Grafschaft Reckheim

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Die Grafschaft Reckheim (bis 1620 Herrschaft) (niederländisch: Rijksgraafschap Rekem) war ein Territorium im Heiligen Römischen Reich gelegen im heutigen Belgien mit dem Hauptort Rekem.

Bestandteile[Bearbeiten]

Zu dem bescheidenen Herrschaftsbereich gehörten außer dem Landstädtchen Reckheim das Dorf Boorsem mit Kotem, das Dorf Uikhoven sowie der Weiler Wezet (bestehend aus Bovenwezet und Daalwezet) und einige andere Wohnplätze.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet lag auf dem linken Ufer der Maas nördlich von Maastricht umgeben vom Hochstift Lüttich. 1564 gelangte sie durch Heirat an Johann Quadt, Herr zu Wickrath. Im Jahr 1590 ging sie durch Tausch in den Besitz von Hermann von Lynden über, 1676 Reichsgraf von Aspremont-Lynden durch Übertragung der lothringischen Grafschaft Aspremont (auch Aspermont).

Die Herrschaft bestand aus drei Kirchdörfern. Im gleichnamigen Hauptort befand sich das Schloss. Das Gebiet hatte im 18. Jahrhundert eine Größe von 1,5 km² und eine Einwohnerzahl von 1500 Personen.

Im Jahr 1620 wurde die Herrschaft zur Reichsgrafschaft erhoben. Sie gehörte seither dem Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis und ihre Besitzer dem westfälischen Reichsgrafenkollegium an.

Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Herrschaft 1793 im Zuge der Koalitionskriege von Frankreich besetzt. Graf Johann Nepomuck Gobert von Aspremont-Lynden wurde mit dem Kloster Baindt in Württemberg und einer Rente entschädigt. 1815 wurde das Gebiet Teil der Niederlande und fiel 1831 an Belgien.

Grafen von Reckheim[Bearbeiten]

Regierungsjahre Name geboren gestorben Familienverhältnis
1623-1636 Ernst 1583 24. August 1636
1636-1665 Ferdinand 1611 24. August 1665, Rekem Sohn
1665-1703 Maximiliaan Frans Gobert 28. Januar 1649 1703 Sohn
1703-1708 Ferdinand Gobert 1643 1-2-1708 Bruder
1708-1720 Jozef Gobert 1720 Sohn
1720-1750 Karel Gobert Frans 21. November 1703 24. November 1749/50 Bruder
1750-1792 Johan Nepomuk Gobert 1732 1792 Sohn
1792-1795 Johan Nepomuk Gobert 22-9-1757 19-9-1819 Sohn

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Friedrich Schannat: Eiflia Illustra oder geographische und historische Beschreibung der Eifel. Aachen, Leipzig, 1825. S.727 f. Digitalisat
  • Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder. Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 7. vollständig überarbeitete Auflage. München, 2007 ISBN 978-3-406-54986-1 S.554f. Teildigitalisat
  • Raph. Verbois: Geschiedenis van Rekem en zijn Keizerlijk Graafschap, Rekem 1972