Hans Bavendamm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hans Bavendamm als Zeuge bei den Nürnberger Prozessen.

Hans Bavendamm (* 29. Mai 1896 in Berlin; † nach 1959) war ein deutscher Staatsbeamter und Landwirtschaftsfunktionär.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Schulbesuch und dem Studium, das er 1922 mit der Promotion abschloss, trat Bavendamm in die Landwirtschaftliche Verwaltung ein, in der er zunächst 1924 Direktor der Landwirtschaftsschule in Bergen auf Rügen wurde. Während seines Studiums wurde er Mitglied der Akademischen Liedertafel Berlin.[1]

Im Dezember 1928 trat Bavendamm in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (Mitgliedsnummer 177.024) ein. Seit 1934 war er zudem Mitglied der Schutzstaffel (Mitgliedsnummer 105.577), in der er zuletzt den Rang eines Obersturmführers innehatte.

Seit 1938 war Bavendamm im Verwaltungshauptamt des Reichsbauernführers in Berlin, der Behördenspitze des Reichsnährstandes, Leiter der Abteilung „Fachschulen und Wirtschaftsberatung“. Er selbst gab an dort 1942 den Rang eines Reichslandwirtschaftsrates erhalten zu haben. In anderen Quellen tauchen für die späten 1930er und frühen 1940er Jahre die Bezeichnungen Landwirtschafts- und Oberlandwirtschaftsrat auf. Ab 1933 war Bavendamm zudem als Vertreter des zum Regierungsbezirk Köslin gehörenden Wahlkreises Belgard Mitglied des Provinziallandtags von Pommern.[2]

Während des Zweiten Weltkriegs war Bavendamm ab Herbst 1942 im Kaukasus tätig, bevor er von Juli 1943 bis Herbst 1944 als Leiter der Landbewirtschaftungsstelle Ukraine fungierte. Bei Kriegsende geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft, wurde im August 1945 jedoch an die Amerikaner übergeben, die ihn bis etwa 1948 internierten. Während seiner Internierungszeit wurde er im Rahmen der Nürnberger Prozesse als Zeuge vernommen, wobei er insbesondere zur Beteiligung des Reichsnährstandes an den Kriegsvorbereitungen der NS-Regierung (Anlegung von Lebensmittelvorräten, Autarkiepolitik etc.) und zum Einsatz von Fremdarbeitern in der deutschen Landwirtschaft während des Krieges befragt wurde.

In der Nachkriegszeit arbeitete Bavendamm als Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Diplomlandwirte in Hannover.[3]

Sein Bruder war der Botaniker Werner Bavendamm.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die deutsche Heimstättenbewegung, 1922. (Dissertation)
  • „Das ländliche Bildungswesen und Beratungswesen“, in: K. Maier: Gefüge und Ordnung der Deutschen Landwirtschaft, Berlin 1939.
  • Diplomlandwirt, (= Blätter zur Berufskunde. Berufe für Abiturienten, Bd. 3) 1959.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verband Alter SVer (VASV): Anschriftenbuch und Vademecum. Ludwigshafen am Rhein 1959, S. 22.
  2. Theodor Wengler: Der Provinzialverband Pommern. Verzeichnis der Mitglieder des Provinziallandtages, 2008, S. 156.
  3. Taschenbuch des öffentlichen Lebens, Bd. 7, S. 299.