Gunnar Winkler

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Gunnar Winkler (* 21. März 1931 in Hamburg) ist ein deutscher Sozialwissenschaftler. Er war von 1974 bis 1990 Vorsitzender des Wissenschaftlichen Rates für Sozialpolitik und Demographie der DDR und war von 2002 bis 2014 Präsident des Bundesverbandes der Volkssolidarität.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Winkler, Sohn eines Dachdeckers und einer Angestellten, wuchs in Leipzig auf und besuchte dort die Volksschule. 1946 trat er in die KPD ein und wurde durch die Zwangsvereinigung von SPD und KPD im selben Jahr Mitglied der SED. Von 1948 bis 1950 absolvierte er eine Ausbildung als Bergmann im Uranbergbau der Sowjetischen Aktiengesellschaft Wismut und war dort später hauptamtlicher Sekretär der FDJ-Grundorganisation. Von 1952 bis 1956 studierte er Wirtschaftswissenschaften an den Universitäten Leipzig und Halle.

Von 1956 bis 1967 war Winkler Assistent, später Dozent für Betriebsökonomie an der Hochschule der Gewerkschaften in Bernau und wurde 1967 an der Hochschule für Ökonomie Berlin promoviert. 1970 wurde er an der Gewerkschaftshochschule ordentlicher Professor für sozialistische Betriebswirtschaft und Leiter der Sektion Arbeit und Sozialpolitik. 1973 wurde er zum Doktor der Wissenschaften promoviert. 1977 wechselte Winkler als wissenschaftlicher Mitarbeiter in das Zentralinstitut für Philosophie der Akademie der Wissenschaften der DDR (AdW), 1978 wurde er Direktor des neu gegründeten Instituts für Soziologie und Sozialpolitik (ISS) der AdW in Berlin. Von 1974 bis 1990 war Winkler Vorsitzender des Wissenschaftlichen Rates für Sozialpolitik und Demographie der DDR und verantwortlich für die landesweite Forschung auf diesen Gebieten. Von 1984 bis 1990 war er Mitglied des Wissenschaftlichen Rates für Grundfragen der führenden Rolle der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei. Er war Gründer und Herausgeber des von 1981 bis 1989 erschienenen Jahrbuchs für Soziologie und Sozialpolitik. Von 1990 bis zur Abwicklung des Instituts 1991 war Winkler geschäftsführender Direktor des ISS. Während der Wende und friedlichen Revolution war er Mitglied des Wissenschaftlichen Rates für Grundsatzfragen der Forschung und Entwicklung beim Ministerrat der letzten und einzigen frei gewählten Regierung der DDR.

1992 war Winkler Mitbegründer des Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrums Berlin-Brandenburg und von 1993 bis 2004 dessen Geschäftsführer. Er war von 1990 bis 2004 Herausgeber der Schriftenreihe Umbruch und der Quartalszeitschrift Sozialreport. Winkler befasst sich mit der sozialen Lage in den neuen Bundesländern und ausgewählter sozialer Gruppen. Seit 2000 ist Winkler Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin und war von 2002 bis 2014 Präsident des Bundesverbandes der Volkssolidarität, seit 2014 Ehrenpräsident.[1][2]

Winkler ist verheiratet und hat vier Töchter. Er lebt in Bernau bei Berlin.

Winkler zeichne, so Kritiker, in sozialwissenschaftlichen Studien häufig ein übertrieben negatives Stimmungsbild der Bewohner der fünf neuen Länder. Hiervon profitiere die PDS/Die Linke. Winkler greife auf Studien des von ihm gegründeten Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrum Berlin-Brandenburg zurück. Das Allensbach-Institut und Brandenburgs SPD-Generalsekretär Klaus Ness bezeichnen seine Studien als „völlig unseriös“. Die DDR-Staatssicherheit stellte 1985 fest, Winkler sei ein „konsequent parteilicher Wissenschaftler“.[3]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Soziologie (Mitautor), Dietz Verlag Berlin, 1977
  • Theorie und Praxis der Sozialpolitik. Berlin 1979.
  • . (Hrsg.): Lexikon Sozialpolitik. Berlin 1987.
  • . (Hrsg.): Geschichte der Sozialpolitik. Berlin 1989.
  • Die Region der neuen Alten. Fakten und Positionen zur sozialen Situation älterer Bürger in den neuen Bundesländern 1990 bis 2005. Berlin 2006.
  • Die deutsche Vereinigung 1989 bis 2015 - Positionen der Bürgerinnen und Bürger, herausgegeben Volkssolidarität Bundesverband e. V., Berlin 2015

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.volkssolidaritaet.de/bundesverband/bundesverband-ev/der-bundesvorstand/
  2. Ein kritisch, konstruktiver Mahner, In: Neues Deutschland, 21. März 2011.
  3. Focus: Konsequent parteilich vom 20. August 2007, Seiten 36 und 37.