Hannoversche Burschenschaft Alt-Germania

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Hannoversche Burschenschaft Alt-Germania

Wappen Zirkel
Coats of arms of None.svg
Basisdaten
Hochschulort: Hannover
Hochschule/n: Tierärztliche Hochschule
Uni Hannover
Medizinische Hochschule
Gründung: 15. Oktober 1874[1]
Korporationsverband: Verbandsfrei
Farbenstatus: farbentragend
Farben:
Art des Bundes: Männerbund
Stellung zur Mensur: fakultativ
Wahlspruch: "Rast ich, so rost ich!"
Website: www.alt-germania.de

Die Hannoversche Burschenschaft Alt-Germania ist eine in Hannover gegründete farbentragende Studentenverbindung. Die heute verbandsfreie Burschenschaft war eine von acht Mitgründerinnen der Neuen Deutschen Burschenschaft (NeueDB).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alt-Germania war ursprünglich am 15. Oktober 1874[2] als freischlagende Verbindung an der Königlich Hannoverschen Rossarzneischule, der heutigen Tierärztliche Hochschule Hannover, gegründet worden. Ihre fünf Gründungsburschen waren zu dieser Zeit die einzigen nichtkorporierten Studenten an der Hochschule. Da sie sich nicht den Konventionen und Sitten der bestehenden Verbindungen unterwerfen wollten, schlossen sie sich kurzerhand zu einer eigenständigen Verbindung zusammen.

Angesichts der allgemeinen Begeisterung der damaligen Zeit für das neu gegründete Deutsche Reich 1871 wählten sie die Reichsfarben Schwarz-Weiß-Rot als Bundesfarben.

Mitte der 1990er Jahre kam es über die Frage der Aufnahme von Kriegsdienstverweigerern zum Bruch mit dem traditionellen burschenschaftlichen Verband, der Deutschen Burschenschaft (DB). Die Alt-Germanen wollten entgegen einer – inzwischen nicht mehr bestehenden – Vorschrift der DB, dass ein Kriegsdienstverweigerer nicht Mitglied einer DB-Mitgliedsvereinigung werden dürfe, einen solchen aufnehmen. Der damaligen Ansicht der DB, Kriegsdienstverweigerung widerspräche der wehrhaften Tradition von Burschenschaften, setzten die Alt-Germanen die Prinzipien der Gewissensfreiheit und individuellen Eigenverantwortlichkeit entgegen, die ihrer Meinung nach in einem modernen burschenschaftlichen Verständnis höher bewertet werden müssten. Nachdem sich die Alt-Germanen auch schon zuvor wiederholt für Reformen innerhalb des DB eingesetzt hatten, kam es nun im Jahre 1996 auf dem Hause der Alt-Germania in Hannover zur Gründung der Neuen Deutschen Burschenschaft. Mit Beschluss vom 17. Dezember 2016 verlässt die Alt-Germania die Neue Deutsche Burschenschaft und tritt als erster Gründungsbund nach 20 Jahren aus dem Verband aus.[3]

Fechten und Mensur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burschenschaft Alt-Germania pflegt das fakultative Prinzip, das heißt, alle Mitglieder müssen die Technik des Akademischen Fechtens bis zur so genannten Mensurreife erlernen. Das Schlagen einer scharfen Mensur ist jedem Einzelnen freigestellt, wird jedoch von vielen Bundesbrüdern wahrgenommen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Georg Balder: Die Deutsche(n) Burschenschaft(en) – Ihre Darstellung in Einzelchroniken. Hilden 2005, S. 206–207.
  • Michael Doeberl, Alfred Bienengräber (Hrsg.): Das akademische Deutschland. Band 2: Die deutschen Hochschulen und ihre akademischen Bürger. C. A. Weller, Berlin 1931. S. 838.
  • E. H. Eberhard: Handbuch des studentischen Verbindungswesens. Leipzig, 1924/25, S. 151.

Mitgliederverzeichnis:

  • Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934. S. 1044–1045.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meyers Konversationslexikon. 5. Auflage, Leipzig 1896, Beilage zum Artikel Studentenverbindungen.
  2. E. H. Eberhard: Handbuch des studentischen Verbindungswesens. Leipzig, 1924/25, S. 151.
  3. Alt-Germania. In: Alt-Germania. Hannoversche Burschenschaft Alt-Germania, abgerufen am 21. Dezember 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]