Gunnar Stålsett

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Gunnar Johan Stålsett (* 10. Februar 1935 in Nordkap als Gunnar Sirkka) ist ein norwegischer lutherischer Theologe und Politiker. Von 1998 bis 2005 war er Bischof des Bistums Oslo. Gegenwärtig vertritt er Ågot Valle im Norwegischen Nobelkomitee.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium der Evangelischen Theologie in Oslo, am Bethany Lutheran Seminary in Minnesota und in Heidelberg wurde Stålsett 1962 zum Pfarrer der Norwegischen Kirche ordiniert. Von 1964 bis 1970 war er Dozent für Systematische Theologie an der Missionshochschule in Stavanger, anschließend Generalsekretär des Zwischenkirchlichen Rates seiner Kirche.

Nach kürzerer Tätigkeit als Gemeindepfarrer in Elverum wurde er 1982 Generalsekretär der norwegischen Bibelgesellschaft und des Verlagshauses Verbum. 1985 wurde er zum Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes gewählt. Hier setzte er sich besonders für Frieden und Menschenrechte, für eine Stärkung der südlichen Kirchen sowie für das Leitbild der Communio ein. Nach seinem Rücktritt 1994 wurde er Rektor des Seminars für Praktische Theologie an der Universität Oslo. 1998 wurde er zum Bischof von Oslo berufen. Hier zog er besondere Kritik auf sich, als er, gegen ein Votum des Bischofskollegiums, 2001 erstmals einen offen in homosexueller Partnerschaft lebenden Theologen ordinierte. 2005 ging Stålsett in den Ruhestand, nahm aber weiterhin besondere Aufgaben wahr, z.B. als Leiter des Europäischen Rates religiöser Oberhäupter (ECRL).

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Ministerpräsident Lars Korvald wirkte er von Oktober 1972 bis Oktober 1973 als Staatssekretär im Ministerium für Kirche, Bildung und Kultur. 1977 bis 1979 war er Vorsitzender der Senterpartiet. In der Legislaturperiode 1977–1981 war er Nachrückerkandidat seiner Partei für das Storting. 1985–1990 und 1994–2002 gehörte er dem Nobelkomitee zur Vergabe des Friedensnobelpreises an. 2012 wurde er erneut in das Gremium berufen.

Stålsett wurde zwischen 2006 und 2010 als norwegischer Sonderbotschafter in Osttimor eingesetzt.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stålsett ist Komtur des Sankt-Olav-Ordens. 2013 erhielt er den Niwano-Friedenspreis[1].

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stålsett ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Som deg selv. Tyve tekster til vår tid, Gyldendal, Oslo 2005
  • Julens budskap. I begynnelsen var fortellingen, Gyldendal, Oslo 2003
  • Hva er da et menneske? Tekster til tro og tanke, Gyldendal, Oslo 2002
  • Under samme himmel. Taler og prekner, Verbum, Oslo 2000
  • Following Christ together. Sermons and addresses on communion, service and hope, WCC Publications, Genf 1994

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Norman A. Hjelm, Prasanna Kumari, Jens Holger Schjørring (Hrsg.): Vom Weltbund zur Gemeinschaft. Geschichte des Lutherischen Weltbundes 1947–1997, Hannover 1997, S. 452-456.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressemitteilung (englisch) (PDF; 122 kB)