Heimersdorf (Köln)

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Wappen von Köln
Heimersdorf
Stadtteil 604 von Köln
Lage des Stadtteils Heimersdorf im Stadtbezirk Köln-Chorweiler
Koordinaten 51° 0′ 32″ N, 6° 53′ 48″ OKoordinaten: 51° 0′ 32″ N, 6° 53′ 48″ O
Fläche 1,745.5 km²
Einwohner 6157 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte 3527 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1888
Postleitzahl 50767
Vorwahl 0221
Stadtbezirk Chorweiler (6)
Verkehrsanbindung
Eisenbahnanschluss Köln Volkhovener Weg S 6 S 11
Stadtbahnlinie 15
Buslinien 122 125
Quelle: Kölner Stadtteilinformationen – Einwohner 2017

Heimersdorf ist ein Stadtteil von Köln im Stadtbezirk Chorweiler. Der Stadtteil liegt etwa 9 Kilometer nördlich des Stadtzentrums.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimersdorf liegt umschlossen von den Kölner Stadtteilen Longerich, Lindweiler, Weiler/Volkhoven, Chorweiler und Seeberg. Im Osten wird es begrenzt von der Mercatorstraße, im Süden von der Militärringstraße.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der früheste, erhaltene Beleg für den späteren Ortsnamen Heimersdorf datiert aus dem späten 12. Jahrhundert: zwischen 1178 und 1183 ist ein Johan de Heimersdorp als Zeuge bei einem Rechtsgeschäft anwesend. Die erste überlieferte urkundliche Erwähnung eines Hofes in Heimersdorf stammt aus dem Jahr 1314. In dieser Urkunde bestätigt der Kölner Erbvogt Gerhard, dass das Kölner Augustinerinnenkloster St. Maria Magdalena, das am Blaubach lag und "Weißfrauenkloster" genannt wurde, Güter in Heimersdorf besitze. Der Hof "Heimersdorp" lag viele Jahrhunderte allein zwischen Volkhoven und Longerich.

Das Weißfrauenkloster bewirtschaftete seinen – relativ abgelegenen – Hof in Heimersdorf nicht selbst, sondern verpachtete ihn in Erbpacht. 1394 hatte der Pächter pro Morgen Land einen Sumer Roggen zu zahlen sowie 20 Kölnische Mark. Im Jahr 1581 betrug der Pachtzins jährlich 26 Malter Roggen, 12 Malter Gerste, Kapaunen (Hähne), "Hämmel", Lämmer, 2 Kälber und Eier. Diese Abgaben änderten sich über lange Zeiträume nur geringfügig. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Erbpächter faktisch zu Eigentümern an Grund und Boden und besaßen ein vererbliches Benutzungsrecht mit einer oft nur geringen Abgabenlast.

Aufgrund der französischen Säkularisationsgesetze wurde das Kölner Weißfrauenkloster am 13. Fructidor des Jahres X (31. August 1803) aufgelöst und der Besitz verkauft. Der Heimersdorfer Hof wurde am 25. Oktober 1810 vom Kölner Bürger G. A. Krapp für 18000 Pfund erworben. Seit der Franzosenzeit gehörten Heimersdorf und Volkhoven zur Bürgermeisterei Longerich. Zwischen 1810 und 1820 wurde der Heimersdorfer Hof geteilt und der Heuserhof entstand in unmittelbarer Nähe. 1820 wurde Heimersdorf (Heimerhof) mit 30 Einwohnern angegeben, während Longerich 390 und die Bergheimerhöfe 40 Einwohner hatten. Auf den Karten von 1807/1808 erschien ein dritter kleiner Hof – der spätere Hof Thiebach (Pfeilshof).

1888 wurde die ganze Bürgermeisterei Longerich nach Köln eingemeindet. Auf einer amtlichen Karte von 1899 gibt es auf dem Gebiet des heutigen Heimersdorf nur die drei Höfe und vier kleine Häuser, die sich Longericher Bürger auf dem Volkhovener Weg gebaut hatten.

Eine geplante Bebauung auf dem heutigen Gebiet von Heimersdorf gab es erst seit 1922 mit dem Bau einer kleinen Siedlung am Volkhovener Weg, der Pulheimer Straße und des Froschackers. Weitere Siedlungen folgten.

Die Neue Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortseinfahrt Heimersdorf

1958 begann die Stadt Köln mit der Planung der Neuen Stadt, einem Entlastungszentrum im Kölner Norden; erster Bauabschnitt war Heimersdorf. Mit dem Straßenbau wurde 1961 begonnen. Die Fertigstellung der Bauten in Heimersdorf erfolgte weitgehend in den Jahren 1961 bis 1965. Die Häuser wurden teilweise zu sehr günstigen Konditionen verkauft, die sich nach der Kinderzahl richteten. Wohl mit aus diesem Grund zählte Köln-Heimersdorf in seiner Anfangszeit zu den kinderreichsten Orten Deutschlands. Der Wohnungsbau wurde in Teilabschnitten realisiert. 1964 besuchte der ehemalige Bundeskanzler und Kölner Ehrenbürger Konrad Adenauer Heimersdorf, um sich an Ort und Stelle über das Werden des neuen Stadtteils zu informieren. Eindringlich warnte Adenauer dabei vor dem Bau einer Hochhaussiedlung, wie sie später in Chorweiler entstand. "Da kennen sich die Leute doch nur noch vom meist kaputten Fahrstuhl!"

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1966 Weihe der katholischen Pfarrkirche Christi Verklärung am Taborplatz
  • 1967 Weihe des evangelischen Gemeindezentrums und des Jugendzentrums Magnet am Lebensbaumweg, 2017 geschlossen.
  • 1979 weihte die Mormonengemeinde “Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage” ihre Kirche mit Zentrum und Bibliothek ein.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1990 hatte Heimersdorf noch 6.714 Einwohner. [1] 2011 lebten in Heimersdorf 5.836 Menschen. Der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund lag mit 21,4 % deutlich unter dem des benachbarten Chorweiler (76,2 %) und dem Mittelwert für Köln (33,8 %).

Heute leidet der Stadtteil vor allem an Überalterung. Besonders in Bereichen mit Einfamilienhausbebauung aus den 60er-Jahren zeigt sich das für Neubaugebiete typische Problem einer demographischen Welle. Es zogen meist Zwei-Generationen-Kernfamilien mit Kindern ein, die Eltern wurden mit der Zeit zu Senioren, während die Kinder fortzogen. Heute besteht nur ein geringer Zuzug von jüngeren Menschen und Familien mit Kindern. Dies führt zur Schließung von Kindergärten, sogar über die Schließung bzw. Verlegung der beiden Grundschulen wurde in jüngerer Zeit bereits nachgedacht.

Kultur und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftaufnahme Heimersdorf

Charakteristisch für Heimersdorf ist die Anlage im Stile des amerikanischen Radburn-Systems mit einer Trennung von Durchgangs- und Anliegerverkehr sowie Verkehrs- und Fußgängerzonen.

Heimersdorf ist durch die Grünanlagen, die vielen Hausgärten, Schrebergärten und den großen Baumbestand ein grüner Stadtteil. Inmitten der grünen Zone liegen die Schulen, die römisch-katholische Kirche Christi Verklärung sowie das Senioren- und Altenwohnheim Johanniterstift Gut Heuserhof. Das evangelische Gemeindezentrum wurde 2017 aufgegeben, das Jugendzentrum "Magnet" in das Einkaufszentrum verlegt.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haltepunkt Köln Volkhovener Weg

Bis in die 1930er Jahre befand sich der Bahnhof Longerich der Bahnstrecke Köln–Kleve am Pingenweg auf dem heutigen Gebiet von Heimersdorf. Das Gebäude des ehemaligen Bahnhofs ist noch heute erhalten.[2] Heute ist der Stadtteil mit einer unterirdischen Station der Stadtbahnlinie 15 ("Heimersdorf") im Osten und dem Haltepunkt Köln Volkhovener Weg der Bahnstrecke Köln–Kleve durch die S-Bahnlinie S 11 im Nordwesten gut an das regionale Nahverkehrsnetz angeschlossen.

Heimersdorf hat eine gute Infrastruktur durch das Zentrum mit Einzelhandelsgeschäften ("Ladenzentrum"), zwei Restaurants und eine Kneipe, ein Hotel, Ärzte aller Fachrichtungen. Die Ursula-Kuhr-Schule ist eine Haupt-/Realschule mit über 500 Schülern aus dem gesamten Kölner Norden. Die katholische Grundschule Lebensbaumweg und die Anna-Langohr-Gemeinschaftsgrundschule (derzeit knapp 300 Schüler) teilen sich seit 1966 einen Gebäudekomplex. Der Sport ist vereinsmäßig durch den KSV Heimersdorf und den DJK-Wiking vertreten.

Bekannte Heimersdorfer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Esser (* 1928) Maler und Graphiker.
  • Helmar Meinel (* 1928) Journalist und Schriftsteller.
  • Willi Bach, Vater von Dirk Bach, Heimatforscher, Leiter der Geschichtswerkstatt Köln-Chorweiler.
  • Dirk Bach (* 1961, † 2012) Schauspieler, Comedian, Entertainer und Fernsehproduzent.
  • Markus Anfang (* 1974), ehemaliger Spieler beim Fußballverein KSV Heimersdorf (wohnte aber in Köln - Seeberg). Im April 2018 wurde Anfang als Trainer für den 1. FC Köln verpflichtet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschichtswerkstatt des Bürgerzentrums Chorweiler (Hrsg.): Heimersdorf – Vom Hof zum Kölner Stadtteil. 2. Auflage, 1998.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Köln-Heimersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. PDF bei www.stadt-koeln.de
  2. Chronik von Lindweiler