Gusti Wolf

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Gusti Wolf, eigentlich Augusta Wolf, (* 11. April 1912 in Wien; † 5. Mai 2007 ebenda) war eine österreichische Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1912 als Tochter einer Arbeiterfamilie geboren, wollte Gusti Wolf ursprünglich Malerin werden. Nach Schauspielunterricht bei Karl Forest gab sie in Krumau an der Deutschen Schaubühne am 25. Oktober 1933 ihr Debüt. 1934 stand sie als Prinz York in Richard III. erstmals auf der Bühne des Wiener Burgtheaters, weitere Stationen waren 1934/35 die Kammerspiele in Wien unter der Direktion von Erich Ziegel, das Deutsche Theater in Mährisch-Ostrau und 1936 bis 1940 die Münchner Kammerspiele bei Otto Falckenberg, der ihr wichtigster Lehrmeister wurde. Von 1939 bis zur Theatersperre 1944 war sie an der Volksbühne Berlin engagiert.

In Stella Kadmons Kabarett Zum Lieben Augustin entdeckten Fritz Grünbaum und Karl Farkas ihr komisches und musikalisches Talent. Sie schrieben für Gusti Wolf zwei Revuen, die über 100-mal in den Wiener Kammerspielen gespielt wurden.

Seit 1946 gehörte sie zum Ensemble des Burgtheaters, seit 1987 war sie dort Ehrenmitglied. Zu ihren erfolgreichsten Rollen auf der Bühne gehörte der Puck in William Shakespeares Ein Sommernachtstraum. Sechs Jahrzehnte stand sie im Burgtheater auf der Bühne. Ihr Repertoire reichte von Nestroy über Schnitzler und Hofmannsthal bis zu Horvath und zeitgenössischen Stücken. Zuletzt stand sie im Herbst 2006 als Fremdenführerin in der Mozartjahr-Produktion Mozartwerke GmbH auf der Bühne. Ihre berührendste Altersrolle war die Großmutter in Azengrubers „Das vierte Gebot“ in Felix Dvoraks Berndorfer Festspielen.

Seit 1937 stand Gusti Wolf auch immer wieder vor der Filmkamera, seit den 60er Jahren arbeitete sie auch häufig fürs Fernsehen. Zu den prominentesten TV-Figuren, die sie verkörperte, zählten etwa die Mutter Kottan in der satirischen Krimiserie Kottan ermittelt und Rosa in der Serie Rosa und Rosalind.

Privat war die Schauspielerin 13 Jahre lang mit dem 1968 verstorbenen Bühnenbildner Teo Otto liiert, dessen künstlerischen Nachlass sie nach seinem Tod betreut und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat.

In ihren Erinnerungen Gusti Wolf erzählt aus ihrem Leben zog sie zuletzt das Resümee: „Es wird mir bewusst, dass ich mein Leben bisher so gelebt habe, wie ich es mir vorgenommen habe zu leben.“

Das Ehrenmitglied des Wiener Burgtheaters, Kammerschauspielerin Professor Gusti Wolf, ist am Samstag, dem 5. Mai 2007, wenige Wochen nach Vollendung ihres 95. Lebensjahres, in ihrer Heimatstadt Wien gestorben. Sie wurde am 15. Mai in einem Ehrengrab der Stadt Wien auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 33G, Nr 38) beerdigt.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]