Habitat for Humanity

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Habitat for Humanity
Gründung 1976 (Deutschland 1998)
Gründer Millard Fuller
Sitz Americus, GA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Motto Weil jeder ein Zuhause braucht
Schwerpunkt Hausbau für bedürftige Menschen, Katastrophenhilfe und -vorsorge
Aktionsraum weltweit
Geschäftsführung Jonathan Reckford
Umsatz 250.235.592 US-Dollar (2017)
Website www.habitat.org
www.habitatforhumanity.de

Habitat for Humanity ist eine internationale, christliche und überkonfessionelle Non-Profit-Organisation, die 1976 in Americus, Georgia (USA) gegründet wurde. Es ist die Hilfsorganisation, die den Fokus ihrer Arbeit auf das Zuhause legt.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktiv in weltweit etwa 70 Ländern setzt sich Habitat for Humanity für das Recht auf ein Dach über dem Kopf ein. Im Rahmen umfangreicher Projekte werden Hilfsmaßnahmen umgesetzt, die in Zusammenhang mit dem thematischen Fokus Zuhause stehen

In 70 Ländern weltweit baut und renoviert Habitat for Humanity gemeinsam mit Freiwilligen und den Projektbegünstigten solide Häuser und ist in der Katastrophenvorsorge und im nachhaltigen Wiederaufbau nach Naturkatastrophen tätig. Diese Hausbau, Nachrüstungs- und Renovierungsarbeiten ermöglichen den Menschen, sich das Fundament für eine gesündere, selbstbestimmtere Zukunft zu bauen. Projekte aus den Bereichen Wasser, Sanitär und Hygiene (WASH) sowie Trainings zu Gesundheit, Einkommen und Landrecht, oftmals mit dem Fokus auf Waisen und besonders gefährdete Kinder (OVC) ergänzen die internationalen Hilfsprogramme. Darüber hinaus ist Habitat for Humanity als Experte für katastrophensichere Bauweise in der Katastrophenvorsorge und im langfristigen Wiederaufbau nach Naturkatastrophen tätig. Durch die Netzwerkstruktur kann Habitat for Humanity häufig auf bereits vorhandene Büros, Landeskenntnisse, erprobte Strukturen und Partnerschaften zurückgreifen und arbeitet eng mit lokalen Behörden, anderen Hilfsorganisationen und der betroffenen Bevölkerung zusammen.

Im Freiwilligenprogramm Global Village kann jeder helfen und sich in einem Bauprojekt von Habitat for Humanity engagieren.

Habitat for Humanity Deutschland ist eine von etwa 70 Vertretungen von Habitat for Humanity International und in Deutschland mit Sitz in Köln ein eingetragener gemeinnütziger Verein und eigenständiger Teil des internationalen Habitat for Humanity-Netzwerks. Habitat for Humanity Deutschland ist Mitglied im Deutschen Spendenrat und erhielt als eine der ersten 15 Organisationen in Deutschland das Zertifikat für Transparenz – verliehen nach einer intensiven Prüfung durch unabhängige Auditoren.[1] Weitere Mitgliedschaften bestehen bei Aktion Deutschland Hilft, Venro und der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.

Warum ein Zuhause[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weil jeder ein Zuhause braucht – das Zuhause ist mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Es steht im direkten Zusammenhang mit einer gesunden Entwicklung von Kindern, verbessert Bildungs- und Einkommensmöglichkeiten und bietet Schutz und Geborgenheit. Der Einsatz für ein menschenwürdiges Zuhause durch praktizierte Hilfe zur Selbsthilfe ist ein Kampf gegen Armut und Chancenlosigkeit und trägt so zum elften Sustainable Development Goal der Vereinten Nationen (SDGs) bei. Das Ziel ist die Förderung von Stärke, Stabilität und Unabhängigkeit der Projektbegünstigten durch das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe, Die Projektbegünstigten sind keine Almosenempfänger; sie werden in die Projektplanungen eingebunden, bezahlen die Baumaterialien ihres Hauses, arbeiten nach Möglichkeit auf der Baustelle mit und erarbeiten sich durch Sweat Equity so ihr Eigentum. Neben den Eigenleistungen sind tatkräftige Nachbarschaftshilfe und die Unterstützung durch zahlreiche Freiwillige, die sich im Projekt engagieren, ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit von Habitat for Humanity. Zudem werden dadurch die Baukosten gering gehalten. Langfristige, gering verzinste Mikrokredite ermöglichen es so auch Familien mit geringem Einkommen, sich ein Haus zu bauen, das sie ihr Zuhause nennen. Alle Kreditrückzahlungen fließen in einen revolvierenden Fonds, aus dem fortlaufend in neue Projekte investiert wird. So entsteht eine nachhaltige, sich immer weiter verstärkende Wirkung der Hilfe. Personengruppen, denen aufgrund einer besonders kritischen Lebenssituation keine Rückzahlungen zugemutet werden können, wie zum Beispiel Waisenkinder, Witwen, schwer Erkrankte und von Naturkatastrophen betroffene Menschen, sind von der Rückzahlung ausgenommen.[2]

Als Freiwilliger ins Hilfsprojekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seite an Seite mit den Projektbegünstigten helfen Freiwillige im Projekt vor Ort beim Bau oder der Reparatur eines Hauses mit. Weil diese Freiwilligeneinsätze Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammen bringt, heißt sie im internationalen Sprachgebrauch auch „Global Village“.

Teilnehmen kann jeder, von Unternehmen und Schulen, zu privaten Gruppen und Einzelpersonen. Unternehmen nutzen diese Möglichkeit des Corporate Volunteering im Rahmen ihres gesellschaftlichen Engagements (Corporate Social Responsibility), um ein Hilfsprojekt wesentlich zu unterstützen, sich von der Sinnhaftigkeit zu überzeugen und gleichzeitig die Mitarbeitermotivation und den Teamgeist zu stärken.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Habitat for Humanity wurde 1976 von dem Rechtsanwalt Millard Fuller und seiner Frau Linda in Americus (Georgia) gegründet..[3] Als erfolgreicher Geschäftsmann und Anwalt war Fuller mit nur 29 Jahren mehrfacher Millionär. Wenige Jahre später vollzogen Millard und Linda Fuller jedoch einen radikalen Lebenswandel: Sie entschieden sich dazu, ihren Reichtum aufzugeben, verkauften ihren Besitz und spendeten ihr Vermögen für soziale Zwecke. Sie wollten ihr Leben christlichen Werten und Maßstäben ausrichten und zogen mit ihren Kindern auf die Koinonia Farm in Georgia.

Dort trafen sie Clarence Jordan und gemeinsam entstand die Idee eines Fund for Humanity. Sie fingen an, Häuser zu bauen und sie an bedürftige Familien in der näheren Umgebung zu verkaufen, die in menschenunwürdigen Wohnverhältnissen leben mussten. Sie selbst wollten mit dieser Arbeit keinen Gewinn erzielen, sondern den Teufelskreis aus Armut und Krankheit durch das Schaffen sicherer und gesunder Lebensverhältnisse durchbrechen, damit betroffenen Familien ein neues Selbstwertgefühl und damit auch Perspektiven für die Zukunft erhalten. Aus ihren Erfahrungen entwickelten die Fullers ein nachhaltiges Baukonzept, das auf Eigenleistung, Nachbarschaftshilfe, Freiwilligenengagement und einem Finanzierungsfonds basierte.

1973 zogen die Fullers mit ihren vier Kindern nach Afrika, um dort in Zaire (heute: Demokratische Republik Kongo) ihr Hausbau-Konzept zu testen. Das Experiment wurde zu einem großen Erfolg für das Entwicklungsland und Fuller war nun davon überzeugt, dass sein Modell weltweit angewendet werden könnte. Als Millard Fuller 1976 mit seiner Familie in die USA zurückkehrte, stand für ihn die Gründung der Organisation Habitat for Humanity International fest

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1989 wurde Habitat for Humanity zusammen mit Otto Königsberger, Hassan Fathy, Lauchlin Bernard Currie mit dem renommierten UN Habitat Scroll of Honour geehrt, den die Vereinten Nationen (UN) seit 1989 für außergewöhnliche Leistungen des Städte- und Wohnungsbaus verleihen (Programm der Vereinten Nationen für menschliche Siedlungen)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Aktion Deutschland Hilft" erhält Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats / Wirtschaftsprüfer bestätigen Bündnis deutscher Hilfsorganisationen verantwortungsvollen Umgang mit Spendengeldern, auf tagesspiegel.de, abgerufen am 27. September 2019
  2. Bausteine unserer Arbeit, auf habitatforhumanity.de, abgerufen am 27. September 2019
  3. Millard Fuller, 74, Who Founded Habitat for Humanity, Is Dead (3. Februar 2009), auf nytimes.com, abgerufen am 27. September 2019