Pinneberg

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Dieser Artikel erläutert die Stadt Pinneberg; zu anderen Bedeutungen siehe Pinneberg (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Pinneberg
Pinneberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Pinneberg hervorgehoben
Koordinaten: 53° 40′ N, 9° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Pinneberg
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 21,54 km2
Einwohner: 42.266 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 1962 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 25401–25421
Vorwahl: 04101
Kfz-Kennzeichen: PI
Gemeindeschlüssel: 01 0 56 039
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bismarckstraße 8
25421 Pinneberg
Webpräsenz: www.pinneberg.de
Bürgermeisterin: Urte Steinberg (parteilos)
Lage der Stadt Pinneberg im Kreis Pinneberg
Appen Barmstedt Bevern Bilsen Bokel Bokholt-Hanredder Bönningstedt Borstel-Hohenraden Brande-Hörnerkirchen Bullenkuhlen Ellerbek Ellerhoop Elmshorn Groß Nordende Groß Offenseth-Aspern Halstenbek Haselau Hasloh Heede Heidgraben Heist Helgoland Hemdingen Hetlingen Holm Klein Nordende Klein Offenseth-Sparrieshoop Kölln-Reisiek Kummerfeld Langeln Lutzhorn Moorrege Neuendeich Osterhorn Pinneberg Prisdorf Quickborn Raa-Besenbek Rellingen Schenefeld Seester Seestermühe Seeth-Ekholt Tangstedt Tornesch Uetersen Wedel Westerhorn Haseldorf Schleswig-Holstein Hamburg Niedersachsen Kreis Segeberg Kreis Steinburg ElbeKarte
Über dieses Bild
Drostei, das Wahrzeichen von Pinneberg

Pinneberg (niederdeutsch Pinnbarg) ist die Kreisstadt des gleichnamigen Kreises in Holstein;[2] Sitz der Kreisverwaltung ist seit 2011 allerdings das benachbarte Elmshorn. Pinneberg gehört zum Bundesland Schleswig-Holstein und liegt in der Metropolregion Hamburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pinneberg liegt etwa 18 Kilometer nordwestlich der Hamburger Innenstadt an der Mündung des Flusses Mühlenau in die Pinnau, die über die Unterelbe in die Nordsee abfließt. Die Stadt besteht aus den Ortsteilen Zentrum, Quellental, Thesdorf, Eggerstedt, Pinnebergerdorf (auch als Pinneberg-Nord oder Ratsberg bezeichnet) und Waldenau-Datum.[3] Sie grenzt im Norden an die Gemeinden Prisdorf, Kummerfeld und Borstel-Hohenraden, im Osten an die Gemeinden Tangstedt, Rellingen und Halstenbek, im Süden an die Städte Schenefeld und Hamburg (Ortsteil Hamburg-Rissen) und im Westen an die Gemeinde Appen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in der Eisenzeit gab es erste Siedlungen im Nordwesten des heutigen Pinneberger Stadtgebietes. 2016 wurde bei Grabungen ein Langhaus in der Nähe einer frühgeschichtlichen Bestattungsstätte am heutigen Ratsberg gefunden.[4] Um das Jahr 1200 entstand eine erste Burg, die der Landesherr, der Schauenburger Graf Adolf VIII., 1370 eroberte. Urkundlich als Gerichtsort (Thing) – daher stammt die Straßenbezeichnung Dingstätte – wird Pinneberg erstmals 1397 genannt, die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt von 1351. 1472 wurde anstelle der Burg ein Renaissanceschloss errichtet, das in den Jahren 1627 und 1657 schwer beschädigt und 1720 endgültig abgerissen wurde. Von 1765 bis 1767 ließ der Landdrost Hans von Ahlefeldt als Nachfolgebau die Drostei errichten. Dieser Backsteinbau, den vermutlich Ernst Georg Sonnin erbaute, ist das bedeutendste Beispiel profaner Barockarchitektur im gesamten Kreis Pinneberg und dient heute als Kreiskulturzentrum.

Nachdem sich in der Nähe der Burg Hofbedienstete und Handwerker angesiedelt hatten, entwickelte sich die Freie Thingstätte Pinneberg. Der Ort erhielt allerdings erst 1826 das Fleckensprivileg und 1875 die Stadtrechte, obwohl hier schon seit 1640 der Sitz des dänischen Landdrosten und seit 1866 der Sitz des preußischen Landrates war.

Während der Belagerung Hamburgs im Kosakenwinter 1813/1814 befand sich das Hauptquartier der russischen Truppen unter General Bennigsen in Pinneberg.[5] 1905 kam es zur Eingemeindung von Pinneberger Dorf (heutiger Stadtteil Pinneberg-Nord) und im Jahr 1927 zur Eingemeindung der Gemeinden Thesdorf und Waldenau. Durch den Zustrom von Vertriebenen, überwiegend aus Ostpreußen, 1945 verdoppelte sich Pinnebergs Einwohnerzahl nach dem Zweiten Weltkrieg; im Gegensatz zu vielen anderen Städten Schleswig-Holsteins konnte Pinneberg diese zusätzlichen Einwohner dauerhaft halten.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1824 – 900
  • 1875 – 3.060
  • 1905 – 6.074 Eingemeindung Pinnebergerdorf mit 1.500 Einwohnern
  • 1927 – 7.903 Eingemeindung Thesdorf mit 1.313 Einwohnern
  • 1939 – 13.494
  • 1948 – 24.885
  • 1955 – 25.161
  • 1970 – 36.002
  • 1990 – 37.134

(jeweils zum 31. Dezember)

  • 1998 – 39.382
  • 1999 – 39.300
  • 2000 – 39.423
  • 2001 – 39.502
  • 2002 – 39.905
  • 2003 – 40.244
  • 2004 – 41.063
  • 2005 – 41.461
  • 2006 – 41.972
  • 2007 – 42.301
  • 2008 – 42.367
  • 2009 – 42.314
  • 2010 – 40.988
  • 2011 – 41.270
  • 2012 – 41.726
  • 2013 – 42.055
  • 2014 – 42.002

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung in der Ratsversammlung
     
Von 35 Sitzen entfallen auf:

Die Kommunalwahl vom 26. Mai 2013 erbrachte folgende Verteilung:

Partei Stimmen Prozent Sitze
CDU 4.460 35,9 % 12
SPD 3.809 30,7 % 11
Bündnis 90/Die Grünen 2.339 18,8 % 7
Die Bürgernahen 1.178 9,5 % 3
FDP 639 5,1 % 2

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen und die Flagge wurden am 25. November 1960 genehmigt.

Blasonierung: „In Rot über grünem Dreiberg, darauf ein silberner Wellenbalken, ein silberner, in drei zinnenbewehrten Stockwerken nach oben sich verjüngender, viereckiger Zinnenturm mit offenem Tor, in dem ein goldenes, hochgezogenes Fallgitter sichtbar ist, das Ganze oben beiderseits begleitet von je einem goldenen, sechsstrahligen Stern.“[7]

Der Turm im Wappen repräsentiert die einstige Burganlage und damit die Epoche Pinnebergs als Zentrum der gleichnamigen Grafschaft. Die Ersterwähnung des Ortes „Pinnenberghe“ und der Burg erfolgte 1351. Die Burg war zeitweilig Residenz der „Pinneberger Linie“ der Grafen von Schauenburg und Holstein, deren Stammlande an der Weser lagen. Mit dem Aussterben der Schauenburger 1640 war der Verfall der Burg besiegelt. 1720 schließlich wurde das Grafenschloss abgebrochen. Die im 18. Jahrhundert einsetzende Entwicklung Pinnebergs zum Verwaltungsmittelpunkt als Dienstsitz des Drosten der nunmehr königlichen Herrschaft Pinneberg führte 1826 zur Erhebung des Ortes zum Flecken. Durch den Anschluss an die Altona-Kieler Eisenbahn wurde Pinneberg zum Industrieort und 1875 Stadt. Bis zur Verleihung des heutigen Wappens führte Pinneberg das holsteinische Nesselblatt im Stadtsiegel. Die Herkunft der Sterne zu beiden Seiten des Turmes ist unklar. Vermutlich handelt es sich lediglich um Dekor. Der Dreiberg verdeutlicht den Standort der ehemaligen Burg auf dem Schloßberg. Auf die Lage der Stadt am Südufer der in die Elbe mündenden Pinnau wird im Wappen durch den silbernen Wellenbalken hingewiesen. Er trat bei der Wappenänderung 1960 an die Stelle blauer Wellen im Schildfuß.

Das Wappen wurde von Max Kirmis aus Neumünster und von dem Brunsbütteler Heraldiker Willy „Horsa“ Lippert gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge zeigt in weißem, oben und unten von je einem schmalen roten Rand begrenzten Feld das Stadtwappen, aus der Mitte des Tuches etwas zur Stange hin verschoben.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerschaften bestehen mit der Stadt Rockville, Maryland (USA), dem Nzega-District (Tansania), mit der deutschen Volksgruppe in Hadersleben (Nordschleswig/Dänemark) und der Stadt Primorsk (Russland). Die Partnerschaft mit Rockville war nach dem Zweiten Weltkrieg 1957 die deutschlandweit erste zwischen Besiegten und Siegern.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Pinneberg
Amtsgericht
Die Pinnau Richtung Saarlandstraße

Pinneberg liegt im Wesentlichen zwischen der Autobahn A 23 mit drei Anschlussstellen im Osten und der Landstraße L 103 im Westen. Seit den 1970er Jahren ist in Pinneberg eine Westumgehung geplant, die die Autobahn mit der L 103 verbinden und damit die Stadt entlasten soll. Das erste Teilstück ist bereits unter dem Namen "Westring" realisiert worden. Im Jahr 2015 wurde mit dem Bau der beiden verbleibenden Teilstücke begonnen, deren Fertigstellung Ende 2018 geplant ist.[8][9]

Pinneberg wird von der Bahnstrecke Hamburg-Altona–Kiel, der ersten dänischen Eisenbahn, durchquert. Im Zentrum der Stadt befindet sich der Bahnhof Pinneberg, an dem die Regionalzüge von Hamburg über Elmshorn nach Itzehoe und Husum bis nach Sylt sowie nach Wrist, Neumünster, Flensburg und zur Landeshauptstadt Kiel halten und die S-Bahn aus Hamburg (Endpunkt der Linie S3) endet. Das Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1844 ist das älteste noch bestehende Bahnhofsgebäude in Schleswig-Holstein. Eine weitere S-Bahn-Station befindet sich im Ortsteil Thesdorf.

Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) betreibt mehrere Buslinien in Pinneberg und Umgebung innerhalb des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV). Die sieben wichtigsten Buslinien der Stadt sind:

Linie Verlauf
Bus
StadtBus
185
Ellerhoop – Pinneberg – Hamburg-Lurup (Ellerhoop –) Kummerfeld – Pinneberg Bf – RellingenHalstenbekHamburg-Eidelstedt – S-Bf Elbgaustraße – Hamburg-Lurup, Neißestr.
Bus
StadtBus
285
Bf. Pinneberg – Hamburg-Iserbrook Pinneberg Bf – ThesdorfWaldenauSchenefeldHamburg-Iserbrook, Reinheimer Weg
Bus
StadtBus
195
Bf. Pinneberg – U Niendorf Nord Pinneberg Bf – Rellingen – EgenbüttelEllerbek – Hamburg-Schnelsen – U-Bf Niendorf Nord
Bus
StadtBus
295
Bf. Pinneberg – U Garstedt Pinneberg Bf – Rellingen – Ellerbek – Bönningstedt – Norderstedt, U-Bf Garstedt
Bus
StadtBus
395
Bf. Pinneberg – Tangstedt Pinneberg Bf – Rellingen – Tangstedt
Bus
StadtBus
594
Wedel – Pinneberg – Quickborn – Norderstedt Mitte (Wedel, Schulau Fähre –) Wedel Bf – HolmAppen-Etz – Pinneberg Bf – BorstelHohenradenRenzelQuickborn Bf – Norderstedt Mitte Bf
Bus
StadtBus
6663
Bf. Pinneberg – Uetersen Pinneberg Bf – AppenMoorregeUetersen, Buttermarkt

Baumschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pinneberg ist in diesem Wirtschaftszweig laut Eigenauskunft unübertroffen in der Welt bei der Anzahl der Züchtung von unterschiedlichen Gehölzarten. Es gibt sowohl kleine Familienbetriebe als auch Mittel- und Großbetriebe. Der größte Anteil der Pflanzen (neben Bäumen auch Sträucher, Rosen und viele weitere Blühpflanzen) wird außerhalb von Schleswig-Holstein verkauft. Kunden sind unter anderem Baumschulen des In- und Auslandes, Landschaftsgärtner, Gartencenter und Warenhäuser.

Die Baumschulen im Umkreis von Pinneberg bewirtschaften etwa eine Fläche von 4.170 Hektar, die jedoch seit einigen Jahren stetig abnimmt. Zum einen erlaubt die Zugehörigkeit zur Metropolregion Hamburg eine profitablere Verwertung der Flächen zu Wohnzwecken, zum anderen nehmen die Folgen des jahrzehntelangen Gebrauchs von Pflanzengiften und Insektiziden zu. Mehrere Trinkwasserbrunnen im Gebiet der Stadt Pinneberg mussten wegen erhöhter Belastung durch Insektizide und Fungizide in den frühen 1990er Jahren geschlossen werden.

Einzelhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pinneberg hat mit der „Dingstätte“ eine Fußgängerzone als Einkaufszentrum sowie mehrere kleine Einkaufspassagen. Der Einzelhandel wird durch die Nähe zur Großstadt Hamburg und durch Verbrauchermärkte im Umland negativ beeinflusst. Aktuelle Planungen zur weiteren Ansiedlung von Einzelhandel auf den Flächen des Marktplatzes bei Verlegung des Wochenmarktes in die Innenstadt wurden kontrovers diskutiert. Ein Vorhaben zur Bebauung der Fläche mit einem SB-Warenhaus scheiterte an einem Bürgerentscheid. Der Bau einer Brauerei auf einem Teilstück des Marktplatzes wurde jedoch bereits genehmigt.

Deutscher Wetterdienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pinneberg ist Senderstandort des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Der DWD betreibt hier den Langwellensender DDH47 sowie seit 2006 in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Deutschlands einzigen NAVTEX-Sender.

ILO-Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(2012) ILO-Werk Empfangsgebäude im Bauhausstil, erbaut 1932

Von 1913 bis zur Schließung 1990 waren die ILO-Motorenwerke in Pinneberg ansässig. Das Unternehmen war der größte Produzent von Zweitaktmotoren in Deutschland und war maßgeblich am Aufschwung der Region in den 1950er und 1960er Jahren beteiligt.

Union-Eisenwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1856 gab es in Pinneberg die Union-Eisenwerke, die 1878 vom Unternehmer Hermann Wupperman übernommen wurden. Unter Hermann Wupperman und seinem Sohn Otto entwickelte sich das Unternehmen zu einem der größten Arbeitgeber der Stadt. Es wurden Emaille-Kochgeschirre und in den Weltkriegen auch Rüstungsgüter hergestellt. In den 1960er Jahren musste das Unternehmen aufgeben.

Wohnungsbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ansiedlung wurde durch zahlreiche Baugebiete gefördert, darunter die Vogelsiedlung und das Rosenfeld sowie das Gebiet an der Anschlussstelle Süd der A 23. Die Infrastruktur spielte auch bei der Bebauung des Geländes der ehemaligen Eggerstedt-Kaserne eine Rolle, dessen Nutzung umstritten war.

Schulen und Kindergärten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Pinneberg gibt es fünf Grundschulen (Hans-Claussen-Schule, Schule Rübekamp, Helene-Lange-Schule, Schule Thesdorf, Schule Waldenau), eine Grund- und Regionalschule (Schulzentrum Nord), zwei Grund- und Gemeinschaftsschulen (Grund- und Gemeinschaftsschule Pinneberg ohne gymnasiale Oberstufe, Johann-Comenius-Schule mit gymnasialer Oberstufe) sowie zwei Gymnasien (Johannes-Brahms-Schule, Theodor-Heuss-Schule). Außerdem gibt es ein Förderzentrum zur sonderpädagogischen Unterstützung (Förderzentrum Pinneberg) und eine Schule in freier Trägerschaft (Schülerschule). Kritisiert wird ein Mangel an Plätzen in Schulen und Kindergärten. Die letzte Vorschule der Stadt schloss 2014.[10]

Friedhöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der älteste Friedhof Pinnebergs ist der Friedhof im Kirchhofsweg (jetzt Friedhof der Luther-Kirchengemeinde in Pinneberg). Er wurde 1891 angelegt. 1939 wurde die Errichtung eines neuen Friedhofs vom Regierungspräsidenten in Schleswig genehmigt. Der sogenannte Stadtfriedhof wurde am Hogenkamp als Waldfriedhof angelegt und ist nicht an Konfessionen bzw. Religionen gebunden. Auf diesem Friedhof finden sich auch 167 Soldatengräber aus dem Zweiten Weltkrieg sowie 34 Gräber von Fremd- und Zwangsarbeitern und ihren teilweise in Deutschland geborenen Kindern.

Kultur, Medien, Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Der Philanthrop

Durch seine unmittelbare Nähe zu Hamburg ist Pinneberg kulturell nach Hamburg hin orientiert und eher eine Pendlerstadt. Überregional bekannt ist jedoch das jährlich am zweiten Wochenende im August stattfindende Jazzfest (der „SummerJazz“); Mentor dieser Veranstaltung war viele Jahre Gottfried Böttger, zurzeit ist es Tom Shaka. Außerdem finden jährlich ein Weinfest (Anfang Juli) und das Stadtfest (Anfang September) statt. Das Rockfestival „Wake Up PI“ findet regelmäßig im Drosteipark. 2006 spielten 4Lyn, 2007 One Fine Day als Headliner.

Als regionale Tageszeitung erscheint das Pinneberger Tageblatt im A.-Beig-Verlag. Zu diesem Verlag gehört auch eine große Druckerei, in der u. a. auch das Quickborner Tageblatt, das Wedel-Schulauer Tageblatt, die Barmstedter Zeitung sowie das Schenefelder Tageblatt produziert werden.

Seit März 2009 erscheint in Pinneberg ein Stadtmagazin mit dem Namen „Pinnwand“. Es ist ein Hochglanzmagazin und thematisiert regionale und überregionale Inhalte.

Pinneberg verfügt über ein Stadtmuseum, das Samlandmuseum, das Deutsche Baumschulmuseum und das Museum für Rot-Kreuz-Geschichte.[11]

Das Pinneberger Einkaufs-Zentrum (kurz PIZ) war aufgrund leerstehender Flächen und seiner knallgelben Farbe bekannt, profitierte aber durch ein neues Management. Das Rathaus wurde um 2000 in die neugebaute Einkaufspassage integriert.

Der größte Sportverein im Kreis ist der VfL Pinneberg mit rund 5000 Mitgliedern. Der VfL ist mit dieser Anzahl einer der führenden Vereine in Schleswig-Holstein. Weitere Vereine im Kerngebiet Pinnebergs sind der SC Pinneberg, sowie SUS Waldenau, TBS Pinneberg und der Amateur-Sportverein Pinneberg (ASP).

Außerdem gibt es in Pinneberg im ehemaligen Freibad seit Juli 2007 eine Wasserski- und Wakeboard-Arena mit frei zugänglichem großem Beachclub (Burmeisterallee 2), wo unter anderem von 2007 bis 2011 die T-Mobile bzw. Telekom Extreme Playgrounds ausgetragen wurden, eine eintägige Rockmusik- und Actionsport-Veranstaltung mit bis zu 8000 Zuschauern sowie Internet- und TV-Live-Übertragung. Andere regelmäßige Großveranstaltungen in der Wasserskiarena waren das Neujahrsfeuerwerk am 1. Januar, das Osterfeuer und ein Benefiz-Beachsoccer-Turnier. Nach einem Betreiberwechsel im Winter 2013/14 sind zahlreiche bauliche und konzeptionelle Änderungen geplant.

In direkter Nachbarschaft zur Wasserskiarena befindet sich das Pinneberger Hallenbad (Burmeisterallee 6) mit beheiztem 50-Meter-Becken, Sprungbecken und seit 2006 einem Edelstahl-Außenbecken mit angrenzender Liegewiese. Auch das Pinneberger Waldstadion sowie der Pinneberger Tennis-Club e.V. befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft.

In Pinneberg ist außerdem der größte norddeutsche Amateur-Musicalverein, die Musical Company Pinneberg, ansässig.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Bau des norddeutschen Barock ist das bedeutendste Baudenkmal der Stadt Pinneberg. Er steht im Ortszentrum an der Dingstätte. Im Süden schließt sich der Drosteipark an. Von 1991 an wird die Drostei als Kreiskulturzentrum genutzt.
  • Das ehemalige Amtsrichterhaus (1855)
Das Gebäude an der Dingstätte beherbergt heute das Stadtmuseum Pinneberg.
  • Die ehemalige Kreisverwaltung
Ab 1867 war Pinneberg Sitz der Kreisverwaltung. Während die Landräte in der Drostei wohnten, zog die Verwaltung in das 1893 neu erbaute Landratsamt.
Der Wasserturm am Peiner Weg wurde 1912 von der Firma Wuppermann gebaut. Er war bis 1956 für die Wasserversorgung der Stadt in Funktion. Heute ist er in Privatbesitz.
  • Das ehemalige Gutshaus in Waldenau, jetzt als Schulgebäude für die Schülerschule genutzt.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christuskirche

In Pinneberg existieren mit der Heilig-Geist-Kirche (Pinneberg-Nord), der Christuskirche (Pinneberg-Mitte) sowie der Lutherkirche (Pinneberg-Süd) und der Kreuzkirchengemeinde (Waldenau) vier evangelisch-lutherische Kirchengemeinden. Darüber hinaus gibt es die Gemeinschaft in der Evangelischen Kirche und verschiedene evangelische Freikirchen.

Die römisch-katholische Kirchengemeinde (Pfarrei St. Katharina von Alexandrien) entstand aus dem Zusammenschluss der Gemeinden St. Michael und St. Pius sowie Herz Jesu (Halstenbek). Sie gehört zum Erzbistum Hamburg. Die St.-Pius-Kirche (Pinneberg-Süd/Quellental) wurde im August 2010 abgerissen. Die 1906 erbaute Pfarrkirche St. Michael im Fahltskamp wurde 2009 deswegen durch moderne Anbauten erweitert. In Stil und Ausstattung gleicht sie mittlerweile der Domkirche St. Marien in Hamburg, die vom gleichen Architekten, Klaus Doernen aus Oldenburg, gestaltet wurde.

Daneben bestehen jeweils Gemeinden der Neuapostolischen Kirche, der Zeugen Jehovas und der Mormonen (Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage). Außerdem gibt es eine jüdische Gemeinde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten, die in einem engen Zusammenhang mit Pinneberg stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Brauer u. a.: Die Kunstdenkmäler des Kreises Pinneberg. Deutscher Kunstverlag, Berlin 1939 (= Die Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein).
  • Pinneberg – Historische Streiflichter. Herausgegeben von der VHS-Geschichtswerkstatt, Pinneberg 2003.
  • Johannes Seifert: Vom Schloss zur Stadt – Pinneberg 1640 – 1875. Pinneberg 2011.
  • Günter Pape: Pinneberg – ein heimatgeschichtlicher Abriß. Pinneberg 1975.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pinneberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung des Kreises Pinneberg (PDF), abgerufen am 5. Mai 2016
  3. FB Stadtentwicklung und Bauen, FD Stadt- und Landschaftsplanung: Berichtswesen der Stadt Pinneberg, Strukturbericht 2010. Anlage I: Stadtbereiche. Stadt Pinneberg, 13. März 2012, abgerufen am Juli 2014.
  4. 1600 Jahre Altes Germanen-Haus bei Bauarbeiten entdeckt In: abendblatt.de, 17. Februar 2016, abgerufen am 18. Februar 2016
  5. Dieter Kienitz: Der Kosakenwinter, S. 63
  6. Kantersieg für Urte Steinberg Pinneberger Tageblatt, 12. November 2012, abgerufen am 13. November 2012
  7. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  8. Pinneberger Westumgehung wird vollendet (Memento vom 7. Februar 2016 im Internet Archive) NDR.de vom 11. Dezember 2015, abgerufen am 24. November 2016
  9. Hier wächst die Pinneberger Westumgehung Abendblatt.de vom 11. Juni 2016, abgerufen am 24.November 2016
  10. Letzte Vorschule im Kreis schließt. In: abendblatt.de. 30. Juni 2014, abgerufen am 23. Juli 2014.
  11. Eckart Roloff, Karin Henke-Wendt: Erst Uniformen, dann Notfallkoffer, Orden und Oldtimer. (Das Museum für Rot-Kreuz-Geschichte Pinneberg) In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 1, Norddeutschland. S. Hirzel, Stuttgart 2015, S. 241–242, ISBN 978-3-7776-2510-2.