Gunnar F. H. Spellmeyer

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 Gunnar F. H. Spellmeyer, 2017 – by Patrice Kunte
Gunnar Spellmeyer, 2017 – by Patrice Kunte

Gunnar F. H. Spellmeyer (* 1. Mai 1964 in Osnabrück) ist ein deutscher Designer und Professor für Industrial Design Entwurf und Entwurfspräsentation an der Hochschule Hannover (HsH).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spellmeyer studierte zwischen 1983 und 1990 Industrial Design bei Gerhard Strehl (ehemaliger Rektor der Kunsthochschule Weißensee). Am 10. Oktober 1988 gründete er zusammen mit Andreas von Cube, Holger Müller, Andreas Radde, Andreas Schulz, Nikolaus Tams und Stefan Züchner das Designbüro „formfürsorge“, das er zuletzt mit Nikolaus Tams bis 2005 führte.

Von 1992 bis 1998 unterrichtete Spellmeyer an der Werkakademie für Gestaltung in Hannover, hatte Lehraufträge an der Köln International School of Design (KISD) und der Fachhochschule Hannover.

Im Jahr 2000 wurde Spellmeyer zum Professor für Industrial Design Entwurf und Entwurfspräsentation an die heutige Hochschule Hannover berufen. 2001 erhielt er von der Vereinigten Universität Hefei, Provinz Anhui, China eine Ehrenprofessur. In der Hochschule Hannover initiierte er als ausgebildeter Existenzanalytiker (s. auch Logotherapie und Existenzanalyse) u.S. eine Lebensberatungsstelle für Studierende (2010) und ›Nexster‹, das heutige Entrepreneurshipcenter der Hochschule Hannover. Mit dem Ausbau des Entrepreneurshipcenters leitet Spellmeyer zusammen mit Prof. Dr. Christian Lehmann Nexster als Stabsstelle und ist hier für Kreativität und Entrepreneurship zuständig.

Als junger Designer wurde er u. a. 1992 von der Raymond Loewy Foundation mit dem Lucky Strike Designer Award ausgezeichnet. Seit 2011 ist Spellmeyer ehrenamtlich stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Kreativnetzwerkes kre-H-tiv[1] und engagiert sich in Hilfsprojekten des Lions Club Hannover (als Präsident 2016/2017).[2] Spellmeyer hat drei Töchter und lebt in der Region Hannover.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spellmeyers Interesse gilt insbesondere einem Design, das den Menschen und seine Bedürfnisse ins Zentrum stellt, dem sog. "Human-centered Design" (HCD). Er entwirft vornehmlich Konsumgüter, Möbel, Verpackungen sowie Lebensmittel und kümmert sich um relevante Innovationen in Unternehmen.

Spellmeyer arbeitete für Unternehmen wie Bahlsen, Bree, Nils Holger Moormann, Haus Rabenhorst, Hutschenreuther, Casala, Oase, Landeskirche Hannover, Sparkasse Hannover, VGH Versicherungen und ist Spezialist für kreatives Denken und Design Thinking.

Im Verlauf seiner beruflichen Tätigkeit und dem Umgang mit Kreativen konzentrierte er sich immer mehr auf erfinderische Prozesse, die kreativen Personen und ihre Umfelder sowie die Wege einer Idee in die Welt.

Zusammen mit seinen internationalen Kollegen im Bereich Entrepreneurship (Fenny de Boer, Groningen; Sabine Mueller, Dijon; Vaidotas Levickis, Klaipeda; Dick de Vries, Groningen; Michael Damskjaer, Aarhus; Dörte Roloff, Hannover) wurde er für das gemeinsame entwickelte Programm einer internationalen Entrepreneurship-Summerschool mit dem ›Innovation and Teaching Excellence Award‹ ausgezeichnet. Das Programm zeichnet sich durch eine Erweiterung des Design Thinking Gedankens aus und fördert explizit die Haltung der Offenheit sowie die unternehmerische Persönlichkeit im interkulturellen Kontext.

Zusammen mit Mario Leupold und Dörte Roloff entwickelte Spellmeyer das mit dem Innovationsfonds der Stadt Hannover ausgezeichnete Format ›Prototypenparty‹ – hier haben Erfinder, Designer, Maker oder Hacker die Möglichkeit, niederschwellig und frühzeitig vor Live-Publikum ihre Prototypen zu testen.[3]

Lehrtätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992–2000 Werkakademie für Gestaltung im Handwerk
  • 1996 Gastdozentur an der Köln International School of Design (KISD), Köln
  • 1996–1998 Lehrauftrag an der Fachhochschule Hannover
  • 1998–2000 V.-Professur an der Fachhochschule Hannover
  • 2000 bis heute Professur an der heutigen Hochschule Hannover (HsH)
  • 2000–2001 Vorträge, Workshops und Seminare an der VU Hefei, China
  • 2005–2010 Vorträge, Workshops und Seminare am National Institute of Design, Ahmedabad, Indien
  • 2013 bis heute Design Thinking Workshops im islamischen Raum am Institut Seni Indonesia, Yogyakarta[4][5], Java, Indonesien, sowie in Klaipeda, Litauen und Dijon, Frankreich.

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992 Materialinspirationen, Galerie Kolon, Köln
  • 1992 formfürsorge, Modus Moebel, Berlin[6]
  • 1992 formfürsorge, Galeria Zoltan, Mailand
  • 1992 XXL, Am Saum der Möbel, Galerie Kunst und Raum, Hannover
  • 1996 formfürsorge, Handwerksform Hannover
  • 1998 formfürsorge, Kunstverein Langenhagen

Auszeichnungen, Aufnahmen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1987 1. Preis: ›Einrichtungsgegenstände‹, Wettbewerb des Verband der Creativen Inneneinrichter; Hamburg – Gartenliege
  • 1987 und 1988 Design Plus, Rat für Formgebung, Frankfurt – Schneidbrett Pigment, Ascher Cenicero
  • 1990 Deutsche Auswahl, Stuttgart – Schneidbrett ecco
  • 1991 Auswahl Peter Steuyvesant Jung-Designer des Jahres, Roter Punkt Design Zentrum NRW
  • 1992 Lucky Strike Junior Design Award, Raymond Loewy Foundation, Hamburg
  • 1996 Preisträger Design Wettbewerb ›Türdrücker‹ HEWI, FSB, Handwerkskammer Hannover – Türdrücker
  • 2015 Innovationsfonds der Stadt Hannover mit ›Prototypenparty 2.0‹
  • 2015 Innovation and Entrepreneurship Teaching Excellence Award 2015 mit ›face‹ des ›European Conference on Innovation and Entrepreneurship (ECIE)‹
  • 2018 Stadtkulturpreis des Freundeskreis Hannover für kre-H-tiv Netzwerk e.V.[7]

Aufnahme in folgende Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neue Sammlung des Staatlichen Museums für angewandte Kunst, München: Schneidbrett Pigment – formfürsorge
  • Vitra Design Museums, Weill am Rhein: Hocker Festus – formfürsorge
  • Museum für Kunst & Gewerbe, Hamburg: Hocker Festus, Regal Tell – formfürsorge
  • Museum August Kestner, Hannover: Schrank Bandit, Schneidbrett Pigment – formfürsorge
  • MAK, Frankfurt: Schrank Bandit – formfürsorge
  • Stedelijk Museum, Amsterdam: Stuhl Thor – formfürsorge

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Weltzien, Martin Scholz (Hrsg.), et.al.: Materialimpulse – Wie sich das entwerferische Denken mit dem Material formt in „Die Sprachen des Materials“, S. 37 – 45, 2016, (Reimer, Dietrich – Verlag), ISBN 978-3-496-01560-4
  • Hardy Seiler, Hendrik Schwedt (Hrsg.): FuturXchange, 2015, Vorwort „raus aus dem Monolog. Und rein in die Zukunft.“ S. 3
  • Institut für Auslandsbeziehungen e.V. (Hrsg.), Ursula Zeller (verantwtl.): bewußt, einfach – Das Entstehen einer alternativen Produktkultur, Ausstellungsband des Instituts für Auslandsbeziehungen e.V., 1998, S. 89: formfürsorge ›bandit‹
  • Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg: Ideen sitzen, S. 152/153, formfürsorge festus, ISBN 978-3-923859-77-1
  • Carlo Pirovano (Editor in Chief): History of Industrial Design — 1919 – 1990, The Dominion of Design, Beitrag von Herbert Lindinger „Germany: The Nation of Functionalism“, S. 86–101; 1991, Electa Milan
  • Marion Godau, Bernd Polster: Design Lexikon Deutschland, S. 182/183 und S. 257; Köln: DuMont, 2000, ISBN 3-7701-4429-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. kre-H-tiv Netzwerk, Vorstand (Memento des Originals vom 23. Dezember 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/kre-h-tiv.net, abgerufen am 15. Dezember 2016
  2. Lions Club Hannover, abgerufen am 15. Dezember 2016
  3. Prototypenparty
  4. Programm Studi Baru am Institut Seni Indonesia Yogyakarta
  5. Workshop International Design Thinking Yogyakarta
  6. Modus Möbel, Ausstellungen (s. formfürsorge)
  7. Freundeskreis Hannover feiert Jubiläum. Abgerufen am 5. Dezember 2018.