Centrum Warenhaus

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Logo der Centrum Warenhäuser

Centrum war eine Warenhauskette und Tochtergesellschaft der Handelsorganisation der DDR. Die Warenhäuser befanden sich in Ober- und Mittelzentren der DDR und waren zumeist größer als die Konsument-Kaufhäuser der Konsum-Genossenschaft. Fast alle während des Bestehens der DDR errichteten Gebäude hatten als Corporate Design eine ornamentierte Metallfassade.

Privatisierung der Kaufhäuser nach der Wende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 1990 wurden die damals betriebenen 14 Centrum-Warenhäuser durch Entscheidung der Treuhandanstalt unter den westdeutschen Kaufhausketten aufgeteilt: Karstadt sollte 6, Kaufhof 5 und Hertie 3 Standorte übernehmen.

Altbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Centrum Warenhäuser wurden in bestehende Kaufhausbauten, so beispielsweise in Chemnitz in den ehemaligen Kaufhäusern Schocken und Tietz und in Görlitz im HO-Warenhaus eingerichtet.

Architektur der neu errichteten Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Centrum Warenhaus Hoyerswerda auf einer Briefmarke, 1969

Im August 1965 erfolgte der erste Spatenstich zur Errichtung des ersten Warenhausneubaus der VVB Centrum in Montagebauweise der DDR in der Neustadt von Hoyerswerda (am heutigen Lausitzer Platz).[1] Weitere Neubauten wie beispielsweise das „alte“ Centrum am Altmarkt in Dresden entstanden im vorherrschenden Stil des Sozialistischen Klassizismus. Teile der Kelleranlagen bei den Neubauten wurden als Zivilschutzraum für die Mitarbeiter angelegt, so im Centrum Warenhaus Suhl und Berlin (Anton-Saefkow-Platz).

Ab 1970 wurde eine Reihe von Neubauten im Stil der Klassischen Moderne geplant, die z. B. in Berlin am Alexanderplatz, in Dresden an der Prager Straße und in Magdeburg, Breiter Weg mit einer neuartigen Fassade aus Aluminiumelementen errichtet wurden. Dabei wurden auch Konstruktionen aus Stahlbeton verwendet, wie z. B. an statische Lastverläufe angepasste Decken (Dresden). Die Aluminiumfassade des Suhler Centrum wurde von Fritz Kühn entworfen. Das größte und modernste Centrum-Warenhaus wurde schließlich 1979 am Berliner Ostbahnhof eröffnet.

Die experimentellen Metallfassaden stellten ein Corporate-Design-Element der Kette dar, ähnlich wie die Hortenkachel der früheren Horten AG in Westdeutschland – waren aber individuell für jeden Bau gestaltet. Die Metallfassaden stehen nicht unter Denkmalschutz und wurden häufig von den neuen Eigentümern der Häuser ersetzt (Kaufhof, Berlin-Alexanderplatz) oder mit dem Gebäude abgerissen (Karstadt Dresden); das Magdeburger Centrum-Warenhaus (seit 1991 Karstadt) hingegen befindet sich äußerlich noch weitestgehend im Originalzustand.

Bauliche Verwendung nach Auflösung der Centrum Warenhaus 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Wende wurden die meisten Centrum Warenhäuser von Kaufhof, Karstadt und Hertie übernommen und in der Mehrzahl bis heute weiter betrieben. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Karstadt-Konzerns wurde die Entscheidung getroffen, eine Reihe von Häusern (z. B. Halle (Saale), Hoyerswerda – April 2007) zu schließen.

  • Am Standort Dresden wurde das ehemalige Centrum abgerissen, und durch einen größeren Neubau ersetzt. Der Neubau nach Plänen von Peter Kulka lehnt sich an die Originale Fassadengestaltung an, auch trägt der Bau den Namen Centrum-Galerie.
  • In Suhl wurde das Warenhaus ab Oktober 2006 umgebaut. Dabei wurde das Gebäude, 1966–1969 erbaut (von Heinz Luther (Kollektiv), Ulrich Möckel, Fritz Popp), um zwei Geschosse zurückgebaut und um ein Parkhaus erweitert. Es wich damit bis zum Februar 2008 einem neuen Einkaufszentrum. Mit dem Umbau verschwand auch die Kunst am Bau und damit sowohl die metallplastische Strukturfassade von Prof. Fritz Kühn (bedeutender Metallgestalter aus Berlin) als auch die konstruktivistische Fächertreppe aus Stahlbeton von Waldo Dörsch.
  • Das ehemalige Centrum-Warenhaus am Berliner Alexanderplatz (Entwurf: Josef Kaiser, erbaut 1967–1970, heute Galeria Kaufhof) wurde 2004/2005 umgebaut und vergrößert. Dabei wurde die charakteristische Waben-Fassade durch eine neue Sandsteinfassade ersetzt (Josef Paul Kleihues, Büro Kleihues + Kleihues).
  • Das 1981 eröffnete Centrum-Warenhaus Mansfelder Straße in Halle (Saale) wurde nach der Schließung durch Karstadt 2007 teilweise für Ausstellungen und Kunstprojekte genutzt und beherbergt seit 2009 ein Möbelhaus, hierzu wurde die straßenseitige Fassade teilweise verkleidet.
  • In der Messestadt Leipzig wurde das 1914 von Theodor Althoff eröffnete Warenhaus bis auf die denkmalgeschützten Fassaden abgerissen und als erweiterter Komplex im Herbst 2006 wiedereröffnet. Das 8300 Quadratmeter große Areal wurde grundlegend saniert und umgestaltet. Kern des Neubaus ist ein zentraler Lichthof mit vier Rolltreppen. Das Warenhaus Karstadt sowie weitere Partner nutzen hier eine Gesamtfläche von 30000 Quadratmetern.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tasse aus dem Kaufhausrestaurant
  • Warenhaus Berlin-Mitte: Übernahme durch Kaufhof, Umbau zur Galeria, neue Fassade
  • Berlin-Friedrichshain, am Ostbahnhof. Ebenfalls Kaufhof nach Hertie-Intermezzo, Umbau zur Galeria. Schlechte Ergebnisse, schließt 2017
  • Warenhaus Dresden, Altmarkt: Nach Eröffnung des damaligen Neubaus an der Prager Str. aufgegeben.
  • Warenhaus Dresden, Prager Straße: Übernahme durch Karstadt, nach Zusammenschluss mit Hertie 1994 Änderung der Pläne: Karstadt übernimmt den begonnenen Hertie-Neubau mit Änderungen, Hertie zieht in das ehemalige Centrum-Haus. Später nach Schließung des Hertie-Hauses (2004) abgerissen und durch Centrum-Galerie ersetzt (mit Karstadt-Sport-Haus).
  • Erfurt, Anger: Übernahme durch Hertie, nach provisorischem Umbau später unter Karstadt-Regie Umbau zum EKZ Anger 1, ab da Karstadt-Warenhaus.
  • Görlitz: Übernahme des Görlitzer Warenhauses durch Alteigentümer Karstadt (wie 1929–1945), Renovierung nach Denkmalschutzauflagen. 2004 ausgegliedert, 2005 Karstadt-Kompakt, anschließend zur Hertie GmbH ausgegliedert, 2009 geschlossen. 2013 Kauf durch Investor aus Lübeck, Neueröffnung geplant.
  • Halle (Saale): Übernahme durch Karstadt, Umzug zu Marktplatz in gepl. Neubau gescheitert, 2007 geschlossen.
  • Hoyerswerda (Kulturdenkmal): Übernahme durch Karstadt, 2004 Karstadt-Schnäppchenmarkt, 2007 geschlossen, anschließend Aldi Nord.
  • Karl-Marx-Stadt, heute wieder Chemnitz (wie bis 1952): Übernahme durch Kaufhof nach Intermezzo Karstadt 1990/91, 2001 Schließung beider Häuser (Tietz und Schocken) nach Eröffnung des Neubaus an der Zentralhaltestelle. Umbau des Tietz-Hauses zum Museum / Volkshochschule etc., des Schocken-Hauses zum Museum.
  • Leipzig: Übernahme durch Alteigentümer Karstadt, 2005/06 Entkernung/Umbau und anschließende Neueröffnung
  • Magdeburg: Übernahme durch Karstadt, anschließend kompletter Umbau und Renovierung.
  • Neubrandenburg: Übernahme durch Kaufhof. Zukunft ungewiss, da bisher kein grundlegender Umbau o.ä., immer noch „nur“ Kaufhof.
  • Rostock: Übernahme durch Kaufhof nach Karstadt-Intermezzo 1990/91, 1998 Umbau zur Galeria Kaufhof.
  • Schwedt/Oder: Übernahme durch Hertie, 1996 geschlossen, Umbau zum EKZ.
  • Suhl: Übernahme durch Kaufhof nach Karstadt-Intermezzo 1990/91, 2000 geschlossen, Umbau zum EKZ.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erster Spatenstich. In: Neues Deutschland. 11. August 1965, abgerufen am 12. Februar 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Centrum Warenhaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien