Haus Romanow-Holstein-Gottorp

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Wappen des Hauses Romanow-Holstein-Gottorp

Das Haus Romanow-Holstein-Gottorp war nach den Romanows und den Rurikiden die dritte Dynastie, aus der die russischen Zaren hervorgingen. „Romanow“ wird auf der zweiten Silbe betont (ro'ma:nof).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stammvater der Familie ist Karl-Friedrich von Holstein-Gottorp (1700–1739) aus dem Hause Schleswig-Holstein-Gottorf, der mit Anna Petrowna aus dem Hause Romanow verheiratet war. Ihr Sohn Peter III. folgte Kaiserin Elisabeth, der letzten Romanow, auf den russischen Thron.

Die offiziellen Nachkommen Peters herrschten bis zur Februarrevolution im Jahre 1917 über das riesige Zarenreich. 1918 wurde der letzte Kaiser, Nikolaus II., mit seiner Familie von den Bolschewiki erschossen.

Nach dem Tod der Zarenfamilie gingen die überlebenden Romanows ins Exil. Die Nachfolge als Familienoberhaupt trat Kyrill Wladimirowitsch Romanow im Pariser Exil an, nach seinem Tod 1938 gefolgt von seinem Sohn Wladimir Kirillowitsch Romanow. Ihm wiederum folgte nach seinem Tod 1992 Georgi Michailowitsch Romanow von Preußen, Sohn seiner Tochter Maria Wladimirowna Romanowa und von Franz Wilhelm von Preußen.

Weitere Personen traten mit dem Anspruch auf, rechtmäßige Erben und Nachfolger von Nikolai II. zu sein, darunter Nikolai Dalski, der sich 1996 als Zar Nikolai III. krönen ließ.[1][2]

Anna Karl Friedrich von Holstein-Gottorp Peter III. Katharina II. Paul Sophie Dorothea von Württemberg Alexander I. Konstantin Nikolaus I. Charlotte von Preußen Michail Marie von Hessen-Darmstadt Alexander II. Konstantin Nikolai Michail Nikolai Alexander III. Dagmar von Dänemark Wladimir Alexei Sergei Pawel Nikolaus II. Alix von Hessen-Darmstadt Georgi Michail AlexeiRomanov tree 2 simple de.png

Die Kaiser des Hauses Romanow-Holstein-Gottorp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name (Lebensdaten) Regierungszeit Titel Anmerkungen
Coronation portrait of Peter III of Russia -1761.JPG Peter III.
(* 21. Februar 1728; † 17. Juli 1762)
1762 Kaiser Enkel Peters I. und Katharinas I. Begründer der Linie Romanow-Holstein-Gottorp. Schloss mit Preußen Frieden und wechselt auf dessen Seite im Siebenjährigen Krieg. Er wurde durch ein Komplott entmachtet, das seine Frau Katharina auf den Thron hob. Parteigänger der Kaiserin ermordeten ihn im Juli 1762.
Grand Duchess Catherine Alexeevna by I.P. Argunov after Rotari (1762, Kuskovo museum).jpg Katharina II., „die Große“
(* 2. Mai 1729; † 17. November 1796)
1762–1796 Kaiser Frau Peters III. Entmachtete ihren Mann und ließ sich zur Kaiserin ausrufen. Sie förderte die Ansiedlung von Ausländern in Russland. Russlands Machtbereich konnte sie soweit ausbauen, dass nach zwei Kriegen gegen die Türken Russland über einen Zugang zum Schwarzen Meer verfügte. Außerdem wirkte sie an den drei Teilungen Polens entschieden mit und führte 1788 Krieg gegen die Schweden.
Paul i russia.jpg Paul
(* 1. Oktober 1754; † 24. März 1801)
1796–1801 Kaiser Offiziell Sohn Peters III. und Katharinas II., höchstwahrscheinlich jedoch leiblicher Sohn des Grafen Saltykow und Katharinas II. Er schloss ein Bündnis mit Frankreich, dem Feind seiner bisherigen Verbündeten. Verschwörer wollten ihn zur Abdankung zwingen. Paul weigerte sich und wurde ermordet.
Alexander I by S.Shchukin (1809, Tver).png Alexander I.
(* 23. Dezember 1777; † 1. Dezember 1825)
1801–1825 Kaiser Sohn Pauls I. Kämpfte im Bund gegen Napoleon und vermittelte den Frieden von Tilsit. Beteiligte sich an den Befreiungskriegen, die mit dem Sturz Napoleons endeten. Ebenfalls hatte er Anteil am Wiener Kongress bei der Neuordnung Europas
Franz Krüger - Portrait of Emperor Nicholas I - WGA12289.jpg Nikolaus I.
(* 6. Juli 1796; † 2. März 1855)
1825–1855 Kaiser Sohn Pauls I. Innenpolitisch setzten ihm die Dekabristen zu. Ebenfalls sah er sich dem Novemberaufstand der Polen gegenüber. Außenpolitisch führte er unter anderem Krieg gegen Persien und die Türkei. Nikolaus wollte 1853 erneut die Türkei erobern und löste damit den Krimkrieg aus, dessen Ende er nicht mehr erlebte.
Alexander II by Alexei Harlamov (1874, GIM).jpg Alexander II.
(* 29. April 1818; † 13. März 1881)
1855–1881 Kaiser Sohn Nikolaus’ I. Er stimmte 1856 dem Pariser Frieden zu und beendete damit den Krimkrieg. Die Abschaffung der Leibeigenschaft brachte ihm den Namen Befreier-Zar ein. 1877 erklärte Russland dem Osmanischen Reich aufgrund des bulgarischen Aprilaufstands den Krieg. Er begann viele Reformen, ließ aber Regimegegner überwachen und verfolgen. Er starb durch ein Sprengstoffattentat.
Tsar Alexander 3º.jpg Alexander III.
(* 10. März 1845; † 1. November 1894)
1881–1894 Kaiser Sohn Alexanders II. Nach seiner Machtübernahme hob er viele Liberalisierungen seines Vaters wieder auf. Er stärkte die Autokratie in Russland und gründete die Geheimpolizei Ochrana.
Nicholas II by E.Lipgart (1914, Russian museum) - detail.jpg Nikolaus II.
(* 18. Mai 1868; † 17. Juli 1918)
1894–1917 Kaiser Sohn Alexanders III. Letzter gekrönter Kaiser Russlands. Die Niederlage im Krieg gegen Japan löste 1905 – nach der Niederschlagung einer friedlichen Demonstration am Petersburger Blutsonntag – eine Revolution aus. Der Zar musste die Bildung einer Duma hinnehmen. 1914–1915 kämpfte Russland im Ersten Weltkrieg. Nikolaus dankte 1917 infolge der Februarrevolution ab und wurde samt Familie im Sommer 1918 von den Bolschewiki erschossen. Seit 2000 wird er von der Russisch-Orthodoxen Kirche als Heiliger verehrt.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Zaren aller Reußen

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katja Tichomirowa: Die Wiedergänger der russischen Monarchen geben auch in der nächsten Generation nicht auf Berliner Zeitung vom 18. Juli 1998
  2. Повивальные бабки с Любянки Совершенно секретно, 1. März 1998