2010
  7. Elss-Seringhaus, C.: Der Garten Reden braucht Dünger. Ein Jahr warten auf Bauphase zwei des Gondwana-Parks. Saarbrücker Zeitung vom 4. Januar 2011, abgerufen am 5. Januar 2011
  8. Abschlussbericht zu Gondwana liegt Landtag auf dem Tisch Saarbrücker Zeitung, 15. Juni 2011