Hüfigletscher

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Hüfigletscher
Clariden.jpg
Lage Kanton Uri, Schweiz
Gebirge Glarner Alpen
Typ Talgletscher
Länge 6,7 km (2011)[1]
Fläche 12,63 km² (2013)[2]
Eisvolumen 1,12 ± 0,28 km³ (1997)[3]
Koordinaten 708221 / 185602Koordinaten: 46° 48′ 46″ N, 8° 51′ 24″ O; CH1903: 708221 / 185602
Hüfigletscher (Kanton Uri)
Hüfigletscher
Entwässerung Chärstelenbach, Reuss, Aare, Rhein

Der Hüfigletscher oder Hüfifirn ist ein Talgletscher in den südwestlichen Glarner Alpen, im Kanton Uri in der Zentralschweiz. Er ist knapp 7 km lang, im oberen Teil bis zu 3 km, im engen Talbereich jedoch kaum mehr als 500 m breit. Mit einer Fläche von knapp 13 km² bildet der Hüfigletscher die grösste vergletscherte Fläche in den Glarner Alpen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Düssistock, im Talhintergrund ist die Zungenspitze des Hüfigletschers zu erkennen, aufgenommen vom Eingang zum Brunnital mit Blick nach Norden

Seinen Ursprung hat der Hüfigletscher an der Südwestflanke des Clariden auf rund 3000 m ü. M. Der obere Teil des Gletschers bildet eine weite Arena mit einem Durchmesser von 3 km, flankiert von den Felsspitzen des Schärhorns (3295 m ü. M.), Chammliberg (3215 m ü. M.), Clariden (3267 m ü. M.), Heimstock (3102 m ü. M.) und im Süden vom Düssistock (3256 m ü. M.). Aus dieser Arena fliesst der Talgletscher verhältnismässig steil nach Südwesten ab in das Maderanertal, ein östliches Seitental der Reuss in der Gemeinde Silenen. Gegen Osten ist der Hüfigletscher über den firnbedeckten Claridenpass oder Hüfipass (2955 m ü. M.) mit dem Claridenfirn verbunden. Die Gletscherzunge befindet sich derzeit auf 1650 m ü. M. hinter einem natürlichen See, von dem der Chärstelenbach abfliesst.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Hochstadium während der Kleinen Eiszeit um die Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich der Hüfigletscher rund 2 km zurückgezogen. Obwohl das Nährgebiet des Gletschers nur auf einer Höhe von 2800 m bis 3000 m ü. M. liegt, reicht das Gletschereis bis auf 1650 m ü. M. hinunter. Die Gletscherzunge gehört damit zu den niedrigsten in den Alpen, weil sie in einem sehr engen, schattigen Tal liegt. Unter der Gletscherzunge ist der Hüfisee entstanden.

Entwicklung des Gletschers[1]
Jahr 1850 1973 1999/2000 2011
Fläche (km²) 15,1 13,6 13,3 12,63 (2013)[2]
Länge (km) 9,2 7,1 7 6,7
Flächenentwicklung des Hüfigletschers[1][2]

SAC-Hütten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Hütten des Schweizer Alpen-Clubs SAC stehen am Rand des Hüfigletschers: die Hüfihütte[4] auf 2334 m ü. M. am Nordhang des Grossen Düssi oberhalb der Gletscherzunge sowie die Planurahütte (2947 m ü. M.) auf einer Felsspitze südlich des Claridenpasses.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hüfifirn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Die grössten Gletscher. (xlsx) Bundesamt für Statistik, Raum und Umwelt, 12. Dezember 2014, abgerufen am 7. November 2020.
  2. a b c Factsheet Hüfigletscher. In: GLAMOS - Glacier Monitoring in Switzerland. Abgerufen am 7. November 2020.
  3. Daniel Farinotti, Matthias Huss, Andreas Bauder, Martin Funk: An estimate of the glacier ice volume in the Swiss Alps. In: Global and Planetary Change. 68: 225–231, 2009 (online; PDF; 756 kB).
  4. Hüfihütte