Heinrich Degen

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Heinrich Degen (* 2. Oktober 1902 in Burgbrohl; † 9. März 1970 in Würzburg) war ein deutscher Kommunalpolitiker.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Degen war in Burgbrohl in der Eifel geboren. Nach der Schulausbildung und dem Besuch eines Seminars, war er einige Jahre als Lehrer an der deutschen Realschule in Bilbao (Spanien) tätig. Von 1933 an besuchte er die Universitäten in Wien und Köln und brachte seine Studium angeblich mit einer Doktorarbeit aus der Geschichte des Niederrheins zum Abschluss. Eine weitere Quelle erwähnt aber, dass sich Degens Doktorarbeit eigentlich mit einem NS-Thema der Blut-und-Boden-Ideologie befasst habe und diese sich an der Universität in Würzburg unter Verschluss befinde. Während des Krieges diente er als Soldat und kam nach den Zusammenbruch als Gefangener Offizier in den Kahlgrund nach Mömbris. Hier verehelichte er sich 1951 und lebte in Mensengesäß. Er war von 1950 bis zu seinem Tod 1970 Landrat des unterfränkischen Landkreises Alzenau. Von 1954 bis 1970 war er zudem Vorsitzender des Spessartbundes. Er erwarb sich große Verdienste bei der Errichtung des Naturparks Spessart. Degen verstarb am 9. März 1970 in Würzburg und wurde im Friedhof in Mömbris beerdigt.

Heimatgedicht und Heimatlied[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Degen verfasste das Gedicht "Kennst Du das schöne Waldbachtal" im Jahre 1951. Es war eine Homage an seine neue Heimat den Kahlgrund. Das Gedicht wurde auch in ein Volkslied umgewandelt, dessen Melodie von dem katholischen Pfarrer Karl Weippert (1902–1988) stammte. Weippert war von 1937 bis 1953 Pfarrer in Mömbris.

Kennst du das schöne Waldbachtal

1.Kennst Du das schöne Waldbachtal,
wo eilt und rauscht die munt`re Kahl?
Kennst Du den dunklen Spessartwald,
wo einst des Jägers Waldhorn schallt?

2.Du siehst auf seinen Bergeshöh`n
zerfall`ne Burgen träumend steh`n,
daraus viel Ritter, Edelfrau`n
in Sagen, Märchen auf dich schau`n.

3.Da klappern in dem Wiesengrund
viel Mühlen emsig Stund um Stund.
Sie mahlen uns das täglich Brot
und bannen so die große Not.

4.Verträumt liegt still im Waldbachtal
manch Dörflein lieblich an der Kahl,
ein kleines, alt und säuberlich,
rühm stolz als meine Heimat ich.

  • Durch den "Mömbriser Viergesang" eine aus vier Frauen bestehende Gesangsgruppe mit Akkordeon-Begleitung wurde das Heimatlied in einer etwas abgewandelter Textform als das Mömbriser Heimatlied erst in den 80er Jahren bekannt. Mit der in der 3.Strophe genannten Dialektbezeichnung "Memersch" ist der Ort "Mömbris" gemeint.

1.Kennst Du das schöne Waldbachtal,
wo eilt und rauscht die munt`re Kahl?
Kennst Du den dunklen Spessartwald,
wo einst des Jägers Waldhorn schallt?
Refrain:
|:Dich lieb ich schönes Waldbachtal,
wo eilt und rauscht die munt`re Kahl:|

2.Da klappern in dem Wiesengrund
viel Mühlen emsig Stund um Stund.
Sie mahlen uns das täglich Brot
und bannen so die große Not.
Refrain:
|:Dich lieb ich schönes Waldbachtal,
wo eilt und rauscht die munt`re Kahl:|

3. Es liegt in diesem Waldbachtal,
wo stille fliest die muntre Kahl,
ein Dörflein, alt und säuberlich,
das nennt im Volksmund "Memersch" sich.
Refrain:
|:Dich lieb ich schönes Waldbachtal,
wo eilt und rauscht die munt`re Kahl:|

4.Dich lieb ich stiller Spessartort,
der Väter Sitte starker Hort.
Dein dacht ich in der weiten Welt,
kein Ort mir so wie Du gefällt.
Refrain:
|:Dich lieb ich stiller Spessartort,
der Väter Sitte starker Hort.:|

5.Da blüht auf grüner Wiesenau,
ein Blühmlein zart und himmelblau.
Das grüßt und mahnt Vergissmeinnicht,
verlass der Väter Sitte nicht.
Refrain:
|:Dich lieb ich stiller Spessartort,
der Väter Sitte starker Hort.:|

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edgar Englert: Landrat Dr. Degen 65 Jahre – Unser Kahlgrund, 1968, S. 156/157
  • Karl Höhne: Der „Vater des Kahlgrunds“ ist tot. Dem 1. Bundesvorsitzenden Dr. Heinrich Degen zum Gedenken – Spessart, 1970, heft 4, S. 7
  • Vor 20 Jahren, am 9. März 1970, starb Landrat Dr. Heinrich Degen – Unser Kahlgrund, 1990, S. 224/225
  • Werner Ebert: Land und Leute im Kahlgrund, 2002, S. 215