Gustav Albrecht zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Gustav Albrecht Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, vollständiger Name Gustav Albrecht Alfred Franz Friedrich Otto Emil Ernst Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (* 28. Februar 1907 in Berleburg; † 1944 in der Sowjetunion, offiziell für tot erklärt 29. November 1969) war das Familien-Oberhaupt des ehemals fürstlichen Hauses zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg.

Leben und Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gustav-Albrecht zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg wurde als Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg geboren. Er war der älteste Sohn aus der Ehe von Richard zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (1882–1925) und Magdalene zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg (1895–1976).[1][2] Bruder Ludwig Ferdinand starb am 22. November 1943 im Alter von 33 Jahren in der Nähe von Tschernjachiw (Tschernjechoff) bei den Kämpfen um die ukrainische Stadt Schytomyr, zusammen mit weiteren Führungskräften seines Regiments. Sein jüngerer Bruder Christian Heinrich (1908–1983) wurde von Fürst August zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein (1868–1948) im Jahre 1927 adoptiert, um ein Erlöschen der Linie Sayn-Wittgenstein-Hohenstein zu verhindern.[3]

Er besuchte die Höhere Knaben und Mädchenschule in Berleburg und ab Ostern 1922 die Klosterschule im thüringischen Roßleben, wo er im Frühjahr 1925 die Reifeprüfung bestand.[4] Er war Mitglied des Corps Suevia Tübingen.

Erbprinz Gustav Albrecht trat im Alter von 18 Jahren als Chef des Hauses zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg das Erbe seines Vaters an, nachdem dieser bei einem Verkehrsunfall in der Nähe von Hanau ums Leben kam.

Er war in der deutschen Wehrmacht zuletzt Rittmeister der Reserve und Ic-Stabsoffizier der 23. Panzer-Division. Er ist seit dem 24. Juni 1944 bei Orscha in Russland vermisst. Am 18. August 1944 wurde er posthum mit dem Deutschen Kreuz in Silber ausgezeichnet.[5] 1969 wurde er offiziell für tot erklärt. Sein Testament wirkt offenbar noch in der Enkelgeneration nach, nachdem ein Sohn seines jüngeren Bruders Ludwig Ferdinand sich für berechtigt hält, seinen letzten Willen gerichtlich anzugreifen.[6][7][8][9] Jedoch hat das AG Bad Berleburg (Az. 2 LW 3 /17) diese Berechtigung zurückgewiesen.[10]

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gustav Albrecht heiratete am 26. Januar 1934 die schwedische Gräfin Margareta Fouché d’Otrante. Aus der Ehe mit Margareta gingen folgende Kinder hervor:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Burkardt, Ulf Lückel: Das Fürstliche Haus zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg. Deutsche Fürstenhäuser, Heft 17, Börde-Verlag Werl, 2008.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genealogisches Handbuch des Adels, Fürstliche Häuser. Band XIX, Sayn-Wittgenstein. C.A. Starke Verlag, 2011, ISBN 978-3-7980-0849-6, S. 314–338.
  2. Almanach de Gotha. Sayn und Wittgenstein. Justus Perthes, 1944, S. 284–291.
  3. Johannes Burkhardt, Ulf Lückel: Das Fürstliche Haus zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, Deutsche Fürstenhäuser, Heft 17, Börde-Verlag Werl, 2008, S. 30.
  4. Fürst Gustav Albrecht zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg. Kurzer Artikel im Wittgensteiner Kreisblatt vom 6. Mai 1925 im Zusammenhang mit einem Nachruf auf den verstorbenen Vater.
  5. Prinz Richard zu Sayn-Wittgenstein-Berleb im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  6. Pressemeldung Kanzlei Jochen König, Duisburg sowie Leiter der Rentkammer Berleburg, Johannes Röhl vom 1. August 2018, abgedruckt in der Westfalenpost, Lokalteil Wittgenstein vom gleichen Tag.
  7. Christoph Vetter: Familienstreit in Wittgenstein um das Erbe von Prinz Richard. In: Westfalenpost vom 1. August 2018, letzter Zugriff: 23. Oktober 2018, 09.20 h
  8. Lars-Peter Dickel: Familienstreit im Fürstenhaus beschäftigt das Amtsgericht. Streitwert wird auf eine halbe Milliarde Euro taxiert. Hintergrund ist eine Auseinandersetzung um ein 76 Jahre altes Testament. Westfalenpost vom 5. Februar 2019, S. PBB 1.
  9. Lars-Peter Dickel: https://www.wp.de/staedte/wittgenstein/wittgensteiner-fuerstenhaus-heute-thema-vor-gericht-id216617333.html, letzter Zugriff am 8. März 2019, 11.15 h.
  10. Westfalenpost (PBB) vom 7. Mai 2019: Erste Entscheidung um Fürstenerbe.