Grenadill

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Grenadill
Dalbergia melanoxylon (tree).jpg

Grenadill (Dalbergia melanoxylon)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Dalbergieae
Gattung: Dalbergien (Dalbergia)
Art: Grenadill
Wissenschaftlicher Name
Dalbergia melanoxylon
Guill. & Perr.
Grenadill-Holz

Dalbergia melanoxylon ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Dalbergien (Dalbergia) in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae). Grenadill, auch afrikanisches Grenadill (englisch: african blackwood, auch african ebony; portugiesisch: pau-preto) ist der Handelsname des Holzes von Dalbergia melanoxylon. Es ist zu unterscheiden sowohl von Granadilla (Dalbergia granadilla), welches in Südamerika vorkommt, als auch von Ebenholz (Diospyros; engl. ebony); dies kann leicht zur Verwirrung führen.[1] Als Vertreter der Dalbergia-Gattung ist es eng verwandt mit den Rosenhölzern und Palisander-Hölzern.[2] Dalbergia melanoxylon ist mikroskopisch eindeutig zu identifizieren.[3]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dalbergia melanoxylon wächst als Baum bis zu einer Höhe von 4.5 bis 7.5 Metern,[2] bzw. 6 bis 9 Metern nach anderer Quelle.[4] Die reifen Bäume sind fast alle hohl, so dass verschiedene Tierarten dort Schutz finden.[5]

Grenadill-Holz ist ein tief dunkelbraunes bis fast schwarzes Hartholz der Palisander-Familie mit feiner schwarz-violetter Zeichnung. Mit einer Dichte von 1400 kg/m³ und einer durchschnittlichen Darrdichte von 1200 kg/m³ [2] (bzw. 1270 kg/m³ nach anderer Quelle[4]) ist Grenadill eines der schwersten Hölzer überhaupt. Das dunkle Kernholz ist von einer leuchtend gelben, recht dünnen Splintholzschicht umgeben, der allgemein verwendete Teil des Baumes ist das Kernholz. Es ist sehr fein und homogen strukturiert und fühlt sich bei Berührung glatt und etwas ölig an.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.[6]

Verbreitung und regionale Bezeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dalbergia melanoxylon kommt in trockenen Savannengebieten im südlichen Ostafrika (Sudan bis Simbabwe) und in Westafrika (Senegal bis Nigeria und Tschad) vor, gilt aber in vielen Teilen als bedroht oder ausgebeutet.[7] Die Hauptverbreitung liegt in Mosambik, wo es Mosambik-Ebenholz genannt wird, und in Tansania, wo es als mpingo bekannt ist.[2]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grenadill-Holz wird vor allem aus Mosambik und Tansania importiert und wurde im Handel früher falsch und irreführend als Senegal-Ebenholz oder Mosambik-Ebenholz bezeichnet, obwohl es nicht zur Ebenholz-Familie gehört. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde es von portugiesischen Händlern erstmals nach Europa gebracht und hat sich seither einen festen Platz im Holzblasinstrumentenbau erobert.

Die internationale Nachfrage teilt sich im Wesentlichen in die folgenden drei Bereiche ein:[3]

  • Weltweite Nachfrage für Musikinstrumente;
  • Nachfrage Chinas für die Möbelherstellung;
  • Internationale Nachfrage an afrikanischen Holzschnitzarbeiten (meist im Rahmen von Tourismus).

Wegen der hohen Härte werden bei der Verarbeitung Sägen mit Zähnen aus Hartmetall verwendet. Wegen seiner hohen Dichte ist es luftundurchlässig und aufgrund der Härte lassen sich in das Holz exakte und scharfe Kanten drechseln.[8] Es wird vor allem im Holzblasinstrumentenbau hauptsächlich für Klarinetten, Oboen und Querflöten, aber auch für Blockflöten und einige Sackpfeifen wie die Great Highland Bagpipes verwendet. Auch Teile von Orgeltastaturen werden mitunter aus Grenadill gefertigt. Inzwischen wird es auch beim Bau von akustischen Gitarren (z. B. George Lowden) verwendet. Musikinstrumente machen jedoch nur einen geringen Anteil am weltweiten Verbrauch von Grenadillholz aus.

Seines langsamen Wuchses und des derzeit steigenden Verbrauchs wegen treten bereits erste Engpässe in der Versorgung mit Grenadillholz auf. Seit dem 2. Januar 2017 ist Dalbergia melanoxylon, wie alle Dalbergien, im Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES aufgelistet. Der Handel mit Grenadillholz und aus diesem hergestellten Produkten unterliegt seitdem strengen Kontrollen.[9]

Aus diesen Gründen experimentieren seit einiger Zeit manche Holzblasinstrumentenbauer zum Herstellen ihrer Instrumente mit Alternativhölzern. Bei Klarinetten z. B. könnte Mopane eine zunehmende Rolle spielen.

Neben der Holznutzung spielt die Art auch eine Rolle als Viehfutter – das Laub und die Früchte werden besonders von Ziegen gerne gefressen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anthony B. Cunningham: Trady study of selected east African timber production species, BfN-Skripten 445, Bundesamt für Naturschutz, Bonn 2016, ISBN 978-3-89624-182-5
  • Andrew Duncan, Gwen Rigby: Der Hobbytischler – Technik der Holzverarbeitung, Deutsche Ausgabe in Zusammenarbeit mit der Meisterschule Ebern für das Schreinerhandwerk, Orbis Verlag, München 1984, ISBN 3-572-00763-1
  • William Lincoln et al: The Enyclopedia of Wood, Facts On File, Limited, Oxford 1989, ISBN 0-8160-2159-7

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A. Cunninghman, S. 34.
  2. a b c d W. Lincoln, S. 88.
  3. a b A. Cunningham, S. 40.
  4. a b African Blackwood auf wood-database.com, abgerufen am 7. März 2017.
  5. A. Cunningham, S. 38.
  6. Dalbergia melanoxylon bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  7. A. Cunningham, S. 36.
  8. A. Duncan, G. Rigby, S. 201.
  9. Bundesamt für Naturschutz: Beschlüsse der 17. CITES Vertragsstaatenkonferenz (September/Oktober 2016). Siehe Weblink.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grenadill (Dalbergia melanoxylon) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien