Grenadill

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Grenadill
Dalbergia melanoxylon (tree).jpg

Grenadill (Dalbergia melanoxylon)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Dalbergieae
Gattung: Dalbergien (Dalbergia)
Art: Grenadill
Wissenschaftlicher Name
Dalbergia melanoxylon
Guill. & Perr.
Grenadill-Holz

Dalbergia melanoxylon ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Dalbergien (Dalbergia) in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae). Afrikanisches Grenadill (englisch: African Blackwood) ist der Handelsname des Holzes von Dalbergia melanoxylon.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dalbergia melanoxylon wächst als Baum.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dalbergia melanoxylon kommt in trockenen Savannengebieten der Sahel- und Sudanzone vom Senegal bis nach Eritrea und über die ostafrikanischen Savannen bis zum nördlichen Südafrika vor.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grenadill-Holz (englisch African Blackwood) ist ein tief dunkelbraunes bis fast schwarzes Hartholz der Palisander-Familie mit feiner schwarz-violetter Zeichnung. Es wird vor allem aus Mosambik und Tansania importiert und wurde im Handel früher falsch und irreführend als Senegal-Ebenholz oder Mosambik-Ebenholz bezeichnet, obwohl es nicht zur Ebenholz-Familie gehört. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde es von portugiesischen Händlern erstmals nach Europa gebracht und hat seither einen festen Platz im Holzblasinstrumentenbau erobert.

Mit einer Dichte von 1400 kg/m³ und einer Darrdichte von 1200 kg/m³ ist Grenadill eines der schwersten Hölzer. Das dunkle Kernholz ist von einer leuchtend gelben, recht dünnen Splintholzschicht umgeben, der allgemein verwendete Teil des Baumes ist das Kernholz. Es ist sehr fein und homogen strukturiert und fühlt sich bei Berührung glatt und etwas ölig an. Wegen der hohen Härte werden bei der Verarbeitung Sägen mit Zähnen aus Hartmetall verwendet. Wegen seiner hohen Dichte ist es luftundurchlässig und auf Grund der Härte lassen sich in das Holz exakte und scharfe Kanten drechseln.[1] Es wird vor allem im Holzblasinstrumentenbau hauptsächlich für Klarinetten, Oboen und Querflöten, aber auch für Blockflöten und einige Sackpfeifen wie die Great Highland Bagpipes verwendet. Auch Teile von Orgeltastaturen werden mitunter aus Grenadill gefertigt. Inzwischen wird es auch beim Bau von akustischen Gitarren (z.B. George Lowden) verwendet.

Auf Grund seines langsamen Wuchses und des derzeit steigenden Verbrauchs treten bereits erste Engpässe in der Versorgung mit Grenadillholz auf. So wird für Instrumente wie etwa die Great Highland Bagpipes, die traditionell fast immer aus Grenadill gebaut werden, mittlerweile nach alternativen Holzarten gesucht.

Neben der Holznutzung spielt die Art auch eine Rolle als Viehfutter – das Laub und die Früchte werden besonders von Ziegen gerne gefressen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andrew Duncan, Gwen Rigby: Der Hobbytischler – Technik der Holzverarbeitung, Deutsche Ausgabe in Zusammenarbeit mit der Meisterschule Ebern für das Schreinerhandwerk, Orbis Verlag, München 1984, ISBN 3-572-00763-1

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andrew Duncan, Gwen Rigby: Der Hobbytischler – Technik der Holzverarbeitung, Deutsche Ausgabe in Zusammenarbeit mit der Meisterschule Ebern für das Schreinerhandwerk, Orbis Verlag, München 1984, ISBN 3-572-00763-1, S. 201.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grenadill (Dalbergia melanoxylon) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien