Gary Ridgway

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Gary Ridgway, 1982

Gary Leon Ridgway (* 18. Februar 1949 in Salt Lake City, Utah) ist ein US-amerikanischer Serienmörder aus Seattle, der im Jahre 2003 wegen Mordes an 48 Frauen zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.[1] 2011 gestand er einen 49. Mord.[2] Er wurde unter dem Namen „Green River Killer“ bekannt, da er seine ersten Opfer vornehmlich im oder in der Nähe des Green River deponierte.[3]

Seiner Verhaftung war eine der umfangreichsten und langwierigsten Ermittlungen in der Geschichte der USA vorangegangen.

Familiengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ridgway wurde als mittlerer von drei Söhnen in Salt Lake City geboren. Zu seiner dominanten Mutter fühlte er sich von früh an hingezogen, im Gegensatz zu seinem Vater, einem Busfahrer. Die Eltern stritten bisweilen gewalttätig. Andererseits wusch die Mutter dem folgsamen Sohn die Genitalien, wenn er bis ins frühe Teenageralter das Bett nässte. Ereignisse wie diese erregten Ridgeway und stießen ihn gleichermaßen ab. Seine Mutter soll sich in der Öffentlichkeit frei und ungeniert gezeigt haben. Bei Bustouren durch den „Strip“ (Prostituiertenviertel) soll der religiös-konservativ geprägte Vater gegenüber dem Sohn seine Abneigung gegen den ihn umgebenden „Abschaum“ geäußert haben. Gleichwohl verkehrte dieser mit Prostituierten. Mit 11 Jahren lebte Ridgway in SeaTac, einem Außenbezirk von Seattle (Washington) nahe dem Flughafen, eine Gegend, in die es viele zog, weil die Immobilienpreise niedrig waren und (unterbezahlte) Arbeitsstellen zur Verfügung standen. Spielbanken, billige Motels und Bordelle, Anziehungspunkte für Prostituierte, Drogenhändler, Kleinkriminelle und Ausreißer prägten das Bild des Stadtviertels. Mit 16 Jahren machte Ridgway erste Gewalterfahrungen. Er stach einen Sechsjährigen mit einem Messer nieder und lief anschließend lachend davon. Die Tat blieb ungeahndet. Ansonsten galt er als durchschnittlicher Teenager mit unterdurchschnittlichen Schulleistungen. Talent hatte er im American-Football-Spiel und war sozial unter Gleichaltrigen gut eingebunden. Er galt als freundlich und wenig eloquent. Gerne veranstaltete er im lokalen Jugendclub Partys und näherte sich Mädchen an.

Er arbeitete in einer Lastwagenfabrik und wandte sich dem Militärdienst bei der U.S. Navy zu. Ein Jahr später, im Jahr 1970, heiratete er. Das Ehepaar zog nach San Diego, wo Ridgway stationiert war. Seine Frau blieb längere Zeit allein, wenn Ridgway mit der Navy im Südpazifik weilte. Beide gingen Affären ein, wobei Ridgway die seiner Frau nicht duldete. Die Ehe zerbrach. 1973 heiratete Ridgway erneut. Seine zweite Ehefrau gab später zu Protokoll, Ridgway habe sie als Sexobjekt und Haushälterin betrachtet, Sex sei häufig im hohen Gras des nahe gelegenen Green River ausgeübt worden. Die Geburt eines Sohnes im Jahr 1975 ließ Ridgway sich einem religiös geprägten Lebensabschnitt zuwenden. Er las die Bibel und wandte sich den Baptisten, später der Pfingstbewegung zu. Gleichzeitig gab er seinen Gewaltfantasien nach. Unvermittelt würgte er seine Frau bis zur Bewusstlosigkeit und integrierte die Praxis in Sexspiele. 1981 wurde die Ehe geschieden. Nun lebte er seine sexuellen Bedürfnisse hemmungslos aus. Später sollte er den Behörden sagen: „Wenn ich meine zweite Frau umgebracht hätte, hätte ich niemals je eine weitere Frau getötet.“

Die Morde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgehensweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehr als ein Jahr nach seiner Scheidung begann Ridgway eine der größten Mordserien in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Dazu fuhr er mit seinem Wagen durch die Straßenstriche rund um Seattle und lud Prostituierte und Ausreißerinnen auf seinen Pickup, um mit ihnen entweder zu sich nach Hause oder zu Lieblingsplätzen im Wald rund um den Green River zu fahren, wo er Geschlechtsverkehr mit ihnen hatte. Anschließend ermordete er sie nach dem häufig gleichen Muster: von hinten legte er ihnen überraschend den Arm um den Hals und würgte sie zu Tode. Danach verging er sich an der Leiche. Diverse Taten verübte er in seinem Schlafzimmer, wo er die Spuren schnell verwischte. Die Leichen fuhr er in die Wälder rund um den Green River oder andere abgelegene Plätze. Nachts kehrte er häufig zurück, um erneut Geschlechtsverkehr mit den toten Frauen auszuüben oder ihre Körper zu verstümmeln. Schmuck nahm er den Frauen ab, um ihn bisweilen an seinem Arbeitsplatz auszulegen, damit er von Frauen wahrgenommen würde und heimlich oder offen von ihnen getragen zu werden. Er soll zum Verkauf auch Garagenflohmärkte veranstaltet haben. Ridgways Wesen soll auf die Frauen unbedarft, geradezu harmlos gewirkt haben, weshalb sie grundsätzlich Vertrauen zu ihm hatten. Selbiges verstärkte sich insofern, als er zu seinem Sohn eine intensive Beziehung aufbaute und ihn jedes zweites Wochenende zu sich nahm oder bei den nächtlichen Fahrten mit den Frauen mitnahm. Die Spielsachen im Haus wirkten auf die weiblichen Gäste einladend und beruhigend.

Opfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ridgway bevorzugte keinen besonderen Frauentyp. Von Erheblichkeit war nur, dass er sie als „Abfall“ betrachten konnte. Die jüngsten Opfer waren 15, die ältesten 38 Jahre alt, darunter Schwarze, Weiße jeglicher Haarfarbe, Lateinamerikanerinnen, Dicke, Dünne, Große und Kleine ohne besondere Präferenz. Ridgway gab an, so viele Frauen ermordet zu haben, dass er sich unmöglich an alle erinnern könne. Die höchsten Schätzungen belaufen sich auf über 71 vermutete Opfer und 43 bestätigte Leichen.

Bestätigte Opfer

# Name Alter Verschwunden Gefunden
1 Wendy Lee Coffield 16 8. Juli 1982 15. Juli 1982
2 Gisele Ann Lovvorn 17 17. Juli 1982 25. September 1982
3 Debra Lynn Bonner 23 25. Juli 1982 12. August 1982
4 Marcia Fay Chapman 31 1. August 1982 15. August 1982
5 Cynthia Jean Hinds 17 11. August 1982 15. August 1982
6 Opal Charmaine Mills 16 12. August 1982 15. August 1982
7 Terry Rene Milligan 16 29. August 1982 1. April 1984
8 Mary Bridget Meehan 18 15. September 1982 13. November 1983
9 Debra Lorraine Estes 15 20. September 1982 30. Mai 1988
10 Linda Jane Rule 16 26. September 1982 31. Januar 1983
11 Denise Darcel Bush 23 8. Oktober 1982 12. Juni 1985
12 Shawnda Leea Summers 16 9. Oktober 1982 11. August 1983
13 Shirley Marie Sherrill 18 20-22. Oktober 1982 Juni 1985
14 Rebecca "Becky" Marrero 20 3. Dezember 1982 21. Dezember 2010
15 Colleen Renee Brockman 15 24. Dezember 1982 26. Mai 1984
16 Alma Ann Smith 18 3. März 1983 2. April 1984
17 Delores LaVerne Williams 17 8-14. März 1983 31. März 1984
18 Gail Lynn Mathews 23 10. März 1983 18. September 1983
19 Andrea M. Childers 19 14. April 1983 11. Oktober 1989
20 Sandra Kay Gabbert 17 17. April 1983 1. April 1984
21 Kimi-Kai Pitsor 16 17. April 1983 15. Dezember 1983
22 Marie M. Malvar 18 30. April 1983 26. Dezember 2003
23 Carol Ann Christensen 21 3. Mai 1983 8. Mai 1983
24 Martina Theresa Authorlee 18 22. Mai 1983 14. November 1984
25 Cheryl Lee Wims 18 23. Mai 1983 22. März 1984
26 Yvonne "Shelly" Antosh 19 31. Mai 1983 15. Oktober 1983
27 Carrie Ann Rois 15 31. Mai – 13. Juni 1983 10. März 1985
28 Constance Elizabeth Naon 19 8. Juni 1983 27. Oktober, 1983
29 Kelly Marie Ware 22 18. Juli 1983 29. Oktober 1983
30 Tina Marie Thompson 21 25. Juli 1983 20. April 1984
31 April Dawn Buttram 16 18. August 1983 30. August 2003
32 Debbie May Abernathy 26 5. September 1983 31. März 1984
33 Tracy Ann Winston 19 12. September 1983 27. März 1986
34 Maureen Sue Feeney 19 28. September 1983 2. Mai 1986
35 Mary Sue Bello 25 11. Oktober 1983 12. Oktober 1984
36 Pammy Annette Avent 15 26. Oktober 1983 16. August 2003
37 Delise Louise Plager 22 30. Oktober 1983 14. Februar 1984
38 Kimberly L. Nelson 21 1. November 1983 14. Juni 1986
39 Lisa Yates 19 23. Dezember 1983 13. März 1984
40 Mary Exzetta West 16 6. Februar 1984 8. September 1985
41 Cindy Anne Smith 17 21. März 1984 27. Juni 1987
42 Patricia Michelle Barczak 19 17. Oktober 1986 Februar 1993
43 Roberta Joseph Hayes 21 Zuletzt gesehen beim Verlassen des Gefängnisses von Portland, Oregon am 7. Februar 1987 11. September 1991
44 Marta Reeves 36 5. März 1990 20. September 1990
45 Patricia Yellowrobe 38 Januar 1998 6. August 1998
46 Unidentifizierte weibliche Leiche 12–17 Gestorben vor Mai 1983 21. März 1984
47 Sandra Denise Major 20 24. Dezember 1982 30. Dezember 1985
48 Unidentifizierte weibliche Leiche 14–18 Dezember 1980 – Januar 1984 2. Januar 1986
49 Unidentifizierte weibliche Leiche 13–24 1973–1993 August 2003

Ermittlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leichenfunde und Green River Task Force[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. Juli 1982 fanden Kinder die Leiche der sechzehnjährigen Ausreißerin Wendy Lee Coffield im Green River treibend.[3] Sie war erwürgt worden. Die Polizei nahm an, dass es sich hierbei um ein Opfer häuslicher Gewalt handelte. Vom 12. bis zum 15. August wurden vier weitere Frauenleichen im oder in der Nähe des Green River gefunden.[3] Nun kam der Polizei der Verdacht, es mit einem Serienmörder zu tun zu haben. Die Untersuchungen leitete Dave Reichert vom King County Sheriff Office. Ridgway war als Kunde des Straßenstrichs dort bereits bekannt, da er von einer Undercover-Beamtin des Freiertums überführt war. Anhand seiner Kreditkartenabrechnung konnten sie in Erfahrung bringen, dass er einen enormen Benzinverbrauch hatte. Während dieser Jahre sollte Ridgway öfter seinen Pick-up gewechselt haben, um nicht aufzufallen. Als am 30. April 1983 die 18-jährige Prostituierte Marie Malvar verschwand, identifizierte deren Freund den Pick-up Ridgways als denjenigen, in den sie auf dem Pacific South Highway zuletzt eingestiegen war. Ridgway bestritt den Vorwurf, mit ihr Kontakt gehabt zu haben, registrierte jedoch im Zusammenhang mit den Leichenfunden erstmals den Arm der Justiz. Am 20. November 1983 gab die Polizei bekannt, dass 11 Frauen, die man im South King County tot aufgefunden hatte, vom selben Mann ermordet worden seien.

Am 16. Januar 1984 berief das Kings County Sheriff's Office die größte Task-Force seit dem Fall Ted Bundy ins Leben. Sie bestand aus Personen vom Port of Seattle Police Departement, vom Seattle Police Departement, vom Pierce County Sheriff's Office, von der Washington State Patrol, vom FBI und der Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Washington, Green River Task Force genannt. Über Jahre versuchte sie Beweise gegen die mehr als 12.000 Verdächtigen zu sammeln, ließ die besonders gefährdeten Orte überwachen, sammelte jedes Indiz vom Fundort der Leichen und katalogisierte es, jedoch zumeist erfolglos.

Am 2. April 1984 wurden fünf weitere skelettierte Überreste von Frauen gefunden. Die Anzahl der Opfer wurde offiziell mit 20 angegeben, die Dunkelziffer auf 30 geschätzt. Am 20. April 1984 wurden nochmals Überreste von zwei Körpern gefunden, darunter die der 36-jährigen Amina Agisheff, die zuletzt im Jahr 1982 in Seattle gesehen worden war. Sie wurde nur am Rande mit den anderen Morden in Verbindung gebracht. Im Mai 1984 kontaktierte Ridgway die Green River Task Force, scheinbar, um Informationen anzubieten. Die Ermittler unterzogen ihn einem Lügendetektor-Test, den er problemlos durchlief. Am 29. November 1984 gab die Prostituierte Rebecca Garda Guay bekannt, sie sei von Ridgway während einer „Verabredung“ gewalttätig attackiert worden. Er habe sie gewürgt, doch sie konnte entfliehen. Ridgway bestritt dies nicht, behauptete aber, sie habe ihm während des Oralsex in den Penis gebissen und er habe sich gewehrt. Im Dezember 1984 gab die Polizei die Zahl der Opfer mit 42 an. Mittlerweile hatte sich sogar Ted Bundy, ebenfalls berüchtigter Frauenmörder, mit einem Brief an die Task-Force gewandt, in dem er ein psychologisches Profil des Green-River-Mörders entworfen hatte. Am 6. Februar 1986 durchsuchte die Polizei ergebnislos ein Haus in der Nähe des Seattle-Tacoma International Airport. Während des Jahres 1986 geriet die Green River Task Force immer mehr unter Beschuss der Öffentlichkeit, die eine schnelle Verhaftung des Täters forderte. Den Beamten wurde vorgeworfen, wenn die Opfer nicht aus der untersten sozialen Schicht kämen, hätte sich die Polizei engagierter mit dem Fall befasst und den Mörder längst gefasst.[4]

Vorläufiges Ende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. April 1987 durchsuchte die Polizei Haus und Fahrzeuge von Ridgway, da er mit mindestens 2 der 46 Opfer als Letzter gesehen worden war. Das Kriminallabor der State Patrol nahm Haar-, Schamhaar- und Speichelproben von ihm. Die DNA-Identifizierungs-Techniken waren zu diesem Zeitpunkt zu wenig ausgereift, weshalb die Proben nicht sachgerecht ausgewertet werden konnten. Anderweitige Beweise, die zu seiner Verhaftung hätten führen können, gab es nicht. Der Täter fühlte sich zu diesem Zeitpunkt unbesiegbar, die Behörden waren demoralisiert. 1988 heiratete Ridgway zum dritten Mal.[5] Nachbarn beschrieben ihn und Judy Lynch als „unzertrennlich“. Im selben Jahr wurde landesweit eine zweistündiges Fernsehsendung über den Green-River-Mörder ausgestrahlt und wurden 100.000 US-Dollar auf Hinweise, die zu seiner Verhaftung führen, ausgesetzt. Während der Fernsehsendung gingen über 4000 Telefonanrufe ein, allerdings ergebnislos.

In den Folgejahren schrumpfte die Green River Task Force kontinuierlich, im Juli 1991 bestand sie nur noch aus einem Mann. Trotz jahrelanger Untersuchungen, der Bildung einer Task-Force, Ausgaben von mehr als 15 Millionen US-Dollar, Einsatzes eines 200.000 Dollar teuren Computers, Tausender von Befragungen Verdächtiger, Befüllung von mehr als 750 Ringordnern konnte man Ridgways nicht habhaft werden. Gemutmaßt wurde, dass der Mörder mittlerweile wegen eines anderen Falles im Gefängnis saß oder gestorben beziehungsweise aus der Gegend weggezogen war. Weitere Mordfälle an Prostituierten schrieb man dem Green-River-Serienmörder nicht mehr zu.

DNA-Speichelprobe und Mithilfe bei den Ermittlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. November 1999 wurden die Überreste eines Opfers, das 1986 nahe dem Green River gefunden wurde, mit einem neuartigen DNA-Test schließlich als die neunzehnjährige Tracy Winston identifiziert, die 1983 aus einem Einkaufszentrum in Seattle verschwunden war. Das neue Testverfahren wurde im März 2001 in der Forensik des Staates Washington eingesetzt, um über sichergestellte Beweisstücke Hinweise zum Täter zu finden. Am 30. November 2001 wurde bekannt, dass auf vier der frühen Opfer Spuren von DNA gefunden worden waren, die mit derjenigen von Ridgways Speichelprobe übereinstimmte. Ridgway wurde verhaftet. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung war er 52 Jahre alt und wohnte in Auburn.

Am 15. Dezember 2001 wurden elf Untersuchungsbeamte dazu abgestellt, Beweise gegen Ridgway zu sammeln. Drei Tage später plädierte Ridgway – ermutigt durch frühere ergebnislose Untersuchungen gegen ihn – auf „nicht schuldig“ in Sachen Mord an Marcia Chapman, 31, Cynthia Hinds, 17, und Opal Mills, 16, deren Körper am 15. August 1982 in der Nähe des Green River gefunden worden waren, sowie Carol Christensen, deren Überreste im Maple Valley am 8. Mai 1983 gefunden wurden. Am 27. März 2003 wurde Ridgway dreier weiterer Morde beschuldigt: Wendy Lee Coffield, 16, Debra Bonner, 23, und Debra Estes, 15. Polizei und Staatsanwaltschaft gaben bekannt, dass mikroskopische Farbpartikel auf den Kleidern der Frauen mit dem Lastwagenlackierer Ridgway in Verbindung gebracht werden konnten. Am 3. April vor Gericht geladen, stritt Ridgway die Taten ab. Familie und Nachbarn standen ihm bei, da sie nicht glauben konnten, dass er mit den Taten in Verbindung gebracht werden könnte.

Am 26. Juli 2003 wurde Ridgway vom King-County-Gefängnis in Seattle an einen unbekannten Ort überführt. Ridgway kooperierte ab jetzt mit den Behörden, um der Todesstrafe zu entgehen. Er führte die Beamten der Green River Task Force zu Tatorten und Leichen: Am 19. August 2003 wurden die Überreste der sechzehnjährigen Pammy Avents östlich von Enumclaw gefunden. Identifiziert wurde sie durch Informationen, die Ridgway im Austausch für sein Leben gab. Am 24. August 2003 wurden sieben Knochen gefunden, die der Gerichtsmediziner vom King County Medical Examiner Office als menschlicher Herkunft einstufte. Am 27. September 2003 wurden die Knochen der 17-jährigen April Buttram identifiziert, die im August 1983 verschwunden war. Am 2. Oktober 2003 fand die Green River Task Force in einer Schlucht außerhalb von Auburn die Überreste von Marie Malvar, der Frau, mit deren Verschwinden Ridgway schon 1983 in Verbindung gebracht worden war. Im Oktober 2003 gab Ridgway auch die Details von zwei weiteren Morden bekannt, die bisher nicht mit ihm in Verbindung gebracht worden waren: Patricia Yellow Robe, 38, die am 6. August 1998 tot aufgefunden wurde; und Marta Reeves, 36, die im Jahre 1990 getötet wurde. Noch am 18. Februar 2011 wartete er mit Informationen über die Ermordung von Rebecca „Becky“ Morrero auf, die er vor nunmehr 28 Jahren ermordet hatte. Kurz vor Weihnachten 2010 fanden spielende Kinder menschliche Überreste, wobei es sich um die von Morrero handelte.[6]

Urteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 5. November 2003 bekannte sich Ridgway vor dem King-County-Obergericht schuldig des 48-fachen Mordes an 42 der ursprünglich aufgelisteten Opfer und 6 weiteren Frauen (Linda Rule, Roberta Hayes, Marta Reeves, Patricia Barczak, Yellow Robe und einer Unbekannten). Angehörigen der Opfer zeigte er vor Gericht keinerlei Reue oder Mitgefühl. Gleichwohl brach er im Verlauf des Prozesses in Tränen aus, als ihm der Vater eines Opfers für seine Tat verzeihen konnte. Er wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne Möglichkeit auf Begnadigung verurteilt und verbüßt diese heute in der Justizvollzugsanstalt des Staates Washington in Walla Walla.

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 entstand der US-amerikanisch/kanadische Spielfilm The Riverman, der die Ermittlungen in den Mordfällen, die Ridgway zu verantworten hat, zum Thema hat. In der Rolle Ridgways ist der Schauspieler David Brown zu sehen.

2005 verarbeitete der Regisseur Ulli Lommel die Thematik in seinem Film Green River Killer.

2007 entstand eine US-Adaption basierend auf dem Buch Chasing the Devil, des damaligen Ermittlers Dave Reichert (gespielt von Thomas Cavanagh), ein Fernsehzweiteiler von Norma Bailey mit dem deutschen Titel: Green River: Die Spur des Killers. Der Film hatte am 4. Mai 2009 seine Deutschland-Premiere auf Premiere.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • –MAERZ– (Axel Estein): "Der Green River Killer oder enjoying is reason enough." In: Howl, Nr. 13, Dezember 1994, München, S. 56–59
  • Graphic Novel "Green River Killer - Die wahre Geschichte eines Serienmörders", Text Jeff Jensen (Sohn des Ermittlers Tom Jensen), Zeichnungen Jonathan Case, Carlsen Verlag Februar 2014 ISBN 3551736448

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Green-River-Killer" zu lebenslänglich verurteilt. In: Stern. 19. Dezember 2003, abgerufen am 10. März 2013 (deutsch).
  2. Serienkiller gesteht 49. Mord. In: Stern. 19. Februar 2011, abgerufen am 10. März 2013 (deutsch).
  3. a b c Haglund, W.D.; Reichert, M.A.; Reay, D.G. & Donald, T. (1990): Recovery of decomposed and skeletal human remains in the ‘‘Green River Murder’’ investigation. Am. J. Forensic Med. Pathol., 11: 35–43.
  4. Übersicht über die Leichenfundorte
  5. Rachel Quigley: 'I had the perfect husband... but he was the perfect murderer': Wife reveals moment she found out she was married to Green River Serial Killer who murdered up to 70 women. In: Daily Mail. 3. November 2011, abgerufen am 10. März 2013 (englisch).
  6. Congressman Reichert on new Green River remains linked to Ridgway | KING5.com | Seattle Area Local News