Help – Hilfe zur Selbsthilfe

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Help – Hilfe zur Selbsthilfe
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Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 15. Juli 1981 in Frankfurt am Main
Sitz Bonn (Koordinaten: 50° 43′ 21,4″ N, 7° 5′ 50,4″ O)
Zweck humanitäre Hilfe, Außenhilfe, Katastrophenhilfe
Vorsitz Georg Kippels
Geschäftsführung Bianca Kaltschmitt, Timo Stegelmann
Umsatz 30.375.420 (2019)
Beschäftigte 39 (2019)
Freiwillige 24 (2019)
Mitglieder 26 (2018)
Website www.help-ev.de

Help – Hilfe zur Selbsthilfe ist eine nichtstaatliche humanitäre Hilfsorganisation mit Sitz in Bonn. Seit 1981 engagiert sie sich weltweit für Menschen in Not. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Hilfe zur Selbsthilfe. Darüber hinaus engagiert sich Help auch in der Not- und Katastrophenhilfe und ist bei Erdbeben, Tsunamis und Wirbelstürmen regelmäßig im Einsatz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Help wurde im Juli 1981 von Abgeordneten aller damals im Bundestag vertretenen Parteien und Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kirche gegründet. Der Vorstand setzt sich aus Vertretern dieser gesellschaftlichen Gruppen zusammen, darunter als Vorstandsvorsitzender Georg Kippels (MdB CDU) sowie als seine Vertreter Ute Vogt (MdB SPD) und Ottmar von Holtz (MdB Bündnis 90/Die Grünen) (Stand 2021).

Anlass für die Gründung war die Flüchtlingswelle, die die russische Invasion 1979 in Afghanistan auslöste. Help arbeitete in den ersten Jahren ausschließlich für Flüchtlinge in Pakistan.

Seit 1990 engagiert sich der Verein weltweit. Anfangs in Rumänien, dann in Afrika, Südosteuropa und verschiedenen asiatischen Ländern. Nach Naturkatastrophen oder kriegerischen Konflikten weitete Help seine Hilfsangebote auf neue Projektländer aus. Auslöser waren z. B. die Kriege in Bosnien und Irak (2003), Dürren in Afrika, Erdbeben und Tsunamis in Asien.

Dabei folgt auf die erste Soforthilfe meist ein längerfristiges Engagement zum Wiederaufbau aller Lebensbereiche durch Gesundheits- und Wasserversorgung, Ernährungs- und Existenzsicherung, Bildung und Ausbildung. Ziel war und ist die Stärkung der Selbstständigkeit und Widerstandsfähigkeit betroffener Gemeinschaften.

Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Prinzip der "Hilfe zur Selbsthilfe" fördert Help die Anstrengungen der Betroffenen von Katastrophen, Verfolgung oder Not, ihre Lebensumstände aus eigener Kraft zu verbessern. Hierzu gehören existenzsichernde Maßnahmen ebenso wie das Ankurbeln wirtschaftlicher Aktivitäten und das Stärken zivilgesellschaftlicher Kräfte. Deshalb kooperiert Help mit Partnerorganisationen vor Ort und bezieht lokale Projektteilnehmer in Planung und Umsetzung von Programmen mit ein. Durch langfristig angelegte Hilfsprojekte will Help es notleidenden Menschen ermöglichen, sich selbst zu versorgen. In Kooperation mit den Betroffenen sollen die Lebensbedingungen nachhaltig verbessert werden.

Die Themengebiete der Arbeit von Help umfassen neben der Not-, Wiederaufbau- und Entwicklungshilfe auch Wasserversorgung, Ernährungssicherung und Gesundheitsversorgung sowie Bildung, Einkommen und Klimaschutz.

Help engagiert sich in 21 Ländern mit Hilfsprojekten, darunter in der Ukraine[1], Syrien[2] dem Irak, dem Südsudan und Bosnien und Herzegowina.

Finanzierung und Transparenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DZI Spenden-Siegel

Help finanziert Projekte mit Spenden und öffentlichen Zuschüssen. Beim Amtsgericht Bonn ist Help als gemeinnütziger Verein eingetragen und wurde vom Finanzamt Bonn als förderungswürdig anerkannt. Die größten öffentlichen Geldgeber sind das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Generaldirektion für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (ECHO), die Europäische Kommission und das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP).

Help veröffentlicht jährlich einen Jahresbericht, in dem alle Einnahmen und Ausgaben dargelegt sind, und erhält seit der Einführung 1992 jährlich das vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) erteilte DZI-Spendensiegel. Zwar lagen die Werbekosten im geprüften Drei-Jahres-Zeitraum 2017–2019 über dem geforderten Limit von 30 %; aufgrund einer Ausnahmeregelung für die Überprüfungsphase wurde dies jedoch noch als "wirtschaftliche und sparsame Mittelverwendung" eingestuft.[3]

Help ist Mitglied im Deutschen Spendenrat[4] und erhielt 2020 dessen Spendenzertifikat.[5]

Der Verein ist zudem Unterzeichner der Selbstverpflichtungserklärung der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.[6] Im Jahr 2008 erreichte der Verein mehr als 75 Prozent der erreichbaren Punkte für den Transparenzpreis von PricewaterhouseCoopers, konnte jedoch nicht ins Finale einziehen.[7]

Partner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein ist Mitglied bei Aktion Deutschland Hilft, einem Zusammenschluss deutscher Hilfsorganisationen, die im Falle von Katastrophen und Notsituationen im Ausland gemeinsam Hilfe leisten. Help ist Vollmitglied bei VENRO, einem freiwilligen Zusammenschluss von rund 120 deutschen entwicklungspolitischen und humanitären Nichtregierungsorganisationen.[8]

Seit 2018 ist Help neben weiteren NGOs Unterstützer der deutschen Denkfabrik für humanitäre Hilfe, Centre for Humanitarian Action.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. NAK-karitativ.de: Projekt. Abgerufen am 5. Mai 2022.
  2. Laura Gaida: Spenden für Syrien: Sechs Wege, wie Sie den Menschen vor Ort helfen können. In: Focus Online. 23. Dezember 2016, abgerufen am 1. März 2017.
  3. Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen. Abgerufen am 5. Mai 2022.
  4. Eigenpräsentation von Help auf der Website des Deutschen Spendenrates. Abgerufen am 5. Mai 2022.
  5. Deutscher Spendenrat e.V. verleiht Spendenzertifikate an eine Rekordzahl geprüfter Organisationen. Abgerufen am 5. Mai 2022 (deutsch).
  6. Transparency International - Unterzeichner
  7. presseportal.de: CARE erhält Transparenzpreis 2008, Pressemeldung vom 27. November 2008, Zugriff am 31. Juli 2011.
  8. Für eine gelebte Transparenzkultur im gemeinnützigen Sektor. (PDF) VENRO, archiviert vom Original am 29. Dezember 2016; abgerufen am 29. Dezember 2016.