Grenze zwischen Irland und dem Vereinigten Königreich

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Karte mit der inneririschen Grenze
Im nördlichen Teil der Insel Irland verläuft die innerirische Grenze

Die Grenze zwischen Irland und dem Vereinigten Königreich (englisch The Republic of Ireland – United Kingdom border) oder einfacher Innerirische Grenze ist die internationale Grenze im Nordosten der Insel Irland, die Nordirland, also den irischen Teil des Vereinigten Königreichs (UK), vom Rest der Insel, der Republik Irland, trennt.

Sie wird auch einfach die Irische Grenze (engl. The Irish border) oder – auf der Insel selbst – schlicht Die Grenze (engl. The border) genannt. Sie erstreckt sich über knapp 500 Kilometer vom Lough Foyle im Norden bis zum Carlingford Lough im Osten an der Irischen See. Sie ist die einzige Landgrenze zwischen den beiden Staaten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da beide Teile Irlands seit 1923 zur Common Travel Area (deutsch „gemeinsames Reisegebiet“) gehören,[1] gibt es in der Regel keine Grenzkontrollen, obwohl sowohl das Vereinigte Königreich als auch die Republik Irland berechtigt sind, solche durchzuführen, was bei bestimmten Gelegenheiten auch geschieht. Die Grenze wurde 1920 vom britischen Parlament im Rahmen des Government of Ireland Act geschaffen, worin Irland ohne Nordirland in eine begrenzte Unabhängigkeit entlassen wurde. Sechs der zweiunddreißig Grafschaften der Insel blieben mit dem Namen Northern Ireland unter britischer Kontrolle, während die übrigen sechsundzwanzig unabhängig wurden. 1921 wurde der Anglo-Irische Vertrag unterzeichnet. Die Grenze war ursprünglich gedacht als eine interne administrative Aufteilung innerhalb des Britischen Empire zwischen dem Königreich von Großbritannien und Nordirland und dem Dominion Irland, wurde aber zunehmend zu einer internationalen Grenze: Am 29. Dezember 1937 wurde in Irland die Republik ausgerufen und seit 1949 ist Irland nicht mehr Mitglied des Commonwealth.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heutige offene Grenze an der Killeen School Road zwischen Newry und Dundalk mit dem Grenzverlauf am Verkehrsschild (Foto von 2007)

Im Rahmen der Brexit-Verhandlungen erwies sich zwischen 2016 und 2019 die künftige Gestaltung der Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland als eines der Kernprobleme nach dem erwarteten Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union (EU), der 2017 rechtlich wirksam in die Wege geleitet wurde und nach damaligem Ermessen im März 2019 vollzogen werden sollte.[2] Die EU und das Vereinigte Königreich stellten im Rahmen der Austrittsverhandlungen gemeinsam fest, dass die Grenze der Republik Irland zu Nordirland eine Grenze ohne sichtbare generelle Kontrollen bleiben soll. Hierzu wurde im Vertragsentwurf des Austritts die sogenannte „Backstop-Klausel“ hinterlegt. Da an einer Außengrenze der Europäischen Union zwingend generelle Warenkontrollen stattfinden müssen, sieht der Backstop vor, dass das Vereinigte Königreich nach seinem Austritt zunächst in der Europäischen Zollunion verbleibt,[3] was bei Brexit-Befürwortern im britischen Unterhaus im Dezember 2018 auf erheblichen Widerstand stieß.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reality Check: Would Brexit mean border controls for NI? In: BBC News. 7. Juni 2016, abgerufen am 11. Dezember 2018 (englisch).
  2. Kerstin Leitel, Carsten Volkery: Diese Grenze ist das ungelöste Brexit-Problem. In: Handelsblatt. 23. Mai 2018, abgerufen am 11. Dezember 2018.
  3. Sigrid Ulrich: Was bedeutet der Backstop, die Brexit-Notbremse? In: Euronews. 10. Dezember 2018, abgerufen am 10. Dezember 2018.
  4. Brexit-Abstimmung im britischen Unterhaus wird verschoben. In: Märkische Onlinezeitung. 10. Dezember 2018, abgerufen am 11. Dezember 2018.
Grenze zwischen Irland und dem Vereinigten Königreich (Alternativbezeichnungen des Lemmas)
Grenze Republik Irland-Vereinigtes Königreich; The Republic of Ireland – United Kingdom border; Irische Grenze; the Irish border; the Border