Hedwiga Reicher

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Hedwiga Reicher als Columbia bei einer Demonstration für das Frauenwahlrecht in Washington D.C. (1913)

Hedwiga Reicher (* 12. Juni 1884 als Hedwig E. Reicher in Oldenburg; † 2. September 1971 in Los Angeles, Kalifornien, Vereinigte Staaten) war eine deutschstämmige Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochter von Emanuel Reicher und Halbschwester von Frank Reicher und Ernst Reicher gab ihr Theaterdebüt im Oktober 1902 mit der Zoë in Adolf von Wilbrandts Der Meister von Palmyra in Hamburg.[1] Sie blieb noch fünf Jahre in Deutschland, ehe sie 1907 einer Verpflichtung an das Deutsche Theater (das Irving Place Theatre) in New York City nachkam.[2] Anschließend blieb Hedwig Reicher in den USA. Im Sommer 1908 kam sie noch einmal nach Deutschland und spielte an der Seite ihres Vaters in Goethes Iphigenie auf dem Esperanto-Weltkongress in Dresden. Am 19. September 1929 wurde die Künstlerin unter dem leicht veränderten Namen Hedwiga Reicher eingebürgert.[3]

Zuvor setzte sie, damals noch als Hedwig Reicher, am Broadway ihre Theaterarbeit (nunmehr in englischsprachigen Stücken) fort. Man sah die Künstlerin unter anderem 1909 in On the Eve, 1909/10 in The Next of Kin, 1911 in The Lady from the Sea und The Thunderbolt, 1912 in June Madness, 1913 in The Stronger, 1915 in When the Young Vine Blooms und 1916 als Cleopatra in Caliban of the Young Sands. Anschließend siedelte sie nach Los Angeles über.

In Hollywood spielte Hedwiga Reicher seit Mitte der 1920er Jahre eine Reihe von Nebenrollen, meist als Einwanderin oder in mütterlichen Rollen. Anfang 1939 wirkte Hedwiga Reicher auch in dem ersten dezidiert antinazistischen US-Streifen Ich war ein Spion der Nazis mit. Für diesen Film nahm sie das Pseudonym Celia Sibelius an aus Furcht vor Repressalien der Nazis gegenüber ihrer Familie in Deutschland, zumindest behauptete dies Lya Lys[4]. Wenige Monate später, mit Beginn des Zweiten Weltkriegs, beendete Hedwiga Reicher ihre Filmarbeit, blieb aber bis zu ihrem Tod weiterhin in Los Angeles ansässig.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlag von Paul List, Leipzig 1903, S. 809 f., (Textarchiv – Internet Archive).
  2. vgl. Neuer Theater-Almanach. Bd. 19, 1908, ZDB-ID 502265-4.
  3. Einwanderung und Einbürgerung auf ancestry.com
  4. Lya Lys in der Datenbank von Find a Grave. Abgerufen am 10. Juli 2015 (englisch).10. Juli 2015