Hedwig Holtz-Sommer

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Hedwig Holtz-Sommer geborene Hedwig Sommer (* 22. August 1901 in Berlin; † 23. August 1970 in Wustrow) war eine deutsche Malerin. Sie wird der Gruppe Die verschollene Generation zugeordnet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sommer erlernte zunächst den Beruf einer Schneiderin, arbeitete als Modezeichnerin und anschließend als selbstständige Schneiderin.[1] Sie studierte von 1927 bis 1929 Malerei an der Hochschule für Bildende Kunst in Weimar bei Hugo Gugg (1878–1956), Fritz Feigler (1889–1948) und Walther Klemm (1883–1957).

Nach dieser Zeit arbeitete sie zunächst vier Jahre in Weimar als Künstlerin. Während eines Ausfluges auf das Fischland, nach Wustrow, lernte sie den Maler Erich Theodor Holtz (1885–1956) kennen, den sie im Jahre 1934 heiratete. Das Fischland – „auf der einen Seite die oft brausende tobende See, auf der anderen der oft tückische Bodden mit seinen böigen Winden und dazwischen ein schmaler Landstreifen, kaum einige Hundert Meter breit“ – wurde ihr in Wustrow zur Heimat.[2]

1935 nahm sie an einem Wettbewerb der Deutschen Gesellschaft für Goldschmiedekunst und der Bremer Kunstschau teil, in dem Frauen mit Schmuck dargestellt werden sollten. Dabei errang sie bei 724 eingereichten Gemälden mit dem „Bildnis Frau Marie von Rappard“ einen 2. Preis.[3] 1941 erhielt sie ein Stipendium der deutschen Albrecht-Dürer-Stiftung.

Nach dem Krieg wird sie Mitglied des Mecklenburgischen Künstlerkollektivs. Wie ihr Malerkollege und Mentor Hans Theo Richter (1902–1969) gehörte sie zu jenen Künstlern, „… die in den folgenden Dezennien nicht nur den Kunstprozeß durch ihr Werk entscheidend mitbestimmen, sondern die auf die verschiedenste Weise beginnen, als Anreger für jüngere Kräfte wirksam zu werden.“[4] Ihre Motive fand HSH, wie sie später ihre Arbeiten signierte, in ihrer unmittelbaren Umgebung auf dem Fischland. So entstand in den 1950er und 1960er Jahren eine Serie kleinformatiger Aquarelle, die „Fischlandserie“, die vorzugsweise Wustrower Seeleute auf ihre Reisen mitnahmen.[1]

Hedwig Holtz-Sommer starb 1970 an einem Krebsleiden. Sie ist neben ihrem Mann auf dem Fischlandfriedhof in Wustrow begraben. Ein beachtlicher Teil ihres grafischen Nachlasses befindet sich im Kunstmuseum Ahrenshoop.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tafelbilder (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Junger Arbeiter (Öl; ausgestellt 1958/1959 auf der Vierten Deutschen Kunstausstellung)[5]
  • Kinderbildnis (Öl; ausgestellt 1958/1959 auf der Vierten Deutschen Kunstausstellung)[6]
  • Empfang sowjetischer Traktoren durch eine mecklenburgische MAS (Öl; ausgestellt 1953 auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung)[7]

Illustrationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Käthe Miethe (Hrsg.): Stralsund. Die Stadt am Sund. Carl Hinstorff Verlag, Rostock, 1955
  • Ulla Küttner: Der Adler-Dirk. Hinstorff-Verlag, Rostock, 1958
  • Der goldene Vogel und andere Märchen der Brüder Grimm. Ein Märchenquartettspiel. Verlag Rudolf Forkel, Pössneck, 1962

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1967: Rostock, Kulturhistorisches Museum (Malerei und Grafik)
  • 1995: Wustrow, Kunstscheune Barnsdorf (mit Gerhard Marcks)
  • 2001: Ahrenshoop, Kunstkaten (Gedächtnisausstellung; Bilder, Aquarelle, Zeichnungen, Grafik)
  • 2002: Gera, Otto-Dix-Haus (Gedächtnisausstellung; Bilder, Aquarelle, Zeichnungen, Grafik)

Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1935: Bremer Kunstschau („Bildnisse von Frauen mit Schmuck“)
  • 1945: Schwerin, Landesmuseum (Jahresschau 1945 der Kunstschaffenden aus Mecklenburg-Vorpommern)
  • 1946, 1953 und 1958/1959: Dresden, Deutsche Kunstausstellungen
  • 1969: Rostock, Bezirkskunstausstellung
  • 1974: Dresden, Kupferstichkabinett („Zeichnungen in der Kunst der DDR“)
  • 1975: Schwerin („Farbgrafik in der DDR“)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hedwig Holtz-Sommer: Bilder, Aquarelle, Zeichnungen, Grafik. MCM ART Verlag Berlin, Berlin 2001, ISBN 3-9804945-6-X.
  • Ruth Negendanck: Künstlerkolonie Ahrenshoop. Eine Landschaft für Künstler. Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude 2001, ISBN 3-88132-294-9. S. 192–198.
  • Friedrich Schulz: Holtz-Sommer, Hedwig. in: Ahrenshoop. Künstlerlexikon. Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude 2001. ISBN 3-88132-292-2, S. 84.
  • Hela Baudis (Hrsg.): Hedwig Holtz-Sommer. Berlin 1901–1970 Wustrow. In: Norddeutsche Zeichner aus vier Jahrhunderten. Friedr. Prieß, Schwerin 2009, S. 172–173.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kurverwaltung Ostseebad Wustrow (Hrsg.): kulturpfad – Ostseebad Wustrow, 1. Auflage 2008, Klatschmohn Verlag Druck+Werbung GmbH & Co. KG, Bentwisch
  2. Erich Theodor Holtz: Das Fischland, Mecklenburgs Malerparadies. In: Landeszeitung, 1946.
  3. Fritz Hellwag: Bildnisse von Frauen mit Schmuck. In: Die Kunst für alle. Band 51, Heft 3, 1935–1936, S. 74 (Uni Heidelberg).
  4. Lothar Lang: Malerei und Grafik in der DDR. Leipzig 1978, S. 35.
  5. Abbildung in der Deutschen Fotothek.
  6. Abbildung in der Deutschen Fotothek.
  7. Abbildung in der Deutschen Fotothek.