Hamburger Turnerbund von 1862

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Hamburger Turnerbund von 1862
Hamburger Turnerbund von 1862.jpg
Name Hamburger Turnerbund von 1862 e.V.
Gegründet 1. Mai 1862
Vereinssitz Hammer Steindamm 64, 20535 Hamburg
Vorsitzender Dirk Pommerening
Homepage htb62.de

Der Hamburger Turnerbund von 1862 e. V. (HTB62) ist ein Mehrspartensportverein aus Hamburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hamburger Turnerbund von 1862 e.V. wurde am 1. Mai 1862 von 19 Turnern durch eine Abspaltung vom „Bildungsverein für Arbeiter“ aus dem Stadtteil St. Georg gegründet.[1] Es kam zum Zusammenschluss mit der Borgfelder Turnerschaft „Gut Heil“ sowie dem Hamburg-St. Georg Turnverein. 50 Jahre nach der Gründung kam zur Turn- eine Schwimmabteilung.[2]

Das HTB-Mitglied Anni Holdmann wurde 1928 mit der deutschen 4x-100-Meter-Staffel Olympiasiegerin. In Person von Käthe Köhler war bei Olympia 1936 eine weitere Sportlerin des Vereins erfolgreich: Köhler gewann im Turmspringen die Bronzemedaille.[3]

Das 1935 im Hamburger Stadtteil Langenhorn eröffnete Naturbad Kiwittsmoor wird seit 1984 vom HTB62 betrieben, seit 1997 besteht ein Förderverein zum Erhalt des Naturbades Kiwittsmoor e.V.[4]

2008 ging der Hamburger Turnerbund von 1862 in die Insolvenz, da die hohen Betriebskosten von Lehrschwimmbecken an acht Standorten in Hamburg zu einer Überschuldung geführt hatten.[5] Die Lehrschwimmbecken wurden in Folge entweder geschlossen oder unentgeltlich an eine Betreibergesellschaft des Hamburger Sportbunds übertragen.[6]

Mit Stand 2019 verfügt der Verein über Abteilungen in den Sportarten Basketball, Bogenschießen, Boxen, Schwimmen, Selbstverteidigung und Wasserball.[2]

Basketball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Basketballherrenmannschaft des Vereins stieg 1971 in die Basketball-Bundesliga auf.[7] Betreut wurde die Truppe vom tschechischen Trainer Jaroslav Myslik. Stützen der Hamburger Mannschaft waren Hans-Dieter Niedlich, Erhard Apeltauer und Peter Heining.[8] Niedlich übernahm 1972 das Traineramt.[9] 1973/74 betreute erst wieder Myslik die Mannschaft,[10] die vom US-Amerikaner Mark Beckwith verstärkt wurde,[11] als weitere Neuzugänge stießen Jugendnationalspieler Thomas Timm aus Pinneberg sowie Jürgen Prieß aus Berlin zum Aufgebot. Als Schwierigkeit erwiesen sich in dieser Zeit die vergebliche Suche nach benötigten Geldmitteln sowie die mit einem Fassungsvermögen von 350 Zuschauern zu kleine Heimstätte, die Universitätssporthalle am Turmweg.[12] Im Oktober 1973 übernahm Eckardt Trowitzsch (zuvor als Spieler Mitglied der Mannschaft) das Traineramt.[13] Der US-Amerikaner Harry Hansen trainierte den HTB in der Bundesliga-Saison 1974/75. Die Hamburger hatten im Vorfeld des Spieljahres mit Mike Murray einen Landsmann Hansens verpflichtet,[14] der teils überragende Leistungen zeigte, auch Peter John sowie Peter Heining waren Pfeiler der Hamburger Truppe.[15] Die Mannschaft erreichte die Ausscheidungsrunde für die eingleisige Bundesliga,[16] schaffte aber nicht den Sprung auf einen Platz, der zur Teilnahme an der fortan nicht mehr in Nord- und Südstaffel unterteilten, sondern eingliedrigen höchsten bundesdeutschen Spielklasse berechtigt hätte.[17]

Die Herren des HTB gewannen 1979 unter Hans-Dieter Niedlich als Trainer die Meisterschaft in der Nordstaffel der 2. Basketball-Bundesliga[18] und kehrten somit in die Bundesliga zurück.[19] Nach dem Aufstieg löste Dietfried Kienast Niedlich als Cheftrainer ab, da sich Niedlich nach einer Knieverletzung einer Operation unterziehen musste und deshalb das Traineramt monatelang nicht hätte ausüben können. Verstärkt wurde die Mannschaft für das erste Erstligajahr mit Werner Spann, der vom Bundesliga-Absteiger Aschaffenburg in die Hansestadt gewechselt war.[20] Des Weiteren waren Leistungsträger der Aufstiegsmannschaft wie der US-Amerikaner Rusty Smith, Holger Arpe, Peter John und Spielmacher Klaus-Günther Mewes geblieben.[21] Zur Saison 1980/81 wurde die Mannschaft mit dem Deutsch-Kanadier John Dronsella sowie dem US-Amerikaner Doug Widtfeldt verstärkt. Nach Angaben des Hamburger Abendblatts wurden die beiden Spieler mit 1800 D-Mark monatlich vergütet und insgesamt ein Mannschaftshaushalt von 130 000 Mark aufgestellt.[22] Manager und Geldgeber der Mannschaft war Fritz Engelking.[23]

Nach der zweiten Bundesligasaison 1980/81 wurde die Mannschaft trotz sportlich erreichten Klassenerhalts[24] aus der ersten in die zweite Liga zurückgezogen. Dort fungierte Mewes 1981/82 als Spielertrainer, zu den Leistungsträger gehörten neben Mewes auch Winfried Rathje, Herwig Picht[25] sowie Rolf Gerken.[26] Zu Jahresbeginn kam der Pole Wojciech Ocwieja als Neuzugang hinzu,[27] dennoch wurde der Klassenerhalt in der zweiten Liga verpasst.[28]

In der Saison 1981/82 spielten die Damen des HTB62 unter der Leitung von Trainer Myslik in der Bundesliga.[29] Zu den Stützen des HTB-Damenkaders in der Bundesliga zählten insbesondere Heidi Lange und Petra Blum.[30]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.abendblatt.de/archive/1962/pdf/19620505.pdf/ASV_HAB_19620505_HA_017.pdf
  2. a b https://htb62.de
  3. https://www.abendblatt.de/archive/1955/pdf/19550105.pdf/ASV_HAB_19550105_HA_007.pdf
  4. https://htb62.de/kiwi
  5. Lehrschwimmbäder vorerst gerettet. In: Hamburger Abendblatt, 21. Oktober 2008.
  6. Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft: Unentgeltliche Übertragung des Eigentums an den acht mit Lehrschwimmbecken bebauten Grundstücken […]. Drucksache 19/2780, 19. Wahlperiode, 14. April 2009. (Online)
  7. https://www.abendblatt.de/archive/1971/pdf/19711018.pdf/ASV_HAB_19711018_HA_017.pdf
  8. https://www.abendblatt.de/archive/1972/pdf/19720117.pdf/ASV_HAB_19720117_HA_014.pdf
  9. https://www.abendblatt.de/archive/1972/pdf/19721002.pdf/ASV_HAB_19721002_HA_019.pdf
  10. https://www.abendblatt.de/archive/1973/pdf/19731008.pdf/ASV_HAB_19731008_HA_013.pdf
  11. https://www.abendblatt.de/archive/1973/pdf/19731126.pdf/ASV_HAB_19731126_HA_017.pdf
  12. https://www.abendblatt.de/archive/1973/pdf/19730927.pdf/ASV_HAB_19730927_HA_022.pdf
  13. https://www.abendblatt.de/archive/1973/pdf/19731022.pdf/ASV_HAB_19731022_HA_016.pdf
  14. https://www.abendblatt.de/archive/1974/pdf/19740930.pdf/ASV_HAB_19740930_HA_018.pdf
  15. https://www.abendblatt.de/archive/1975/pdf/19750428.pdf/ASV_HAB_19750428_HA_020.pdf
  16. https://www.abendblatt.de/archive/1975/pdf/19750414.pdf/ASV_HAB_19750414_HA_016.pdf
  17. https://www.abendblatt.de/archive/1975/pdf/19750502.pdf/ASV_HAB_19750502_HA_035.pdf
  18. https://www.2basketballbundesliga.de/stats-proa/
  19. https://www.abendblatt.de/archive/1979/pdf/19790312.pdf/ASV_HAB_19790312_HA_015.pdf
  20. https://www.abendblatt.de/archive/1979/pdf/19791012.pdf/ASV_HAB_19791012_HA_013.pdf
  21. https://www.abendblatt.de/archive/1979/pdf/19791015.pdf/ASV_HAB_19791015_HA_016.pdf
  22. https://www.abendblatt.de/archive/1980/pdf/19800923.pdf/ASV_HAB_19800923_HA_013.pdf
  23. https://www.abendblatt.de/archive/1982/pdf/19820215.pdf/ASV_HAB_19820215_HA_015.pdf
  24. https://www.abendblatt.de/archive/1981/pdf/19810216.pdf/ASV_HAB_19810216_HA_016.pdf
  25. https://www.abendblatt.de/archive/1981/pdf/19811026.pdf/ASV_HAB_19811026_HA_016.pdf
  26. https://www.abendblatt.de/archive/1981/pdf/19811102.pdf/ASV_HAB_19811102_HA_016.pdf
  27. https://www.abendblatt.de/archive/1982/pdf/19820118.pdf/ASV_HAB_19820118_HA_015.pdf
  28. https://www.abendblatt.de/archive/1982/pdf/19820308.pdf/ASV_HAB_19820308_HA_018.pdf
  29. https://www.abendblatt.de/archive/1981/pdf/19811019.pdf/ASV_HAB_19811019_HA_018.pdf
  30. https://www.abendblatt.de/archive/1981/pdf/19811005.pdf/ASV_HAB_19811005_HA_018.pdf