Gremminer See

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Gremminer See
Blick auf Ferropolis von GHC aus.jpg
Blick auf Ferropolis
Geographische Lage Landkreis Wittenberg
Ufernaher Ort Gräfenhainichen
Daten
Koordinaten 51° 45′ 13″ N, 12° 27′ 10″ OKoordinaten: 51° 45′ 13″ N, 12° 27′ 10″ O
Gremminer See (Sachsen-Anhalt)
Gremminer See
Höhe über Meeresspiegel 78,6 m ü. NHN
Fläche 5,44 km²
Volumen 67 Mio. m³dep1
Umfang 14 km
Maximale Tiefe 33 m
Mittlere Tiefe 13 m

Besonderheiten

Tagebaurestsee

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Der Gremminer See oder Ferropolissee ist ein aus dem ehemaligen Tagebau Golpa-Nord hervorgegangener Tagebaurestsee. Er ist der achtgrößte See und zugleich einer der nördlichsten Seen des Mitteldeutschen Seenlandes. Der Name leitet sich vom überbaggerten Ort Gremmin ab. Der Gremminer See liegt nördlich der Stadt Gräfenhainichen, die sich im Endmoränengebiet Hochfläche von Gräfenhainichen-Schmiedeberg, auch Dübener Heide, in Sachsen-Anhalt befindet.

Luftbild der Halbinsel
Ferropolis, Gremminer See, Juli 2015

Auf einer Halbinsel befindet sich das Freilichtmuseum Ferropolis, in dem fünf ehemalige Tagebaugroßgeräte ausgestellt werden, die eine große Arena für 25.000 Zuschauer umschließen.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flutung des ehemaligen Tagebaus begann im Jahr 2000.[1] Sie sollte ursprünglich 2012 abgeschlossen sein, dieser Zeitpunkt verzögerte sich jedoch mehrfach.[2][3]

Zeitweise wurde der Wasseranstieg durch Wasserzufuhr über eine Rohrleitung von der 12,5 Kilometer entfernten Mulde beschleunigt. Wegen technischer Probleme musste die Flutungsanlage 2009 ihren Betrieb einstellen.[4][5] Die für die Jahre 2013 bis 2015 geplante Einleitung von Überschusswasser aus dem Gröberner See kam nicht zustande; der Wasserstand lag 2012 bei 77,8 und 2016 bei 77,4 Metern über Normalhöhennull. Der geplante endgültige Wasserstand von 78,6 Metern NNH war auch 2019 noch nicht ganz erreicht.[6][5][3]

Eigentümer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 verkaufte die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) den See an eine Gesellschaft der schwäbischen Merckle Unternehmensgruppe.[7][8] Er steht aktuell (2019) im Eigentum der Blausee GmbH.[9][10] Dieser und weiteren zur Gruppe zählenden Firmen, die sich ebenfalls der Entwicklung und wirtschaftlichen Nutzung von Eigentumsland widmen, gehören mehrere Bergbaufolgeseen und angrenzende Grundstücke in Mitteldeutschland, darunter auch der Gröberner See südlich von Gräfenhainichen.[11][12][13][14] 2019 erwarb die Blausee GmbH Anteile an der Ferropolis-Betreibergesellschaft.[15]

Einschränkung der Nutzung durch Bergrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis August 2020 war die öffentliche und private Nutzung der Seefläche und des Uferstreifens aufgrund des geltenden Bergrechts nur im Rahmen von Sondergenehmigungen möglich, über die das Landesamt für Geologie und Bergwesen entscheiden musste. Die Bebauung der Uferbereiche blieb solange ausgeschlossen. Zuständiger Bergbausanierer ist die LMBV.[16][17]

2006 wurde im Rahmen einer Zwischennutzung erstmals das Baden unter Aufsicht von Rettungsschwimmern ausschließlich für zwei Badestellen genehmigt.[18] Diese Situation bestand 2010 und 2015 weiter.[19][20] Auch 2019 unterlag der See noch dem Bergrecht.[21]

Am 29. August 2020 wurde schließlich vom Landkreis Wittenberg eine neue Verordnung zur Regelung der Benutzung des Gremminer Sees veröffentlicht. Diese erlaubt seitdem das Baden an den ausgewiesenen Badestellen, das Befahren des Sees mit kleinen Fahrzeugen (im Sinne der Verordnung ist damit jeder Schwimmkörper (inkl. Board) gemeint, der zur Fortbewegung bestimmt ist (mit und ohne Elektromotor), sowie Ruder- und Segelboote mit einer Länge von nicht mehr als 10 Metern und weniger als 2,50 Meter Breite) sowie das Tauchen unter Beachtung u. a. naturschutzrechtlicher Bestimmungen.[22]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2020 ist die Nutzung des Gremminer Sees zum Baden, Tauchen und für verschiedene andere Wassersportarten gestattet. Zwei Badestellen am Süd- und am Westufer des Gremminer Sees können genutzt werden. Am Freilichtmuseum Ferropolis befindet sich ein Fahrradverleih, zudem wird dort seit 2020 das Campen unter Baggern angeboten. Ein von Schülern gestalteter Kunstpfad führt vom Stadtbalkon Gräfenhainichen in Richtung Ferropolis. Um den See herum führt ein teilweise asphaltierter Rundweg. Der Gremminer See liegt an der RadrouteKOHLE | DAMPF | LICHT | SEEN, die u. a. die verschiedenen Bergbaufolgeseen der Region miteinander verbindet.[23]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gremminer See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (Hrsg.): Landschaften im Wandel – Bergbaufolgeseen in Mitteldeutschland. LMBV Unternehmenskommunikation, Senftenberg 2018, Gremminer See und Gröberner See, S. 10 ([1] [PDF]).
  2. Ulf Rostalsky: Das lange Warten am See. In: Mitteldeutsche Zeitung. Nr. 24.11.2015, Juni.
  3. a b Stadt Gräfenhainichen – Flächennutzungsplan Gräfenhainichen – 1. Änderung – Bekanntmachung. Seite 23. www.graefenhainichen.de, 25. März 2019, abgerufen am 26. September 2019.
  4. Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (Hrsg.): Mitteldeutsches Braunkohlenrevier – Wandlungen und Perspektiven: Golpa-Nord/Gröbern. LMBV Unternehmenskommunikation, Senftenberg 2010, Sanierung des Tagebaus Golpa-Nord, S. 14 ([2] [PDF]).
  5. a b Wasseranstieg im Gremminer See bis 2015 geplant. (PDF) In: LMBV konkret. 17, Nr. 5, Oktober 2012, S. 5.
  6. Ulf Rostalsky: Gremminer See: Flutung wird verschoben. www.mz-web.de, 15. August 2013, abgerufen am 26. September 2019.
  7. Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (Hrsg.): Neue Ufer – Sanierungsbericht 2004. LMBV Unternehmenskommunikation, Berlin 2005, Die Vermarktung der sanierten Liegenschaften hat weiter Priorität, S. 39 ([3] [PDF]).
  8. Große Pläne für einen jungen See / Camp soll entstehen. In: Mitteldeutsche Zeitung. Nr. 13.3.2008, Juni.
  9. Homepage der Blausee GmbH. www.blausee-groebern.de, abgerufen am 26. September 2019.
  10. Blausee GmbH, Gröbern. www.northdata.de, abgerufen am 26. September 2019.
  11. Sebastian Schneider: Die neuen Seen. Wem gehört der Osten? (MDR-Fernsehserie). www.mdr.de, 26. August 2010, abgerufen am 26. September 2019.
  12. Sebastian Schneider: Sie werden Seen. Rund um Leipzig, wo die DDR am schmutzigsten war, werden alte Tagebaue zu Naturwundern. www.zeit.de, 26. August 2010, abgerufen am 26. September 2019.
  13. Steffen Höhne: Milliardär Merckle investiert: Seenland in Schwabenhand. www.mz-web.de, 24. August 2016, abgerufen am 26. September 2019.
  14. Doreen Beilke: Die Gesichter des Neuseenlandes. www.mz-web.de, 19. September 2017, abgerufen am 26. September 2019.
  15. Tourismus soll gefördert werden: Blausee GmbH aus Gröbern kauft Anteile von Ferropolis. www.mz-web.de, 7. Mai 2019, abgerufen am 26. September 2019.
  16. Michael Hübner: Verbotenes Paradies. In: Mitteldeutsche Zeitung. Nr. 13.5.2014, Juni.
  17. Thomas Schöne: Geld aus Kohleausstieg für Gräfenhainichen? www.wittenbergersonntag.de, 25. März 2019, abgerufen am 26. September 2019.
  18. Gremminer See ab Juni frei für alle? www.mz-web.de, 28. April 2006, abgerufen am 26. September 2019.
  19. Michael Hübner: Lebensgefahr am Gremminer See / WARNUNG Experten halten ein gefahrloses Baden für unmöglich. Landrat erteilt Melt-Festival Auflagen. In: Mitteldeutsche Zeitung. Nr. 15.7.2010, Juni.
  20. Ulf Rostalsky: Der Traum vom Bad: Badeparadies künftig am Gremminer See. www.mz-web.de, 21. August 2015, abgerufen am 26. September 2019.
  21. Thomas Schöne: Die Zukunft von Ferropolis zwischen Rost und Farbe. www.allgemeinebauzeitung.de, 1. Februar 2019, abgerufen am 26. September 2019.
  22. Das Amtsblatt für den Landkreis Wittenberg, Ausgabe 17 vom 29.08.2020, abgerufen am 18. März 2021.
  23. WelterbeRegion Anhalt-Dessau-Wittenberg: Gremminer See, abgerufen am 18. März 2021.