Das Riesenrad

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Filmdaten
OriginaltitelDas Riesenrad
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1961
Länge109 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieGéza von Radványi
DrehbuchLadislas Fodor
ProduktionArtur Brauner
MusikHans-Martin Majewski
KameraFriedl Behn-Grund
SchnittJutta Hering
Besetzung

Das Riesenrad ist ein Filmmelodram im Stil einer Familien- und Zeitchronik aus dem Jahre 1961. Unter der Regie von Géza von Radványi stand das Traumpaar des deutschen Films der frühen 1950er Jahre, Maria Schell und O. W. Fischer, nach acht Jahren erstmals wieder gemeinsam vor der Kamera.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gezeigt wird die Chronik einer großbürgerlichen, adeligen Wiener Familie über drei Generationen: von den ausgehenden Jahren des Habsburgerreiches über die erste Republik und den Anschluss Österreichs unter Hitler bis zur frühen Nachkriegszeit. Das titelgebende Riesenrad im Wiener Prater ist Treff- und Angelpunkt entscheidender Ereignisse und Begegnungen im Leben der Protagonisten und symbolisiert zugleich das über viele Jahrzehnte hinweg einzig Beständige in den unruhigen Zeiten des 20. Jahrhunderts.

Rudolf von Hill gilt als das schwarze Schaf einer Dynastie von Uhrenfabrikanten. Als Offizier wird er im Ersten Weltkrieg verwundet. Dennoch bahnt sich für ihn eine aussichtsreiche Zukunft an. Er übernimmt die Fabrik von seinem Vater und heiratet die junge Elisabeth, Tochter eines Buchhändlers. Die unruhigen 20er Jahre hinterlassen auch bei dem Ehepaar von Hill ihre Spuren. Als Elisabeth allzu sehr über die Stränge schlägt und sich ihrer Vergnügungssucht hingibt, kommt es zu einer Ehekrise, die die beiden jedoch zu meistern wissen. Im Jahre 1940 trifft die beiden von Hills ein schwerer Schicksalsschlag: Sie verlieren ihren einzigen Sohn.

Als der Zweite Weltkrieg zu Ende geht, stirbt Elisabeth an Leukämie und beider Tochter Gisela geht als frisch verheiratete Ehefrau nach Amerika. Rudolf bleibt allein zurück und fühlt sich bald einsam und verlassen. Dann gibt es eines Tages eine entscheidende Wende in seinem Leben, und jemand anderer wird sein Werk weiterführen. Im Riesenrad sitzend und in Erinnerungen schwelgend, stirbt Rudolf mit einem verklärten Lächeln im Gesicht.

Produktionsnotizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedreht wurde Das Riesenrad zwischen dem 13. Februar und dem 30. April 1961 in Wien (Außenaufnahmen) und in den CCC-Studios in Berlin-Spandau.

Die Uraufführung fand im Juli 1961 während des Internationalen Filmfestivals in Moskau statt. Am 25. August 1961 war die deutsche Premiere in Hannover. Dem Film lag die Romanvorlage „The Fourposter“ von Jan de Hartog zugrunde.

Derselbe Stoff wurde 1952 als Das Himmelbett mit Lilli Palmer und Rex Harrison in Hollywood verfilmt.

Die Produktionsleitung übernahm Georg M. Reuther, die Filmbauten entwarfen Willi Schatz und Johannes Ott. Rudolf Nussgruber war Radvanyis Regieassistent, von Claudia Herbig stammten die Kostüme.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films schrieb: „Ein in Dialog und Darstellung gepflegter Starfilm von großer Publikumswirksamkeit.“[1]

Der Spiegel befand in seiner 39. Ausgabe vom 20. September 1961 auf Seite 91: „Filmautor Ladislas Fodor verlegte den Ort der Handlung aus dem amerikanischen Schlafgemach in mancherlei Wiener Behausungen und erweiterte das Bühnenstück durch konventionelle Späße und langweilige Rührseligkeiten. In den tränenfreien Filmpassagen kichert und albert Maria Schell bis zu ihrem Film-Tod durch Blutkrebs; O. W. Fischer als Film-Gatte überschreitet die Grenze des Erträglichen erst in der letzten Szene: Mit eisgrauem Schnurrbart und Silberhaar verscheidet er erinnerungstrunken im Riesenrad des Wiener Praters.“[2]

Der Evangelische Film-Beobachter zog folgendes Fazit: „Das Zeit- und Menschenbild stellt sich zu elegant und oberflächlich dar, um überzeugend und wahrhaftig zu wirken.“[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus Brüne (Red.): Lexikon des Internationalen Films Band 6, S. 3117. Reinbek bei Hamburg 1987.
  2. Das Riesenrad in spiegel.de
  3. Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 569/1961