Hautpflege

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Die Hautpflege ist Bestandteil der Körperpflege und umfasst im weiteren Sinne die Reinigung und Behandlung der Haut mit dem Ziel, die natürlichen Schutzmechanismen und die Gesundheit der Haut zu erhalten und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.

Physiologie der Haut[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Haut befindet sich eine feine Schicht, bestehend aus Schweißbestandteilen, Talg, und Wasser. Dieser natürliche Säureschutzmantel mit einem pH-Wert zwischen 4 und 6 bildet eine Barriere gegen schädliche Einflüsse von außen. Er beeinflusst aber auch die Besiedlung der Haut durch Mikroorganismen (Bakterien). Ein intakter Säureschutzmantel unterstützt schützende Bakterien und kontrolliert und steuert die Ausbreitung krank machender Mikroorganismen.

Die Elastizität der Haut wird sehr stark durch die Hautfeuchte bestimmt. Ist diese zu gering, erscheint die Haut sichtbar trocken, spannt, juckt und schuppt. Gesunde und intakte Haut enthält eigene natürliche Feuchthaltefaktoren (NMF), die für eine ausgewogene Hautfeuchte sorgen. Eine Behandlung der Haut mit Pflegeprodukten kann Defizite an Hautfeuchte ausgleichen und die Hautfeuchte bei trockener Umgebungsluft bewahren.

Probleme der Hautreinigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Hautreinigung werden Säureschutzmantel und Bakterienflora belastet. Besonders ungünstig zeigt sich die häufige Anwendung von Reinigungsprodukten mit hohen pH-Werten (z. B. alkalische Seifen). Moderne Hautreinigungsmittel minimieren die Belastung des Säureschutzmantels und bei gesunder Haut stellt sich der normale Zustand schnell wieder ein. Die Wirkung von rückfettenden Substanzen ist umstritten.

Hautreinigung spezieller Körperregionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Körperregionen benötigen eine besondere Aufmerksamkeit: die Schamgegend oder der Genitalbereich bei der Intimpflege. Dies gilt besonders bei den Kranken oder den behinderten Personen, die sich nicht selbst regelmäßig den gesamten Körper reinigen/waschen können. Dort ist die Intimpflege eine wichtige pflegerische Maßnahme (früher auch als Teil der Grundpflege definiert). Sie erfordert neben dem erforderlichen Wissen auch ein taktvolles Umgehen mit der fremden Person.

Hautpflegemittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Produkte zur Hautpflege werden in den Marktsegmenten "Bade/Duschzusätze" und "Hautpflegemittel" geführt.

Technische Informationen:

  • Seife: Meist Natrium-Seifen (seltener Kalium-Seifen) von Fettsäuren. Hochwertige Kernseife enthält noch das beim Seifen-Sieden sich abspaltende Glycerin. Das Waschen mit Seife verschiebt kurzzeitig den pH-Wert in den basischen Bereich. Unempfindliche gesunde Haut gleicht dies rasch aus.
  • Wasch-Syndet: Tenside mit einem pH-Wert von 5 waschen die Haut und beeinflussen dabei den natürlichen Säureschutzmantel der Haut mit pH 4,5-5,5 kaum. Wasch-Syndets empfehlen sich bei sehr häufigem Waschen und bereits vorgeschädigter Haut.
  • Salbe: Im engeren Sinn ist eine Salbe eine wasserfreie Zubereitung auf einer Salbengrundlage wie Vaseline (Cera microcristallina) oder (heute relativ selten) Fett (Schweineschmalz oder pflanzliche Öle). Neben den Arznei-Salben sind Schutz- und Decksalben die am häufigsten angewandten Salben. Die Salbengrundlage bestimmt Haltbarkeit und Hautfreundlichkeit der (Arznei-)Zubereitung. Im weiteren Sinn umfasst der Begriff "Salbe" jedoch auch andere halbfeste (Arznei-)Zubereitungen wie Paste, Creme, Emulsion und Gel.
  • Cresa: Mischung zwischen Creme und Salbe.
  • Creme: Cremes bestehen hauptsächlich aus Wasser, Öl/Fett/Vaseline und Emulgator(en). Daneben enthalten sie bis zu 2 % Konservierungsstoffe und antimikrobielle Stoffe, bis 1 % kosmetische Farbstoffe (einschl. Eisenoxide, Perlglanzmittel). Öl-in-Wasser-Emulsionen (O/W) lassen sich am leichtesten herstellen. Wasser-in-Öl-Emulsion (W/O) und Mischemulsionen (W/O/W oder O/W/O) gelten als hautfreundlicher. Die Kombination Sonne (UV-Licht), Emulgator und Konservierung gilt als hauptsächlicher Auslöser von Haut-Irritationen vom Typ "Mallorca-Akne".
  • Lotion: (umgangssprachlich (Hautpflege-)"Milch") enthält noch mehr Wasser als Cremes.
  • Gel: oftmals Gelbildner und Alkohol-Wasser-Gemisch, muss wegen des Wassergehalts meist konserviert werden. Im Gegensatz zum Hydro-Gel kommt wasserfreies Lipo-Gel ohne austrocknenden Alkohol aus. Zudem können im Lipo-Gel Wirkstoffe kombiniert werden, die in herkömmlichen Gelen nicht gemeinsam verarbeitet werden können, da sie bei unterschiedlichen pH-Werten aktiv sind (z. B. Calcipotriol und Betamethason bei Schuppenflechte). Im wasserfreien Lipo-Gel spielt der pH-Wert keine Rolle.
  • Sonnencreme, Sonnenlotion, Sonnengel: Cremes, Lotion oder Gel mit „chemischen“ UV -Filtersubstanzen oder „physikalischem“ Sonnenschutz mit Zinkoxid (oder anderen Oxiden) als Wirkstoffen. Einige „chemische“ UV-Filtersubstanzen entfalten auch leicht östrogenartige (hormonähnliche) Wirkungen.
  • Lösung: Mischphase, einheitliche homogene Mischung verschiedener Stoffe. Beispiel: Weingeist ist das (azeotrope) wässrig-alkoholische Gemisch von 96,5 % Ethanol und 3,5 % Wasser. „Kolloide Lösungen“ sind Mischungen ab Teilchengrößen ~1-1000 nm; diese entmischen sich nach einiger Zeit und werden zweiphasig (kolloiddispers). Emulgatoren sollen dieses Entmischen verhindern. Beispiele: Cremes, Milch (Sauerwerden und Lab stört die Emulgatorwirkung)
  • Ölbad: Das (duftende) Öl wird dem Badewasser zugegeben. Es bildet sich auf der Haut ein pflegender (duftender) Ölfilm.

Unterscheidung Lotio und Lotion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entgegen der von Hautpflegemittelherstellern oftmals synonymen Anwendung der beiden Begriffe bezeichnet der Begriff "Lotio" eine Schüttelmixtur, also die Suspension fester Bestandteile in einer Flüssigkeit (flüssiges Puder). (siehe Lotio und Lotion)