Hans Buttersack

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Hans Buttersack (* 11. August 1880 in Hamburg; † 12. Februar 1945 im KZ Dachau) war ein deutscher Rechtsanwalt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkveranstaltung in Frankfurt
Zeitungsausschnitt, FR, 1. August 1945

Hans Buttersack wurde als Sohn einer aus Hamburg stammenden Kaufmannsfamilie geboren. Als er fünf Jahre alt war, zogen seine Eltern nach Wiesbaden. Dort besuchte er zunächst das Gymnasium am Luisenplatz. Nach einem Studium der Rechtswissenschaften ließ er sich 1909 in Wiesbaden als Rechtsanwalt nieder. Er nahm am Ersten Weltkrieg teil und kehrte 1920 aus französischer Gefangenschaft nach Wiesbaden zurück.

Politisch war er durch sein Elternhaus rechtskonservativ geprägt. Er war Mitglied des Stahlhelms, dem Wehrverband der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP), und führte als dessen Gauführer am 31. Januar 1933 aus Anlass der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler einen Marsch der Rechten durch Wiesbaden.

Seine tiefe protestantische Überzeugung und seine Zugehörigkeit zur Gemeinde der Bergkirche führten ihn in die Nähe des Pfarrernotbundes von Martin Niemöller, dem Vorläufer der Bekennenden Kirche in der Stadt. Er nahm im Oktober 1934 an der Dahlemer Reichsbekenntnissynode teil. Buttersack engagierte sich als Rechtsberater der Bekennenden Kirche und setzte sich auch als Rechtsbeistand für die Verteidigung von Christen und Juden ein, die von den Nationalsozialisten wegen ihrer religiösen Haltung verfolgt wurden. 1938 wurde er erstmals von der Gestapo verhaftet und blieb sieben Wochen im Polizeigefängnis in der Friedrichstraße inhaftiert. Am 6. Mai 1943 wurde er erneut festgenommen und in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Im Aussenlager Haunstetten bei Augsburg musste er Zwangsarbeit für Messerschmitt AG leisten. Im Februar 1944 wurde er bei einem Luftangriff verletzt und wurde nach Dachau verlegt. Zwei Monate vor der Befreiung des Lagers erlag er am 12. Februar 1945 den Folgen eines Blasenleidens und eines Fleckfiebers.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Erinnerung an den Widerstand Buttersacks beschloss der Magistrat der Stadt Wiesbaden 1968 die Benennung einer Straße im Stadtteil Klarenthal nach ihm.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Heinrich Forck: Und folget ihrem Glauben nach. Gedenkbuch für die Blutzeugen der Bekennenden Kirche. Evangelisches Verlagswerk GmbH, Stuttgart, 1949
  • Reihe Wiesbadener Geschichte, Drei Wiesbadener Biografien: Jürgen Stroop, Dr. Hermann Kaiser, Dr. Hans Buttersack, Hrsg.: Lothar Bembenek, Verein Wiesbadener Museum der Neuzeit e. V., 1989
  • Die Evangelische Landeskirche in Hessen / Die Evangelische Landeskirche in Nassau / Die Evangelische Landeskirche Frankfurt am Main bis zum faktischen Zusammenschluß am 8. Februar 1934.: Bearbeitet und herausgegeben im Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Hessen und Nassau. Dr. Hans Buttersack zum Gedächtnis. (ISBN 3-87076-004-4) Hofmann, Martin / Lenz, Hans Friedrich / Schäfer, Paul Gerhard / Stoll, Johannes (Hrsg.)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]