Hartmut Kaelble

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Hartmut Kaelble (* 12. April 1940 in Göppingen) ist ein deutscher Historiker.

Hartmut Kaelble wuchs in Pfalzgrafenweiler auf. Den Schulabschluss machte er in Freudenstadt. Kaelble studierte von 1959 bis 1965 die Fächer Geschichte, Soziologie, Staatsrecht in Tübingen und an der Freien Universität Berlin. Im Jahr 1966 wurde er an der FU Berlin mit dem von Gerhard A. Ritter betreuten Thema über den Centralverband deutscher Industrieller von 1896 bis 1914 promoviert. Von 1968 bis 1971 war er zunächst Assistent und dann Assistenzprofessor am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der FU Berlin. Seine Habilitation für Neuere Geschichte erfolgte 1971 an der FU Berlin mit dem Thema Berliner Unternehmer während der frühen Industrialisierung. Von 1971 bis 1991 lehrte er als Professor Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der FU Berlin. Von 1991 bis 2008 lehrte er als Professor für Sozialgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Dort war 1996/97 Direktor des Instituts für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin.

Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die soziale Mobilität, die soziale Ungleichheit, die europäische Identität, die Sozialgeschichte der europäischen Integration und die vergleichende Sozialgeschichte. Von 2004 bis 2006 war er Vorsitzender des deutsch-französischen Historikerkomitees. Für seine Forschungen wurde Kaelble 1997 die Ehrendoktorwürde der Sorbonne (Paris I) verliehen. 2000 wurde er Chevalier im ordre des palmes académiques. 2003 erhielt Kaelble den Gay-Lussac-Humboldt-Preis des französischen Erziehungsministeriums. Kaelble war Gastprofessor an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (2002), Gastprofessor am Wissenschaftszentrum Berlin (2002/03), am College d’Europe in Brügge (2004–2010) und an der Sorbonne (Paris I) (2001)

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

Monografien

  • Kalter Krieg und Wohlfahrtsstaat. Europa 1945–1989 (= Beck'sche Reihe. 1988). Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-61327-2.
  • Sozialgeschichte Europas: 1945 bis zur Gegenwart. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-54984-7.
  • Wege zur Demokratie. Von der Französischen Revolution zur Europäischen Union. DVA, München u.a. 2001, ISBN 3-421-05484-3.
  • Europäer über Europa. Die Entstehung des europäischen Selbstverständnisses im 19. und 20. Jahrhundert. Campus, Frankfurt am Main u.a. 2001, ISBN 3-593-36704-1.
  • Der historische Vergleich. Eine Einführung zum 19. und 20. Jahrhundert. Campus, Frankfurt am Main u.a. 1999, ISBN 3-593-36204-X.
  • Industrialisierung und soziale Ungleichheit. Europa im 19. Jahrhundert. Eine Bilanz. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1983, ISBN 3-525-01328-0.
  • Soziale Mobilität und Chancengleichheit im 19. und 20. Jahrhundert. Deutschland im internationalen Vergleich (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft. Band 55) Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1983, ISBN 3-525-35713-3.
  • Berliner Unternehmer während der frühen Industrialisierung. Herkunft, sozialer Status und politischer Einfluss (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin / Historische Kommission zu Berlin. Band 40). de Gruyter, Berlin u.a. 1972, ISBN 3-11-003873-0 (Zugleich: Berlin (West), Freie Universität, Habilitations-Schrift, 1971).

Herausgeberschaften

  • Das europäische Sozialmodell. Auf dem Weg zum transnationalen Sozialstaat (= WZB-Jahrbuch. 2004) Edition Sigma, Berlin 2004, ISBN 3-89404-004-1.
  • zusammen mit Jürgen Schriewer: Vergleich und Transfer. Komparatistik in den Sozial-, Geschichts- und Kulturwissenschaften. Campus, Frankfurt am Main u.a. 2003, ISBN 3-593-36884-6.
  • Transnationale Öffentlichkeiten und Identitäten im 20. Jahrhundert. Campus, Frankfurt am Main u.a. 2002, ISBN 3-593-37048-4.
  • zusammen mit Dietmar Rothermund: Nichtwestliche Geschichtswissenschaften seit 1945 (= Comparativ. 11 (2001) Heft 4). Leipziger Universitäts-Verlag, Leipzig 2001, ISBN 3-935693-40-0.
  • zusammen mit Ruth Federspiel: Soziale Mobilität in Berlin: 1825–1957 (= Quellen und Forschungen zur historischen Statistik von Deutschland. Band 10). Scripta-Mercaturae, St. Katharinen 1990, ISBN 3-922661-75-0.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]