Grengiols

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Grengiols
Wappen von Grengiols
Staat: Schweiz
Kanton: Wallis (VS)
Bezirk: Östlich Raronw
BFS-Nr.: 6177i1f3f4
Postleitzahl: 3993
Koordinaten: 650894 / 135245Koordinaten: 46° 22′ 0″ N, 8° 6′ 0″ O; CH1903: 650894 / 135245
Höhe: 995 m ü. M.
Fläche: 58,5 km²
Einwohner: 431 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 7 Einw. pro km²
Website: www.grengiols.ch
Grengiols

Grengiols

Karte
Vordersee (VS) Stausee Gibidum Bettmersee Blausee (Oberwallis) Stausee Chummibort Geisspfadsee Züesee Lago di Devero Lago di Agàro Italien Italien Bezirk Brig Bezirk Goms Bezirk Visp Bezirk Westlich Raron Bettmeralp VS Bister VS Bitsch VS Grengiols Mörel-Filet RiederalpKarte von Grengiols
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Grengiols (walliserdeutsch Grängelsch [ˈgræŋːəlʃ][2]) ist eine Munizipalgemeinde und eine Burgergemeinde im Bezirk Östlich Raron des Schweizer Kantons Wallis.

Grengiols besteht aus der Hauptsiedlung und den Weilern Zenhäusern, Bädel, Bächerhäusern, Viertel und Hockmatte sowie Deisch und Nussbaum. Das Dorf liegt in einer Rinne des südlichen Talhangs und weist ein Ortsbild von ausgeprägter Eigenart auf. Das Dorfbild ist der Teil schützenswerten Schweizer Ortsbilder von nationaler Bedeutung.

Charakteristisch ist der alte Dorfplatz mit seinem torartig verengten Zugang, der zu einem von geschlossenen Häuserfronten umgebenen Platz führt; von dort steigt der strassendorfartige Dorfteil steil eine enge Rinne empor, an deren Endpunkt Kirche, Pfarrhaus und Schulhaus einen besonderen Siedlungsakzent setzen.

Die Weiler Zenhäusern und Bädel liegen westlich, Bächerhäusern, Viertel und Hockmatte östlich der Hauptsiedlung. Besonders erwähnenswert ist der Weiler Hockmatte, der zu den anmutigsten Siedlungen des Wallis zählt.

Deisch und Nussbaum sind rechtsufrig der Rhone gelegen; bei beiden Weilern handelt es sich hauptsächlich um neuere Chaletsiedlungen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nächste grössere Ortschaft Brig ist 13 km entfernt. Grengiols liegt auf der Südseite des oberen Rhonetales auf einem durch Geländeterrassen unterteilten Hang. Geografisch gehört es zum Goms und Aletschgebiet. Das stattliche Dorf liegt am linken Talhang, leicht erreichbar zwischen Mörel, Fiesch und Ernen. Es liegt ein wenig abseits der Hauptstrasse Furka – Sitten und vier Stationen der Matterhorn-Gotthard-Bahn von Brig entfernt.

Der zur Gemeinde Grengiols gehörende Weiler Deisch ist vor allem durch den Kehrtunnel «Deischerkehre» bekannt, in dem die Matterhorn-Gotthard-Bahn eine Steigung zwischen dem Haltepunkt Grengiols und Deisch auf einem Zahnradabschnitt bewältigt. Deisch bildet die Grenze zwischen dem Bezirk Östlich Raron und Goms.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Fluss Rotten auf 800 m ü. M. gegen Süden bis zur italienischen Grenze auf 3272 m ü. M. (höchster Punkt: Helsenhorn). Das Gemeindegebiet ist Teil des Landschaftsparks Binntal. Der Grossteil der Gemeindefläche von 5849 ha ist unproduktiv (ca. 3000 ha), d. h. wildromantische und unberührte Natur aus Alpweiden und Bergzügen; nur ein knappes Prozent der Gemeindefläche ist Siedlungsgebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grengiols findet sich erstmals 1052 als Graneirolis urkundlich bezeugt; weitere frühe Nennungen sind Graniols (1297) und Greniols (1301). Der Name geht auf das lateinische Diminutiv (Plural) granariolas «kleine Kornspeicher» zurück.[2]

Anlässlich der archäologischen Sondierungen 1979 auf dem Schlosshubel konnten zwei unterschiedliche Kulturschichten aus der Bronzezeit festgestellt werden. Auch gallorömische Gräber wurden auf dem Gemeindegebiet gefunden, welche zusammen mit römischen Münzfunden auf eine Besiedelung während der Zeit des Römischen Reiches hindeuten.

Die erste urkundliche Erwähnung ist vermutlich die Schenkungsurkunde vom 12. Juni 1052 des Bischof Heimo I., in der er dem Domkapitel von Sitten die Herrschaft Graneirolis schenkte. Hierbei handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Grengiols. Im Hochmittelalter unterstand das Gebiet der Oberhoheit von Savoyen, welches durch seinen Vasallen, den Herrn von Grandetsch (Granges bei Siders), und später durch die Grafen von Mörel vertreten wurde. 1799 wurde der Ort mit seiner Kirche von österreichischen Soldaten niedergebrannt, welche auf der Flucht vor den Franzosen waren.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Botanik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grengiols ist bekannt für die weltweit einzige Tulpenart, die nur noch in dieser Gemeinde vorkommt. Es handelt sich hierbei um die Grengjer-Tulpe oder in der Fachsprache Tulipa grengiolensis. Das Vorkommen von Tulipa grengiolensis beschränkt sich zurzeit auf das Gemeindegebiet von Grengiols. Derzeit sind drei verschiedene Formen dieser Tulpe dokumentiert: die gelbe Tulpe, die rot-gelbe Tulpe und die rote Tulpe.

Grengjer Tulpe

Sunnutreelleta[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grengiols im Schatten an einem eigentlich sonnigen Wintertag

Aufgrund seiner Lage in einem engen Gebirgstal wird Grengiols jeweils für den Zeitraum von Ende November bis Mitte Januar nicht von der Sonne beschienen. Seit 1998 feiern die Bewohner jeden dritten Herbst im November das Fest der Sunnetreelleta, bei dem die Sonne symbolisch verabschiedet wird, indem sie in Form eines dreieinhalb Meter grossen Rades das Dorf hinunter gerollt („treellet“) wird. Es handelt sich dabei um eine Kombination von weltlichem um kirchlichem Fest.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grengiols – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. a b Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 410.
  3. Sunnetreelleta im Schneegestöber. Abgerufen am 5. Mai 2016.