Gudrun Hentges

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Gudrun Hentges (* 1964 in Wittlich) ist eine deutsche Politologin. Seit 2016 ist sie Professorin für Politikwissenschaft an der Universität zu Köln.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gudrun Hentges studierte von 1983 bis 1990 Politikwissenschaft, Soziologie, Philosophie und Französisch an der Philipps-Universität Marburg und 1985/86 an der Université Paris VIII. 1991 diplomierte sie am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Philosophie der Marburger Universität. Von 1991 bis 1996 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Marburger Institut für Politikwissenschaft und danach beim Deutschen Bundestag. Sie wurde 1998 bei Reinhard Kühnl an der Philosophischen Fakultät mit ihrer Dissertation Schattenseiten der Aufklärung. Die Darstellung von Juden und »Wilden« in philosophischen Schriften des 18. und 19. Jahrhunderts zum Dr. phil. promoviert.

Von 1998 bis 2004 war sie wissenschaftliche Assistentin an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. Dort arbeitete sie an der politikwissenschaftlichen Abteilung mit Christoph Butterwegge zusammen. Sie war Mitglied des Vorstands der Forschungsstelle für interkulturelle Studien und tätig im Rahmen des EU-Projekts Socio-economic Change, Individual Reactions, and the Appeal of the Extreme Right. 2002 war sie Fellow am Deutschen Historischen Institut Washington. Von 2004 bis 2017 war sie Professorin für Politikwissenschaft an der Hochschule Fulda. Seit dem 1. Oktober 2016 lehrt und forscht sie an der Universität zu Köln, wo sie an der Humanwissenschaftlichen Fakultät (Campus Nord) den Lehr- und Forschungsbereich „Politikwissenschaft, Bildungspolitik und Politische Bildung“ leitet.

Seit 2004 ist sie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Forschungsstelle für interkulturelle Studien an der Universität zu Köln.

Gemeinsam mit Volker Hinnenkamp, Hans-Wolfgang Platzer und Anne Honer (1951 – 2012) ist sie seit 2007 Mitherausgeberin der interdisziplinären Schriftenreihe des „Centrums für interkulturelle und europäische Studien“.

Seit 2011 ist sie Beiratsmitglied des Netzwerks Berufliche Eingliederung und Integration für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge.[1] Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds.

2013 habilitierte sie sich an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln mit der Schrift Staat und politische Bildung. Von der „Zentrale für Heimatdienst“ zur „Bundeszentrale für politische Bildung. Diese wurde von Christoph Butterwegge begleitet.

Seit April 2016 ist sie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des österreichisch-ungarischen Forschungsprojekts “Solidarity in times of crisis – Socio-economic change and political orientations in Austria and Hungary” (2016–2019). Dieses Projekt – gefördert von dem österreichischen „Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung“ – wird durchgeführt von der Universität Wien (Jörg Flecker) und der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (István Grajczjar).

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien / Anthologien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schattenseiten der Aufklärung. Die Darstellung von Juden und »Wilden« in philosophischen Schriften des 18. und 19. Jahrhunderts (= Studien zu Politik und Gesellschaft). Wochenschau Verlag, Schwalbach im Taunus 1999, ISBN 3-87920-485-3.
  • mit Christoph Butterwegge, Janine Cremer, Alexander Häusler, Thomas Pfeiffer, Carolin Reißlandt, Samuel Salzborn: Themen der Rechten – Themen der Mitte. Zuwanderung, demografischer Wandel und Nationalbewusstsein Leske + Budrich, Opladen 2002, ISBN 3-8100-3419-3.
  • mit Malte Meyer: Right-Wing Extremist Attitudes In Germany – Implications of Competitive Nationalism and Neoliberalism. USB Publication, Köln 2003, ISBN 3-931596-51-6.
  • mit Justyna Staszczak: Geduldet, nicht erwünscht. Auswirkungen der Bleiberechtsregelung auf die Lebenssituation geduldeter Flüchtlinge in Deutschland (= CINTEUS-Reihe, Band 6), Ibidem Verlag, Stuttgart 2010.
  • Staat und politische Bildung. Von der »Zentrale für Heimatdienst« zur »Bundeszentrale für politische Bildung«. Mit einem Vorwort von Christoph Butterwegge, Springer VS, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-531-18670-2.

Herausgeberschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Guy Kempfert, Reinhard Kühnl: Antisemitismus. Geschichte – Interessenstruktur – Aktualität (= Distel-Hefte. Band 26). Distel Verlag, Heilbronn 1996, ISBN 3-929348-05-5.
  • mit Christoph Butterwegge, Fatma Sarigöz: Medien und multikulturelle Gesellschaft (= Interkulturelle Studien. Band 3). Leske + Budrich, Opladen 1999, ISBN 3-8100-2501-1.
  • mit Christoph Butterwegge: Alte und Neue Rechte an den Hochschulen (= Agenda-Politik. 19). Agenda Verlag, Münster 1999, ISBN 3-89688-060-8.
  • mit Christoph Butterwegge: Zuwanderung im Zeichen der Globalisierung. Migrations-, Integrations- und Minderheitenpolitik (= Interkulturelle Studien. Band 5). Leske + Budrich, Opladen 2000, ISBN 3-8100-2603-4. (4. Auflage 2009, VS Verlag für Sozialwissenschaften)
  • mit Christoph Butterwegge: Politische Bildung und Globalisierung. Leske + Budrich, Opladen 2002, ISBN 3-8100-2602-6.
  • mit Christoph Butterwegge: Massenmedien, Migration und Integration. Herausforderungen für Journalismus und politische Bildung (= Interkulturelle Studien. Band 17). VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-15047-2. (2. Auflage 2006)
  • mit Christoph Butterwegge: Rechtspopulismus, Arbeitswelt und Armut. Befunde aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Budrich, Opladen u.a. 2008, ISBN 978-3-86649-071-0.
  • mit Volker Hinnenkamp, Almut Zwengel: Migrations- und Integrationsforschung in der Diskussion. Biografie, Sprache und Bildung als zentrale Bezugspunkte. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-15318-6. (2. Auflage 2010)
  • mit Hans-Wolfgang Platzer: Europa – Quo Vadis? Ausgewählte Problemfelder der europäischen Integrationspolitik. VS Verlag, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-17381-8.
  • mit Bettina Lösch: Die Vermessung der sozialen Welt. Neoliberalismus – extreme Rechte – Migration im Fokus der Debatte. VS Verlag, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-16829-6.
  • mit Kristina Nottbohm, Mechtild M. Jansen, Jamila Adamou: Sprache – Macht – Rassismus. Metropol, Berlin 2014, ISBN 978-3-86331-121-6.
  • mit Kristina Nottbohm und Hans-Wolfgang Platzer: Europäische Identität in der Krise? Europäische Identitätsforschung und Rechtspopulismusforschung im Dialog, Springer VS, Wiesbaden 2017 (i. E.), ISBN 978-3-658-14950-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datenbanken
Inhaltliches

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BLEIB in Hessen