Hans Tropsch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hans Tropsch

Hans Tropsch (* 7. Oktober 1889 in Plan (Westböhmen); † 8. Oktober 1935 in Essen) war ein deutscher Chemiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Egerländer besuchte bis 1907 die Kaiser-Franz-Joseph-Realschule in Plan und studierte an der Deutschen Technischen Hochschule in Prag sowie an der Deutschen Universität in Prag. 1913 promovierte er mit einer Arbeit Über neue Derivate des Pyridins zum Dr.-Ing. Nach einer Assistenten-Zeit bei Hans Leopold Meyer ging er 1914–1916 einer Industrietätigkeit in Mühlheim am Main nach. In den Sitzungsberichten der Wiener Akademie der Wissenschaften hat er 1914 seine erste größere Studie vorlegen können. 1916–17 arbeitete er in einer Farbstofffabrik in Mülheim an der Ruhr und dann kurzzeitig am Kaiser-Wilhelm-Institut für Kohlenforschung ebenfalls in Mülheim. 1917–20 arbeitete er im Rüttgerswerk in Niederau.

1920–28 war er wieder am Kaiser-Wilhelm-Institut, wo er mit Direktor Franz Fischer und Otto Roelen zusammenarbeitete, ab 1923 die Umwandlung von Synthesegas (CO und H2) in langkettige organische Stoffe untersuchte und bis 1925 die Fischer-Tropsch-Synthese (FTS) entwickelte (Patent 484.337; 25. Juli 1925 und Patent 524.468, 2. November 1926). Es wurde von der Ruhrchemie AG in Konkurrenz zur I.G. (die das Hydrierverfahren von Bergius-Pier bevorzugte) gefördert. (Rudolf Schenck hatte 1922–26 in München unabhängig davon ein ähnliches Verfahren entwickelt.) Nach Einführung der Devisenzwangswirtschaft 1931 wurde die FTS ab 1933 großtechnisch angewandt. Tropsch und Hans Schrader waren Abteilungsvorsteher. Sein Nachfolger wurde 1928 hier Kurt Peters.

1928 folgte er einem Ruf nach Prag, wo er ein neues Kohlenforschungs-Institut einrichten und leiten sollte. Um 1930 hat er sich für die Chemie der Brennstoffe an der Deutschen Technischen Hochschule in Prag habilitiert.[1]

1931 ging er in die USA und arbeitete bei Universal Oil Products und dem Armour Institute of Technology in Chicago. Aufgrund einer Erkrankung kehrte er 1935 nach Deutschland zurück, wo er kurz darauf in einem Krankenhaus in Essen verstarb.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Über die Leitfähigkeit der Amine und Dicarbonsäuren des Pyridins; 1914
  • Entstehung, Veredlung und Verwertung der Kohle; Berlin, Gebrüder Borntraeger, 1930
  • Catalytic reactions: lectures; Armour Institute of Technology, 1931
  • Regarding the synthesis of petroleum hydrocarbons from carbon; 1931
  • mit Vaclav Jelinek: Überführung von Methan in aromatische Kohlenwasserstoffe und Wasserstoff durch therm. Zerfall von CH4 oder CH4-haltigen Gasen ; In Chemisches Zentralblatt
  • mit Vaclav Jelinek: Über die Bestimmung kleiner Mengen leichtsiedener Kohlenwasserstoffe in Gegenwart von Wasser
  • mit Robert Kassler (vom Institut für anorganische und analytische Chemie der Deutschen Technischen Hochschule Prag; Kohlenforschungs-Institut) : Über einige katalytische Eigenschaften des Rheniums; in: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1930

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historisch bedeutsame Persönlichkeiten der Stadt Mülheim a. d. Ruhr. Hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft der heimatkundlichen Vereine in Mülheim an der Ruhr. Mülheim an der Ruhr, 1983, S. 91–94.
  • Walther Killy, Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. Saur, München 1999, ISBN 3-598-23170-9, Bd. 10.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zeitschrift für Elektrochemie und angewandte physikalische Chemie; Bd. 36, S. 423

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]