Dübener Heide

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Typisches Landschaftsbild

Die Dübener Heide ist eine Landschaft im Osten von Sachsen-Anhalt und Norden von Sachsen, zwischen Elbe und Mulde, am nördlichen Rand der Leipziger Tieflandsbucht.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Begrenzt wird sie im Westen von Dessau, im Norden von der Elbniederung (Wittenberg, Pretzsch), im Südosten von Torgau, im Süden von Eilenburg und dem Verlauf der Mulde über Bad Düben und Bitterfeld.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dübener Heide ist eine durch die Saaleeiszeit geprägte Endmoränenlandschaft (Hochfläche von Gräfenhainichen-Schmiedeberg) mit überwiegend sandigen Böden. Unter dieser pleistozäner Bedeckung lagern/lagerten braunkohleführende Schichten. Der überwiegende Teil der Dübener Heide ist mit Wald bedeckt.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der östliche Teil der Dübener Heide mit dem Kurort Bad Düben ist als Naturpark Dübener Heide ausgewiesen. Im westlichen Teil um Gräfenhainichen und Bitterfeld wurde bis zum Ende der 1980er Jahre Braunkohle im Tagebau gefördert, wodurch die Waldlandschaft auf großen Flächen zerstört wurde. Inzwischen werden die Tagebaue saniert und die Restlöcher geflutet. In der Nähe von Gräfenhainichen entstand auf einer Halbinsel im gefluteten Tagebau „Ferropolis“, ein Technikmuseum, in dem Tagebaugroßgeräte und Schienenfahrzeuge gezeigt werden.

Zu DDR-Zeiten wurde ein Betriebsferienlager des Lehrkombinats "Otto Grotewohl" in der Alten Winkelmühle betrieben.

Mundart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Dübener Heide hat sich ein eigener Dialekt herausgebildet. Dabei handelt es sich um eine Unterart des Obersächsischen, welches zum mitteldeutschen Sprachraum gehört. Ein Verein Dübener Heide hat ein Wörterbuch der Dübener Heide herausgegeben.[1] Der Volksmund beschreibt die Dübener Heide wie folgt:

„Düben is ne arme Stadt,
in Schwemsal krein se's Brot nicht satt,
in Tornau loofen se nackig un bloß,
in Söllche is de Armut groß,
in Räse, Bräse, Pouch
da schrein se himmelhoch,
da müssen se sich ernährn
von lauter Heidelbeern,
und wenn se die nicht find’n,
da müsse se Besen bind’n,
und wenn se das nicht könn’n,
da müssen se betteln geh’n,
und wenn se das nicht woll’n,
muß sie der Deiwel hol’n!“

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Fritzsche: Die Dübener Heide - Reise und Wanderbuch. Düben 1922. (Reprint: Naumburger Verlagsanstalt 2005. ISBN 3-86156-144-1.)
  • Otto Kieser: Aus dem Volksmund der Heimat. Wörterbuch der Dübener Heide und der angrenzenden Gebiete. In: Verein Dübener Heide e. V (Hrsg.): Mitteilungen u. Berichte des Vereins Dübener Heide e. V. 1. Auflage. Streubel, Düben 1940, DNB 574303650.
  • Manfred Wilde: Dübener Heide. In: Die Reihe Archivbilder. Sutton, Erfurt 1999, ISBN 978-3-89702-122-8.
  • Hans-Joachim Böttcher: SAX-FÜHRER Dübener Heide, Sax-Verlag. Beucha 2003. ISBN 3-934544-44-4.
  • Hans-Joachim Böttcher: Still und voll herber Schönheit - Schlösser und ihre Gärten in der Dübener Heide. Verlagshaus Heide-Druck. Bad Düben 2006. ISBN 978-3-00-020880-5.
  • Hans-Joachim Böttcher: Streifzüge durch die Dübener Heide. Sutton Verlag. Erfurt 2007. ISBN 978-3-86680-243-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wörterbuch der Dübener Heide

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dübener Heide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien