Naturpark Spessart

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Lage des Bayerischen und Hessischen Spessart
Rodung in Aschaffenburg
Wappen des Naturparks

Der Naturpark Spessart breitet sich im Spessart auf einer Fläche von 2440 km² aus. Geologische Grundlage des Naturparks bildet eine nach Südosten geneigte Buntsandsteinplatte von bis zu 400 m Dicke. Der Naturpark umfasst das größte zusammenhängende Mischlaubwaldgebiet in Deutschland. Tiefe Täler, sanfte Hänge und Höhen charakterisieren die Spessart-Landschaft.

Der Naturpark Spessart besteht aus zwei Teilen:

  • Der Naturpark Bayerischer Spessart (1961 gegründet) in Nordwest-Bayern ist 1710 km² groß und liegt im sogenannten Mainviereck.
  • Der Naturpark Hessischer Spessart (1962 gegründet) in Südost-Hessen ist 730 km² groß und liegt im nördlichen Spessart, südlich der Autobahn A 66 zwischen Hanau und Schlüchtern.

Der eigens gegründete Verein Naturpark Spessart e. V. nimmt als Träger des Naturparks vielfältige Aufgaben wahr.

Gründung des Naturparks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 10. Februar 1956 erließ die Regierung von Unterfranken die Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Mainviereck. Nach Anhörung der Landkreise und Gemeinden erließ der Bezirkstag von Unterfranken am 15. Dezember 1959 die nötige Verordnung, welche am 29. Februar 1960 vom Bayerischen Staatsministerium des Inneren für vollziehbar erklärt wurde. Die Bezeichnung „Landschaftsschutzgebiet Spessart“ wurde in „Naturpark Spessart“ geändert. Somit war der erste Naturpark in Bayern geschaffen.

Das Bundes-Landwirtschaftsministerium forderte als Voraussetzung für die Zuteilung von Geldern einen Gesamtentwicklungsplan. Im März 1961 beauftragte das Bayerische Innenministerium die Regierung von Unterfranken, diesen Plan zu erstellen. Aufgrund dieses Auftrages gründete sich 1963 der Verein Naturpark Spessart e. V.

Erster Vorsitzender wurde Heinrich Degen, Landrat des damaligen Landkreises Alzenau. Der eigentliche Initiator, Georg Keimel, wurde Geschäftsführer. 1966 übernahm den Vorsitz Rudolf Balles, Landrat des Landkreises Lohr am Main. Georg Keimel blieb Geschäftsführer bis 1971. Er wurde abgelöst von Josef Heichele, der bis 1981 das Amt des Geschäftsführers hatte.

Im Zuge der Gebietsreform im Jahre 1972 wurden die vormaligen Landkreise Alzenau, Gemünden, Lohr, Marktheidenfeld und Obernburg aufgelöst. Den Vereinsvorsitz übernahm der Landrat des Kreises Aschaffenburg, Roland Eller. Zwischen 1976 und 1984 führte den Verein Karl Oberle, Landrat des Kreises Miltenberg. Im Jahre 1981 übernahm Forstdirektor Christoph Frucht die Aufgabe des ehrenamtlichen Geschäftsführers.

Innerhalb des Naturparks wurden mehrere Naturschutzgebiete eingerichtet[1].

Zukünftige Pläne für einen Nationalpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bayerische Staatsregierung plant, unter dem Arbeitstitel np3 den Nationalpark Spessart als dritten Nationalpark Bayerns einzurichten, wobei der Spessart allerdings nicht die einzige Region ist, die für den dritten Naturpark in Frage kommt. Der Nationalpark würde voraussichtlich 10.900 ha einnehmen [2]. Dies entspricht weniger als 4,5 % der Fläche des Naturparks. Unternehmen, die vom Holzabbau im Spessart wirtschaftlich profitieren, lehnen den Nationalpark ab [3].

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.geodienste.bfn.de/schutzgebiete/#?centerX=3534442.328?centerY=5543014.232?scale=200000?layers=580 Interaktive Karte
  2. http://www.nordbayern.de/region/dritter-nationalpark-in-bayern-spessart-ist-favorit-1.5804378
  3. C. Morhart: "Spessart als Weltkulturerbe", Artikel im Main-Echo, 4. März 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Naturpark Spessart – Sammlung von Bildern